"Bei der Austria herrscht immer Druck"

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Der 19. April 2011 – ÖFB-Samsung-Cup-Viertelfinale.

Die Wiener Austria kassiert daheim eine 0:4-Schlappe gegen Erste-Liga-Klub Austria Lustenau.

Knapp ein Jahr später bietet sich den Veilchen die Möglichkeit zur Revanche.

Wie es der Zufall will, treffen die Violetten auch heuer im Viertelfinale (Mittwoch ab 18:00 Uhr im LIVE-Ticker) auf die Vorarlberger – diesmal allerdings auswärts.

Cup vor Augen, Derby im Hinterkopf

Für Brisanz ist gesorgt, zumal auf die Austria nur vier Tage später das große und richtungsweisende Wiener Derby gegen Rapid wartet.

Die Spieler gehen mit der Situation professionell um. Obwohl das Prestigeduell gegen den grün-weißen Erzrivalen bereits im Hinterkopf herumschwirrt, gilt dem Cup-Duell die volle Konzentration.

„Wir wollen unbedingt weiterkommen. Letztes Jahr haben wir mit Lustenau ganz schlechte Erfahrungen gemacht. Das soll uns nicht noch einmal widerfahren. Deshalb sind wir voll bei der Sache. Danach freuen wir uns auf das Derby“, gesteht Michael Liendl im Gespräch mit LAOLA1.

„Wir sind gewarnt“

Der 26-Jährige hat seine Lehren aus dem letztjährigen Cup-Debakel gezogen: „Die beiden Mannschaften haben sich natürlich verändert, nichtsdestotrotz sind wir gewarnt. Dass man keinen Gegner mehr leicht nehmen kann, haben wir letztes Jahr gesehen.“

Der Mittelfeldspieler, der seine Wurzeln in Vorarlberg hat, freut sich jedenfalls auf die Rückkehr in seine Heimat. „Meine Eltern und meine Freunde werden zuschauen kommen. Ich war ja schon lange nicht mehr daheim“, stellt Liendl, dessen Zukunft in Wien-Favoriten unklar ist, fest.

Das erste Angebot zur Verlängerung hat er abgelehnt. „Nicht aber aus privaten Gründen, sondern weil ich noch ein bisschen warten will. Ich wollte mich einfach noch nicht so früh festlegen. Mal schauen, was die nächsten Wochen bringen“, ist der werdende Vater in alle Richtungen offen.

„Bei Austria immer Druck“

Eine klare Vorstellung hat Austrias Nummer 18 über die Bedeutung des Cup-Bewerbs. „Der Cup ist eine große Chance, um auch nächstes Jahr international vertreten zu sein. Die wollen wir nützen.“

Ein Erfolgserlebnis im Ländle wäre doppelt wichtig. Erstens würde man dem Vorhaben Europa-League-Startplatz einen Schritt näher kommen, zweitens keine Unruhe vor dem Duell gegen Rapid aufkommen lassen.

Einen speziellen Druck verspüre der Linksfuß nicht, wobei er zugibt, dass „es bei der Austria immer Druck gibt. Wir wollen in der Meisterschaft dran bleiben und auch im Cupbewerb weiterkommen. Wenn die Ergebnisse nicht stimmen, wird es natürlich unangenehm.“

Selbstvertrauen getankt

Daher sei der Erfolg in Ried am vergangenen Samstag Gold wert gewesen. „Der Sieg im Innviertel war wichtig. Wichtig für die Tabelle und das Selbstvertrauen. Wir haben davor gegen Sturm und Salzburg jeweils sehr unglücklich den Sieg liegen gelassen. Grundsätzlich können wir mit der Leistung gegen die drei Top-Teams aber zufrieden sein. Wir sind auf einem guten Weg.“

Um diesen Weg auch bis an die Spitze zu gehen, benötigt es am Sonntag im 301. Wiener Derby drei Punkte. Dessen ist sich Liendl bewusst.

„Tabellenkonstellation ist bei einem Derby egal“

Die Motivationsspritze, den Hütteldorfern bei einem Sieg bis auf einen Punkt nahe zu rücken,  braucht es jedoch gar nicht.

„Die Tabellenkonstellation ist bei einem Derby egal. Man will dieses Spiel immer gewinnen. Es gibt auch meistens keinen klaren Favoriten. Leicht ist das Spiel nie, es ist immer ein Duell auf Augenhöhe und meistens entscheiden Kleinigkeiten den Ausgang.“

Doch allzu viele Gedanken über Rapid möchte sich der Kreativ-Spieler jetzt gar nicht machen – noch nicht…

Martin Wechtl

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