"Man hat nicht viel Unterschied gesehen!"

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Sie hätten sie gerne eingetauscht, die Komplimente. Am liebsten gegen den Finaleinzug, gegen die große Sensation.

Aber weil Red Bull Salzburg derzeit einen überragenden Jakob Jantscher in seinen Reihen hat, steht der haushohe Favorit im Finale des ÖFB-Cups. Und nicht der TSV Hartberg.

Dass sich der Bundesliga-Tabellenführer gegen das Erste-Liga-Schlusslicht dabei nicht unbedingt mit Ruhm bekleckerte und sich nicht beschweren hätte dürfen, wenn der Underdog weitergekommen wäre, nützte Hartberg nach dem 0:1 herzlich wenig.

„Man hat nicht viel Unterschied gesehen“

„Die Enttäuschung ist schon sehr groß, weil wir gute Chancen auf ein Tor hatten. Wenn wir das 1:0 gemacht hätten, hätte der Sieger TSV Hartberg geheißen. Wir haben trotzdem ein großes Spiel gemacht – man hat nicht viel Unterschied gesehen“, resümierte TSV-Coach Walter Hörmann.

Auch Robert Strobl wusste, dass gegen die „Bullen“ an diesem Tag mehr drin gewesen wäre: „Die Möglichkeiten waren da, leider konnten wir keine davon nutzen. Immerhin konnten wir die Partie 80 Minuten offen halten. Ich glaube, es war keiner unzufrieden mit uns.“

Erstes Cup-Finale in der RB-Ära

Unzufrieden waren am Ende natürlich auch die Salzburger nicht.

Mit minimalem Aufwand zog die Moniz-Truppe erstmals in der Red-Bull-Ära ins Cup-Finale ein.

„Der Finaleinzug bedeutet enorm viel. Es stärkt das Selbstvertrauen der Mannschaft, denn nur mit Preisen bekommst du eine breite Brust“, war der Niederländer zumindest mit dem Ausgang glücklich.

Rapid-Spiel in den Köpfen

Ein Mitgrund für die durchwachsene Leistung war unter anderem der Schlager gegen Rapid. Der spielte nämlich in den Hinterköpfen der Spieler mit – vor allem gegen Ende der Cup-Partie.

„Ich habe mir in der 70. Minute gedacht: Bitte keine Verlängerung. 120 Minuten wären hinsichtlich Sonntag nicht gut und ein Vorteil für Rapid gewesen“, erklärte Martin Hinteregger.

Moniz erkannte ebenfalls, dass seine Mannschaft nicht nur ans Cup-Finale dachte: „Das Rapid-Spiel war natürlich in den Köpfen, auch wenn ich versucht habe, es bei den Spielern auszublenden.“

Vorentscheidung am Sonntag?

Ab sofort dürfen Walke und Co. offiziell an das möglicherweise vorentscheidende Meisterschaftsspiel denken.

Bei drei Punkten Vorsprung auf die Hütteldorfer könnte Salzburg am Sonntag einen großen Schritt Richtung Titel machen.

„Wenn wir ein gutes Ergebnis erzielen, hätten wir weiter alles in eigener Hand“, weiß Moniz.

Und Hinteregger konnte die Vorfreude aufs das Spitzenspiel nicht verbergen: „Die Kulisse wird der Wahnsinn sein, es wird ein geiles Spiel werden. Sollten wir gewinnen, wäre das sicher die Vorentscheidung.“

Kurt Vierthaler

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