"Er hat sich nie hängen lassen"

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Foda: "Jetzt wird Tadic für seinen Einsatz belohnt"

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Selbstvertrauen gestärkt, Neuzugänge erfolgreich eingebunden, Pflichtaufgabe erfüllt.

Franco Foda kann nach dem Cup-Erstrunden-Auftritt des SK Sturm in Hartberg lauter Häkchen auf der To-Do-Liste machen.

Die Grazer haben sich beim 6:0-Kantersieg in der Oststeiermark von einer spielfreudigen Seite gezeigt und nach anfänglicher Eingewöhnungsphase deutlich anklingen lassen, was man in der bevorstehenden Saison von ihnen erwarten kann. 

Mehr Variabilität wollte der Deutsche in der abgelaufenen Vorbereitung in die Mannschaft bringen. Mithilfe von Neuverpflichtungen und wieder genesenen Spielern scheint dies zu gelingen, um für eine lange Saison, die demnächst auch wieder mindestens zwei Europacup-Auftritte bereit hält, gewappnet zu sein. 

Nach dem Spiel herrschte aufseiten aller Grazer Beteiligten vorsichtiger Optimismus. "Wir sind eine richtig coole Truppe, mit der wir auch Erfolg haben können", ist sich Roman Kienast sicher.

Diese Faktoren können dafür sprechen:

Zufriedenes Gesicht auf Sturms Trainerbank

  • SELBSTVERTRAUEN: Hartberg legte sich zu Beginn zwar mächtig ins Zeug, mit dem Führungstreffer konnte Sturm aber den Hebel umlegen und zu einem Schützenfest ansetzen. "Die Mannschaft hat das Spiel von Anfang an ernst genommen. Wir haben zwar bis zur 38. Minute gebraucht, um in Führung zu gehen, haben aber davor schon eine klare Möglichkeit vergeben. Wir haben auch nach dem zweiten Tor in höchstem Tempo nach vorne gespielt. Für den Anfang war das schon sehr gut", findet Foda. Dem 49-Jährigen ist aber klar, dass nichts anderes als ein Sieg von seinem Team erwartet worden ist: "Es war eine Pflichtaufgabe, wir mussten hier gewinnen. Nächste Woche wird es ein anderes Spiel, aber wir spielen zuhause und da haben wir im Frühjahr keine Partie verloren." Diese wiedererlangte Heimstärke kann zu Saisonbeginn gleich viel bewirken, startet man doch sowohl in der Liga mit zwei Partien (Admira, Grödig), als auch in der Europa-League-Qualifikation gegen Rubin Kazan zuhause.

Kristijan Dobras geigte in Hartberg auf

  • NEUZUGÄNGE: Mit Michael Esser im Tor, Marvin Potzmann in der Außenverteidigung und Kristijan Dobras im offensiven Mittelfeld feierten in Hartberg drei Neo-Blackys ihr Pflichtspieldebüt. Dobras unterstrich mit zwei Toren und einer gesamt sehr spiel- und einsatzfreudigen Leistung, dass er die Qualität der Grazer heben kann. "Kristjan ist ein Spieler mit viel Tempo, er kann Eins-gegen-Eins-Situationen super lösen, das haben wir in diesem Spiel gesehen. Ich denke, dass er bei uns noch einmal einen großen Sprung nach vorne machen wird", freut sich Foda mit dem Ex-Wiener-Neustädter. Lob gibt es auch vom Offensiv-Kollegen Roman Kienast: "Mich hat er von Anfang an überzeugt. Da kann man nur zum Einkauf gratulieren, das war eine sehr gute Verpflichtung. Aber auch die anderen Neuen wie Potzmann oder Sascha Horvath, der noch ein bisschen Zeit braucht, fügen sich gut ein." Dem stimmt Foda zu, der generell einen soliden Defensivverbund gesehen hat: "Die Verteidigung hat insgesamt sehr gut agiert, fast nichts zu gelassen. Marvin hat auch immer versucht, das Spiel nach vorne anzutreiben, das war schon ganz gut."

