Verlängerung als Nachteil für Kellerduell gegen Ried?

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David gegen Goliath, krasser Außenseiter gegen klaren Favoriten, Drittligist gegen Bundesligist – so stellt man sich ein typisches Zweitrunden-Duell im ÖFB-Cup vor.

All diese Voraussetzungen erfüllte die Begegnung zwischen Wiener Neustadt und der Admira nicht.

Es wirkte wie ein typisches Bundesliga-Spiel, entwickelte sich aber dennoch zu einem wahren Cup-Fight.

Nach einer spannenden Partie mit Chancen und Toren auf beiden Seiten waren es schließlich die Neustädter, die mit einem 7:5-Sieg im Elfmeterschießen (2:2 nach regulärer Spielzeit) ins Achtelfinale einzogen.

„Es war ein Mannschaftsfight. Wir haben alle bis zum Schluss alles gegeben“, freute sich Matthias Koch gegenüber LAOLA1 nach dem Erfolg.

Der dreifache Koch

Der Mittelfeld-Mann avancierte mit einem Treffer und einer Vorlage in der regulären Spielzeit zu einem der Hauptdarsteller des Abends. Auch im Elfmeterschießen behielt er die Nerven und verwandelte seinen Versuch sicher.

„Es gibt immer Protagonisten, die mit Toren und Assists herausstechen. Das wechselt sich aber immer ab“, blieb der 26-Jährige nach seiner starken Leistung bescheiden.

Vielmehr rückte er einen Mann in den Mittelpunkt, den bisher wohl nur eingefleischte Wiener-Neustadt-Fans kannten: Domenik Schierl.

„Schierli“ legt Talentprobe ab

Der Torhüter, im Sommer von Liefering zu den Blau-Weißen gewechselt, durfte gegen die Südstädter erstmals ran und ließ sich nichts zu Schulden kommen.

Domenik Schierl mit der entscheidenden Parade im Elfmeterschießen

„Es freut mich für den Schierli, dass er bei seinem Debüt so eine gute Partie gespielt und zum Schluss den Elfmeter gehalten hat“, sprach Koch dem 20-Jährigen in Hinblick auf den parierten Elfmeter von Wilfried Domoraud ein Kompliment aus.

Ein Kompliment, das auch Trainer Heimo Pfeifenberger mit einem breiten Grinsen im Gesicht bestärkte: „Er ist ein ruhiger Typ, der konzentriert arbeitet. Ich habe keine Bedenken, wenn er im Tor steht, er erarbeitet sich das. Er zeigt wenige Emotionen, ist aber hochkonzentriert. Das ist eben der Schierli.“

Nun wartet das Kellerduell

Im nächsten Spiel wird der Blondschopf dennoch wieder auf der Bank Platz nehmen und Thomas Vollnhofer ins Tor zurückkehren. Am Samstag kommt es für die neuntplatzierten Neustädter zum „Kellerduell“ gegen den Letzten, Ried.

„Das Spiel in Ried ist sehr wichtig. Wir müssen jetzt so schnell wie möglich regenerieren, damit wir am Samstag wieder bei Kräften sind“, ordnete Koch dem anstehenden Spiel alles unter.

Mit einer Niederlage würden die Niederösterreicher die „Rote Laterne“ übernehmen. Ein Szenario, dass der Ex-Sturm-Spieler „auf alle Fälle verhindern“ will: „Es geht um Platz neun. Die Rieder sind ein bisschen in der Krise, aber sie werden alles versuchen und dagegen halten. Es ist alles möglich und wir wollen die drei Punkte in Wiener Neustadt behalten.“

Verlängerung als Nachteil?

Drei Tage vor so einem wichtigen Spiel über 120 Minuten im Cup gehen zu müssen, war im Vorhinein mit Sicherheit nicht der Plan. Das gibt auch der gebürtige Vorarlberger zu.

„Es wäre natürlich optimaler gewesen, wenn wir das Spiel nach 90 Minuten entschieden hätten, aber es nützt jetzt nichts. Wir nehmen es, wie es ist, freuen uns über den Sieg und werden trotzdem am Samstag wieder da sein.“

Auch sein Coach gibt zu, dass ein intensives Spiel über die längstmögliche Distanz nicht ideal, ein Sieg aber dennoch schön sei.

„Wenn du weit kommen willst, musst du einige gute Teams ausschalten. Im Cup zählt nur der Sieg. Wir werden versuchen, auch den nächsten Gegner zu besiegen.“

Wohl nicht nur im Cup, sondern auch in der Bundesliga. Und da wartet auf die Neustädter mit dem „Kellerduell“ der nächste harte Fight.

 

Matthias Nemetz

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