Hadzic‘ staubtrockener Konter: „Schicker soll selbst einmal schauen, was er am Platz aufführt und mich in Ruhe lassen.“

Pliquett: „Das ist halt echt arm“

Dies war wohl eine Anspielung auf jene strittige Szene in der Nachspielzeit, als die Admiraner nach einem vermeintlichen Foul von Goalie Benedikt Pliquett an Schicker vehement einen Elfmeter forderten.

„Ich berühre ihn gar nicht, ziehe ganz klar die Hände weg. Das ist halt echt arm, weil das die Admira gar nicht nötig hat. Ich muss gleich noch mal die Schiris fragen, warum er da kein Gelb bekommen hat, denn das war eine richtig schlimme Schwalbe“, fand Pliquett zur strittigen Szene deutliche Worte. Eine Version, die von den TV-Bildern gestützt wird.

Schicker argumentierte wiefolgt: „Pliquett hat mich leicht berührt, als ich ihn umspielt habe, dadurch bin ich ein bisschen aus dem Konzept gekommen und weggerutscht. Sonst schiebe ich ihn ganz normal mit dem Linken rein. Wenn der Schiedsrichter ein bisschen Gefühl hat, gibt er da vielleicht Elfmeter. Aber es hat genau zum Spiel dazu gepasst.“

„So ein deppertes Tor“

Unter dem Strich mussten sich die Südstädter jedoch selbst den Vorwurf machen, nicht mehr aus ihrer Überlegenheit vor der Pause gemacht zu haben.

„Wir haben das Spiel kontrolliert, vor allem in der ersten Halbzeit, und kriegen dann so ein deppertes Tor, wo wir drei gegen einen sind – wie in Graz, wo wir auch so ein dummes Tor kassiert haben. Eigentlich war das ihre erste Torchance“, ärgerte sich Stefan Schwab.

Hadzic monierte, dass man im ersten Durchgang zu schnell den Pass in die Tiefe gesucht hätte, anstatt den Ball in den eigenen Reihen zu halten: „Das hätten wir gar nicht müssen, denn es war genug Platz da, dass wir spielen. Sobald wir gespielt haben, waren wir auch gefährlich und sie hatten Probleme.“

Die Niederösterreicher konnten mit dem Spiel der Grazer ohnehin nur wenig anfangen. „Sturm hat 90 Minuten lang tief verteidigt. Dann ist es schwierig, dass man nach vorne kommt. Wir konnten vor allem überhaupt kein Pressing spielen, weil sie jeden Ball lang nach vorne geschlagen haben“, erklärte Schwab.

„Die Admira hat den Ball zirkulieren lassen, aber irgendwie ohne Endzweck“, meinte Hadzic, „wir haben nur verschoben, aber nicht aggressiv genug rausattackiert. Dadurch hat es in der ersten Halbzeit von außen so ausgeschaut, dass wir nicht im Spiel sind.“

„Im Cup können wir alles gut machen“

Der 24-jährige Matchwinner eroberte 2011 mit der SV Ried den Cup. Die Innviertler sind auch in dieser Saison noch im Rennen. Der Schwerpunkt liegt aber natürlich auf der Rettung der eigenen Spielzeit:

„Es wird immer von einer unglücklichen Saison geschrieben. Es ist natürlich nicht so gelaufen, wie es sich jeder vorgestellt hat. Im Cup können wir alles gut machen, wir wollen aber auch in der Liga noch so gut wie möglich abschneiden.“

Die Admira wiederum will sich die trotz Punkteabzugs gelungene Saison durch das Cup-Out nicht kaputt reden lassen.

Schicker: „Den Klassenerhalt haben wir ziemlich sicher geschafft. Wir haben eine gute, wenn nicht eine perfekte Saison gespielt, haben uns trotz der Rückschläge zurückgekämpft. Der Cup wäre schön gewesen, damit hätten wir uns selbst die Krone aufgesetzt.“

Peter Altmann

Bis zum Hadzic-Tor in Minute 50 lief bei Sturm in der Tat wenig bis gar nichts zusammen. Ein Umstand, der die Freude durchaus trübte. Vor allem jene von Trainer Darko Milanic.

„Ein schwieriges Spiel mit zwei unterschiedlichen Gesichtern von uns. In der ersten Halbzeit waren wir schwerfüßig, da ist uns gar nichts gelungen. Zweite Halbzeit waren wir läuferisch stärker, haben auch gut nach vorne kombiniert, waren viel dynamischer“, analysierte der Slowene.

Die Sorgen des Darko M.

Erst mit dem heftigen Regenschauer hätte sich seine Mannschaft erfangen. Zur Pause hätte er sich noch „viele Sorgen“ gemacht.

„Wenn nur ein Spieler so schwerfüßig ist, dann wechseln wir und es kommt ein neuer. Aber das waren alle! Das bedeutet, dass irgendetwas nicht gestimmt hat, alle waren ohne Power. Ich finde, der Regen hat uns dann geholfen“, erklärte der 46-Jährige.

Der Führungstreffer schuf naturgemäß Räume. Ob bis dahin der Druck des Muss-Siegs seine Mannschaft gelähmt haben könnte? Eine Ausrede, mit der Milanic nichts anfangen kann:

„Es kann sein, dass es so ist, aber ich will das nicht so sehen. Es geht immer um sehr viel. Wir müssen diesen Druck einmal gewohnt sein. Wenn ich stehen bleibe, kommt man nicht weiter. In der ersten Halbzeit hatten wir auch Räume, aber da sind wir nicht gelaufen. Da ist gar nichts gekommen. Zweite Halbzeit war viel besser.“

„Admira ohne Endzweck“

Die Kabinenansprache des früheren Verteidigers dürfte einem Weckruf geglichen haben. „Wir haben alle zueinander und auch der Trainer in der Pause die richtigen Worte gefunden, dann haben wir gleich ein ganz anderes Gesicht gezeigt“, verdeutlichte Pliquett.

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