Gegen Besiktas erstmals dabei: Lykogiannis

  • KONKURRENZKAMPF IN DER DEFENSIVE: In der Vorsaison wurde Sturm in wichtigen Phasen aufgrund von Verletzungen oder Sperren eine zu dünne Kaderdecke das eine oder andere Mal zum Verhängnis. Diesem möglichen Problem versucht man vorzubeugen. Mit dem Engagement von Charalampos Lykogiannis haben die Grazer auch auf der linken Abwehrseite noch einmal nachgerüstet und erhöhen damit den Druck auf Christian Klem, dem diese Seite in der Vergangenheit zumeist kampflos überlassen wurde. "Für mich heißt es jetzt, dass ich mich voll reinhauen muss. Konkurrenzkampf ist wichtig, wir haben jetzt eine sehr ausgeglichene Mannschaft. Damit hoffen wir, dass wir so den einen oder anderen Ausfall leichter kompensieren können", kommentiert der 24-Jährige die Verpflichtung des Griechen. Klem drohte unter der Woche mit einer Knöchelverletzung sogar länger auszufallen, letztendlich war aber alles halb so wild. "Mir ist ein Mitspieler unglücklich auf den Fuß gefallen und das hat am Anfang sehr weh getan. Es ist aber von Tag zu Tag besser geworden und es ist sich Gott sei Dank ausgegangen", so der routinierte Grazer, der in Hartberg 90 Minuten durchspielte und sich mit Dobras spielerisch gut verstand. Ab wann Lykogiannis voll einsatzfähig sein wird, ist noch offen. Die Sturm-Fans können dem 21-Jährigen aber schon demnächst auf die Beine schauen: "Er hat bei Olympiakos erst drei Tage trainiert und jetzt bei uns zwei Einheiten gemacht. Es wird noch eine gewisse Zeit benötigen, aber am Mittwoch im letzten Test gegen Besiktas wird er auf jeden Fall eine Halbzeit lang zum Einsatz kommen", kündigt Foda an.

Roman Kienast hat wieder Großes vor

  • VARIABILITÄT IN DER OFFENSIVE: Im Angriff machte sich bei manchen Sturm-Anhängern zuletzt Besorgnis breit. Roman Kienast und Bright Edomwonyi waren verletzt und Josip Tadic konnte bislang gar nicht überzeugen. In Hartberg hat Letzterer in seinem 23. Pflichtspieleinsatz für Sturm erstmals getroffen - und zwar gleich doppelt. Nicht nur Sturm-Partner Kienast freute sich für seinen Teamkollegen nach dem Ende seiner Durststrecke, auch Foda war die Erleichterung anzusehen. "Er hat sich nie hängen lassen, obwohl die Situation für ihn sehr schwierig war. Das ist einfach eine professionelle Einstellung. Er hat in der Vorbereitung gut gearbeitet, deshalb hat er auch gespielt. Jetzt wird er für seinen Einsatz auch belohnt", hofft der Trainer, dass der Knoten beim Weltenbummler endlich geplatzt ist. Aber auch Kienast, der beim gefühlvollen Heber zum 6:0-Endstand seine fußballerische Klasse bewies, traut sich weitere große Taten zu: "Ich fühle mich von Tag zu Tag besser, diesmal habe ich wieder gemerkt, dass ich mich ballsicher fühle. Mir gelingt auch einiges und mit dem Tor steigt natürlich das Selbstvertrauen." Mit ihm, Tadic und Edomwonyi, der in Hartberg einen Assist besteuerte, hat Foda nun die Wahl: "So ein interner Kampf erhöht absolut die Qualität im Training. Da will jeder spielen, vor allem wenn es dann zu den internationalen Spielen geht. Da muss sich der Trainer dann entscheiden", meint der Routinier. Foda selbst will Kienast und Edomwonyi noch Zeit geben: "Sie haben aufgrund ihrer Verletzungen noch Nachholbedarf. Mit Klaric haben wir auch noch einen jungen Spieler in der Hinterhand, Dobras kann ganz vorne spielen, wir haben es auch schon mit Donis probiert. Es war einfach unser Ziel, variabel zu sein. Und wenn alle topfit sind, haben wir gute Möglichkeiten dazu."

 

Andreas Terler

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