"Wir können die Saison retten"

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"Es ist eben sehr viel Kopfsache"

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Strahlende und glückliche Gesichter wohin das Auge reichte.

Der 3:0-Auswärtssieg im ÖFB-Cuphalbfinale gegen den WAC war Balsam auf die Seelen der zuletzt gebeutelten Akteure der Wiener Austria.

„Es tut unheimlich gut, einmal wieder einen schönen Tag erleben zu können. Das haben wir uns hart erarbeitet und mussten lange darauf warten. Heute ist ein gutes Spiel mit einem schönen Sieg belohnt worden“, erklärte Mario Leitgeb gegenüber LAOLA1.

Der Steirer erzielte unmittelbar nach der Führung durch Lukas Rotpuller (64.) den zweiten violetten Treffer (67.) und sorgte somit für die Vorentscheidung.

„Nach dem 2:0 war die Partie quasi gelaufen. Ich hatte jedenfalls das Gefühl, dass sich der WAC danach ein wenig ergeben hat“, so der defensive Mittelfeldspieler.

Und spätestens nach James Hollands Premieren-Treffer im violetten Dress (72.) war allen Beteiligten klar, dass der große Wunsch nach einer Final-Teilnahme Realität werden würde.

„Es ist unheimlich schön, im Finale zu stehen, das haben wir uns heute beinhart erarbeitet. Im Endspiel wollen wir alles rausholen und die Chance nützen, eine verkorkste Saison positiv abzuschließen“, meinte Rotpuller.

„Man muss auch einmal einen Arschtritt bekommen“

Die Wiener zeigten sich gegenüber der desolaten Vorstellung am Sonntag gegen Altach (0:2) jedenfalls stark verbessert. Die Ursachenforschung der letzten Tage trug Früchte.

„Wir haben alles angesprochen, was nicht gepasst hat. Unser Auftreten war viel zu lethargisch. So kann man sich als Austria Wien nicht präsentieren. Vor dem Spiel haben wir uns gesagt, die Chancen gegen den WAC stehen 50:50. Man muss immer positiv denken, muss den Kopf immer oben haben. Das wird im Leben immer so sein. Wenn man immer  nur negativ denkt, wird nicht viel rauskommen. Der Trainer hat uns aufgebaut, hat uns Kraft gegeben“, so Austrias 1:0-Torschütze.

Alexander Grünwald ergänzte: „Der Trainer hat die richtigen Worte gefunden. Das hat man am Platz gesehen. Was er genau gesagt hat, bleibt aber intern. Nur so viel: Man kann nicht nur gestreichelt werden, sondern muss auch einmal einen Arschtritt bekommen. Es hat gefruchtet.“

„Schritt in die richtige Richtung“

FAK-Coach Andreas Ogris meinte über sein „Aufbauprogramm“: „Die Spieler haben eingesehen, dass es so nicht geht. Wir haben in der Vorbereitung die Dinge klar angesprochen, die in Altach falsch gelaufen sind. Wir freuen uns heute sehr über die überzeugende Leistung und vor allem, dass wir im Finale stehen. Das war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben die Chance am Schopf gepackt, denn das ist unsere letzte Chance auf Europa.“

Dass die Vorstellungen der Veilchen zuletzt nicht den Ansprüchen des Vereins gerecht wurden, bemängelte auch Sportdirektor Franz Wohlfahrt. Dementsprechend erfreut zeigte sich der Kärntner nach dem Aufstieg.

„Es ist eben sehr viel Kopfsache“

„Ich bin glücklich, auch für die Mannschaft. Ich vergönne ihr diesen Erfolg nach den langen Wochen, in denen sie immer und teilweise zurecht eine drauf bekommen hat. Ich hoffe, dass es ihnen psychologisch hilft. Es ist deutlich ersichtlich, dass du nach einer Zwei-Tore-Führung die Zweikämpfe klar gewinnst und die Sicherheit im Passspiel zurückkommt. Es ist eben sehr viel Kopfsache. Dieser Sieg war auch wichtig für die Liga, denn da werden wird die Zügel schon straff halten. Es ist wichtig, dass wir zeigen, dass wir bisher unter unserem Wert gespielt haben. Deshalb wollen wir den Elan jetzt mitnehmen“, versicherte der 50-Jährige.

Dass der Erfolg eine Initialzündung für einen letzten Angriff auf Tabellenplatz fünf, der den Veilchen -egal wie das Cup-Finale endet - ein fixes Europacup-Ticket einbringen würde, glaubt Wohlfahrt nicht: „Das liegt nicht mehr in unserer Hand. Der Abstand ist zu groß. So realistisch muss man sein.“

Selbst die Protagonisten beziffern die Chancen darauf als äußerst gering. „Solange es punktemäßg möglich ist, müssen wir es natürlich versuchen. Das es aber fast unmöglich ist, liegt auf der Hand“, gesteht Rotpuller.

„…dann wären wir Erster“

Leitgeb: „Wir brauchen nicht auf die Tabelle schauen. Wir werden noch alles probieren und unseren Fans schöne Spiele schenken. Die haben das auch verdient. Dann wird man sehen, was am Ende rauskommt. Wir haben in der Meisterschaft einfach zu viel verbockt, umso mehr werden wir alle Kräfte mobilisieren, um im Endspiel die Sensation zu schaffen.“

Bis zum Finale am 3. Juni in Klagenfurt will man sich aber nicht schonen. „Wir müssen in den letzten Runden alles reinhauen. Wir wollen keine Urlaubsstimmung in der Meisterschaft. Das geht nicht, denn wir müssen uns auf das schwere Finale vorbereiten“, fordert Wohlfahrt.

Die heurige Cup-Bilanz mit einem Torverhältnis von 22:0 ist laut Rotpuller „unglaublich. So etwas bräuchten wir auch in der Liga.“

Grünwald abschließend: „Wenn man diese Bilanz auf die Meisterschaft ummünzen würde, wären wir wahrscheinlich Erster. Doch Liga und Cup sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Aber wir haben durch das Finale die Chance, die Saison zu retten.“

 

Martin Wechtl

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