Kragls steiniger Weg

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EIn junger Stürmer sucht den Weg zurück

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Zweifelsohne ist es bislang nicht die Saison des Lukas Kragl.

Seit dem Abstieg mit dem LASK füllt der Stürmer in Linz höchstens eine Nebenrolle aus. In der Ersten Liga wartet der 21-Jährige noch immer auf den ersten Einsatz von Beginn an.

„Es ist eine Tatsache, dass ich aktuell nicht dort bin, wo ich gerne sein würde“, hält der 21-Jährige im Gespräch mit LAOLA1 fest.

Verletzungspech und gescheiterter Wechsel

Rückschläge pflasterten in dieser Spielzeit seinen Weg. Angefangen von einer durch Krankheit erfüllten und daher suboptimalen Vorbereitung bis hin zum gescheiterten Wechsel zu Rapid.

Hätte Hamdi Salihi die Hütteldorfer im Sommer verlassen, wäre der Oberösterreicher nach Wien ausgewandert.

„So war es besprochen“, schildert Kragl, der so schnell wie kaum ein anderer Angreifer in Österreich sprinten kann, auf der anderen Seite aber auch mit seiner Abschlussschwäche (fünf Tore in 45 Profi-Pflichtspielen) zu kämpfen hat.

Bekanntlich blieb der Albaner ein Grün-Weißer und damit der zweifache ÖFB-U21-Teamspieler ein Schwarz-Weißer.

Abgesehen vom Verletzungspech verbesserte auch diese Thematik Kragls Position unter Trainer Walter Schachner nicht.

Der Youngster erklärt: „Es hat jeder über den Wechsel gesprochen und der Trainer hat auch damit gerechnet, dass ich im Sommer gehe. Weil dann kein Angreifer mehr hier gewesen wäre, hat er drei neue geholt. Dann waren vier da und von einem, nämlich mir, wusste man, dass er zu diesem Zeitpunkt weg wollte. Da lässt man natürlich die spielen, die auch zukünftig hier sein würden.“

Schachner begründete die Nichtberücksichtigung zu Saisonbeginn wie folgt: „Er drängt sich nicht auf.“

Festgefahrene Stammelf

Nach dem Gastspiel bei der Vienna (1:0) in der fünften Runde schlug erneut der Verletzungsteufel zu. Eingerissene Bänder im Knöchel warfen den Linzer wieder zurück.

Zwischen seinen Kurzeinsätzen eins und zwei sowie drei bis fünf lagen heuer neun Runden. In dieser Zeit hatte sich das Stürmer-Paar Hannes Aigner und Harald Unverdorben endgültig unter Schachner etabliert. Und der Steirer ist offenkundig kein Trainer, der gerne rotiert.

„Ich glaube, das geht uns auch ein wenig ab, dass wir keine zwei unterschiedlichen Sturmpartner haben. Wir haben unsere Stammelf, an der wird nicht viel verändert. Möglicherweise ändert sich das in näherer Zukunft“, hofft Kragl.

Aktuell ist der Angreifer, der 2009 unter Hans Krankl in der Bundesliga debütierte, Stürmer Nummer drei im LASK-Kader, auch weil Florian Templ den Rest der Herbstsaison ausfällt.

Den Kampf um einen Stammplatz hat Kragl aufgenommen. Partien wie das 0:3-Heimdebakel gegen Austria Lustenau spielen ihm – mit bitterem Beigeschmack – in die Karten.

Stammelf und Aufstieg als Idealfall

Sein Gameplan für diese Saison würde aber ohnehin die beiden großen Ziele vereinen: „Ich will mich wieder in die Startelf pressen und dann gute Spiele abliefern. Im Idealfall spielen wir weiter oben mit, schaffen den Aufstieg und sind dann wieder in der Bundesliga.“

Kragl sieht sich jedenfalls für die Startelf bereit: „Ich denke schon, dass ich bei meinen Einwechslungen immer Akzente setzen konnte. Etwa beim Heimspiel gegen die Vienna, wo durch Leo (Kaufmann, Anm.) und mich Schwung hineingekommen ist. Ich würde jedenfalls nicht sagen, dass ich nicht in der Ersten Liga in der Stammelf spielen könnte.“

Der Liga-Alltag geht für die Schwarz-Weißen erst am Samstag mit dem Heimspiel in Grödig weiter. Am Nationalfeiertag wartet im ÖFB-Cup-Achtelfinale Red Bull Salzburg auf die Linzer.

Ambivalente Erinnerungen an Salzburg

Mit Salzburg verbindet Kragl ambivalente Erinnerungen. Auf der einen Seite erzielte der Stürmer im Frühjahr den Goldtreffer zum sensationellen 1:0-Sieg des designierten Absteigers beim damals regierenden Meister.

„Wir haben dort in der jüngeren Vergangenheit eigentlich immer eine gute Figur abgegeben. Und im Cup ist auch alles möglich“, ist der Stürmer optimistisch.

Auf der anderen Seite verbindet Kragl mit Salzburg auch schlimme Erinnerungen, hatte er doch Torhüter Eddie Gustafsson in der Saison 2009/10 Schien- und Wadenbein gebrochen.

Diese Augenblicke konnte der Stürmer mit der Zeit aus dem Kopf entfernen, vor allem dank des Kapitäns der „Bullen“.

„Ich bin mit Eddie sehr gut verblieben. Er hat mir gesagt, dass alles passt, ich mir keinen Kopf machen und normal weiterspielen soll. Auch, dass ich mich jetzt nicht andauernd melden brauche, denn die Sache ist für ihn abgehakt“, schildert Kragl seinen „Beziehungsstatus“ zum Schweden.

Neue Situation für Kragl

Tage und Wochen nach diesem 18. April 2010 prasselte Kritik en masse auf den damals 20-Jährigen ein, der LASK-Coach dieser Tage, Helmut Kraft, musste ihn aus der Schusslinie nehmen.

„Ob es mich zurückgeworfen hat?“, wiederholt Kragl die Frage. „Kann sein. Insofern, als dass ich einige Zeit nicht so Zweikämpfe geführt habe wie zuvor. Jetzt habe ich es aber nicht mehr im Kopf, auch wenn ich Reporter über mein Zweikampfverhalten reden höre.“

Aktuell hat der Angreifer aber ohnehin mit einer neuen Situation zu kämpfen. Das Leben als Reservist kannte er bislang weder in der Jugend, noch bei den Amateuren oder bei den Profis.

„Seit ich beim LASK bin, habe ich zuvor so ziemlich jedes Spiel von Anfang an gespielt – außer ich war verletzt und kam nach meiner Rückkehr in den Kader von der Bank. Ich hatte auch nie so richtige Konkurrenz wie jetzt. Mit dieser neuen Situation muss ich umgehen lernen.“

Damit es doch noch eine Saison des Lukas Kragl wird – und ein hoffnungsvoller Stürmer des LASK nicht weitere Abstiege verzeichnet.

 

Bernhard Kastler

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