Die Antwort auf die Kritik

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"Wir haben keinen einzigen Torschuss zugelassen"

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Red Bull Salzburg ist dem nächsten Double einen weiteren Schritt näher gekommen.

Der Titelverteidiger setzte sich im Cup-Halbfinale beim SV Grödig mit 2:0 durch und steht damit wie im Vorjahr im Endspiel von Klagenfurt, das dieses Jahr am 3. Juni über die (Wörthersee-)Bühne geht.

Der Gegner wird am Mittwoch im zweiten Halbfinale zwischen dem WAC und der Austria ermittelt.

Für alle Seiten verdient

Die Partie am Dienstag war lange offen, fand am Ende aber einen für alle verdienten Sieger.

„Das Spiel war eindeutig. Wir haben zwar in der ersten Hälfte nicht so die Chancen kreiert, aber spielerisch waren wir überlegen. Grödig hatte vielleicht zwei ungefährliche Schüsse. Im Endeffekt war es ein hartes Stück Arbeit, aber absolut verdient“, so 2:0-Torschütze Marcel Sabitzer bei „ATV“.

Das 1:0 besorgte Nils Quaschner, der im Winter eigentlich nach Leipzig wechselte und wieder retour musste, vier Minuten zuvor (74.) – sein zweiter Saisontreffer, zum zweiten Mal im Samsung Cup.

„Es hat ein bisschen gedauert, aber es war eine Frage der Zeit. Grödig hat die Räume gut eng gemacht, wir haben gebohrt und über 90 Minuten war es ein verdienter Sieg“, sagte Adi Hütter, der Jonatan Soriano, Andreas Ulmer (beide Wade) und Christian Schwegler (Muskel) vorgeben musste.

Sein Nachfolger bei Grödig, Michael Baur, widersprach hier nicht. „Es war ein hochverdienter Sieg. Es ist nicht ganz das aufgegangen, was wir uns vorgestellt haben. Wir müssen schauen, dass wir uns nach vorne befreien können, sonst wird man von Red Bull erdrückt. Das war in Hälfte zwei der Fall.“

Uneinigkeit über Venuto-Szene

Nur über die Aktion vor dem 1:0, Ilsanker brachte mit seinem Körper Venuto zu Fall, waren sich die Herren uneinig. Baur meinte erst noch: „Ich will mich dazu nicht mehr äußern, ich habe jede Woche Diskussionen mit Schiedsrichter-Assistenten. Mich interessiert es schon nicht mehr.“

Als sich Hütter die Szene ansah, meinte der Vorarlberger: „Also wenn das ein Foul ist…“

Baur hakte nach: „Wenn das kein Foul war, weiß ich nicht, warum er verletzt ist. Er hat einen Schlag auf die Nieren bekommen.“ Hütter wusste nichts von der Verletzung, nahm sie zur Kenntnis.

Zur Kenntnis nahm Hütter wohl auch die Kritik vergangener Tage vom scheidenden Sportchef Ralf Rangnick, der nach dem 2:1-Sieg gegen Ried abermals die zu vielen Gegentore anprangerte.

„Wir haben ab dem siebenten Spieltag im Schnitt 1,7 Tore kassiert, das ist für eine Spitzenmannschaft viel zu viel“, meinte der 56-Jährige gegenüber „Sky“. Schon nach dem 2:3 beim WAC gab es diese Kritik. Hütter selbst sprach diese Problematik an und ist sich ihr bewusst.

Zu Null nach Kritik

Am Dienstag spielte seine Mannschaft aber wie schon im Cup-Viertelfinale in Altach zu Null. „Das hat mich sehr gefreut“, war der 45-Jährige zufrieden. „Wir haben, glaube ich, 90 Minuten keinen einzigen Torschuss zugelassen. Das war heute auch ein Ziel, dass wir Grödig diese Nadelstiche nicht setzen lassen. Das hat die Mannschaft konzentriert gemacht.“

Nicht immer gab es diese Konzentration in dieser Saison, auch so sind die 39 Gegentore in der Liga (vier Klubs haben weniger) zu erklären. Wie mit dem bedingungslosen Spiel nach vorne, die wiederum 86 Treffer auf der Habenseite erklären.

Ohne Sadio Mane sowie Alan und Kevin Kampl, die im August bzw. Winter gingen und 2013/14 noch dafür sorgten, dass man unter Roger Schmidt einen Liga-Rekord in punkto Toren (110) aufstellte.

Mit dem Schmidt’schen Schatten hat Hütter seit Beginn zu kämpfen, ist aber nach der erfolgreichsten Red-Bull-Saison der Geschichte auch logisch. Endgültige Antworten gibt es am Ende der Spielzeit.

In den vergangenen drei Spielen kassierte Salzburg ein Gegentor und ist nicht nur deswegen auf dem besten Wege zur Titelverteidigung in beiden nationalen Bewerben. In der Meisterschaft haben die „Bullen“ sechs Runden vor Schluss acht Punkte Vorsprung auf den Zweiten Rapid.

Im Cup steht man im Finale. Sollte das Double gelingen, wäre es die erste Titelverteidigung in der Red-Bull-Ära.

 

Bernhard Kastler  

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