Durchbruch über Umwege

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Durchbruch über Umwege

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Seit genau einem Monat ist bei Red Bull Salzburg der Wurm drin.

Am 25. September setzte es für den Meisterschafts-Favoriten gegen die Admira die erste Niederlage in der Liga - quasi der Startschuss für die aktuelle Unserie.

Vier Spiele (drei Pleiten, ein Remis) ist die Moniz-Truppe nun schon sieglos, nur auf europäischer Ebene holten sich Schiemer und Co. ein wenig Selbstvertrauen.

Doch viel Zeit über die vergangenen, meist unerfreulichen Wochen nachzudenken, bleibt den „Bullen“ nicht.

Cup-Doppel gegen Linz

Schon am Mittwoch bietet sich im Cup-Achtelfinale gegen Bundesliga-Absteiger LASK die nächste Chance zur Wiedergutmachung.

Einen Tag zuvor haben es die Juniors im Salzburg-Linz-Städtevergleich mit den Blau-Weißen zu tun.

Für die Nachwuchs-„Bullen“ eine weitere Möglichkeit, sich ins Rampenlicht und vielleicht auch in den Profikader zu spielen.

LAOLA1 zeigt, welche Juniors sich in den vergangenen Jahren für einen anderen Weg entschieden und es trotzdem – oder vielleicht genau deshalb - geschafft haben.

Stefan Schwab (Abgang Sommer 2010):

Technisch gut, ballsicher, zweikampfstark und noch dazu torgefährlich: Ein Spielertyp wie Stefan Schwab stünde jeder Mannschaft gut zu Gesicht. Dass Red Bull den gebürtigen Salzburger, der viel für die Identifikation beitragen hätte können, leichtfertig ziehen ließ, ist so unverständlich wie fahrlässig. Über den Umweg FC Lustenau landete der 21-Jährige bei der Admira, wo er mittlerweile zu den absoluten Leistungsträgern zählt. Schwab stand elf Mal in der Startelf (ein Mal war er gelbgesperrt) und hat neben Plassnegger und Jezek die meisten Einsatzminuten vorzuweisen. Hätte Red Bull etwas mehr Geduld mit dem Eigengewächs gehabt, hätte man diesen Sommer mit Luigi Bruins nicht einen weiteren Legionär holen müssen, um die Schwachstelle zentrales Mittelfeld zu verstärken. Ein klassisches Eigentor.

 

Issiaka Ouedraogo (Abgang Sommer 2010):

Experten staunten nicht schlecht, als Didi Kühbauer im Sommer Issiaka Ouedraogo aus dem Hut zauberte. Der Stürmer aus Burkina Faso kam mit der nicht gerade beeindruckenden Empfehlung von vier Toren aus 33 Erste-Liga-Spielen für Grödig in die Südstadt. Doch bei der Admira zeigte der technisch versierte Angreifer, was in ihm steckt: Mit sieben Punkten (vier Tore, drei Vorlagen) liegt der 23-Jährige auf Rang fünf der Liga-Scorerliste. Einen wie Ouedraogo könnten die „Bullen“, die ihn immerhin zwei Jahre ausbildeten, aktuell gut gebrauchen.

 

Marco Meilinger (Abgang Sommer 2011):

Zusammen mit Georg Teigl und Daniel Offenbacher zählte Meilinger diesen Sommer zu den drei heißesten Anwärtern auf einen Durchbruch bei Salzburg. Geschafft hat es letztlich keiner so wirklich. Am ehesten noch Teigl, aber auch er kam bislang nur auf 178 Einsatzminuten in der Liga. Meilinger wollte sich das ewige Warten ersparen und nahm den Umweg Ried. Dort hat der 20-jährige Salzburger jetzt schon fast so viel Einsatz-Zeit bekommen, wie Teigl und Offenbacher zusammen. Als Krönung durfte er vergangene Runde gegen Mattersburg sein erstes Bundesliga-Tor bejubeln. Meilinger darf sich leise ins Fäustchen lachen – alles richtig gemacht!

 

Stefan Lainer (Abgang Sommer 2011):

Fränky Schiemer will es ungern, Stefan Hierländer kann es nicht wirklich – nämlich den rechten Part der Viererkette spielen. Somit hat Trainer Moniz zu Christian Schwegler, mit dem er auch nur bedingt zufrieden ist, keine richtige Alternative. Stefan Lainer wäre so eine. Nur hat der Sohn von Austria-Salzburg-Legende Leo Lainer den SV Grödig vorgezogen und damit so wie Schwab, Meilinger und Co. alles richtig gemacht. Der 19-Jährige spielte 15 von 16 Spiele (ein Mal war er rotgesperrt) durch und erzielte dabei drei Tore. Das Gute für Salzburg: Lainer ist so wie Meilinger nur ausgeliehen, könnte also nach einem Jahr wieder zur Mannschaft stoßen.

 

Harald Pichler (Abgang Sommer 2010):

Wie wichtig Pichler für Rapid-Coach Schöttel ist, zeigt alleine die Einsatzstatistik: Mit 764 Minuten rangiert der gebürtige Kärntner auf Rang fünf der internen Rangliste. Ob Innenverteidigung oder defensives Mittelfeld  - Schöttel weiß den ungebrochenen Einsatz und die Kampfkraft des 24-Jährigen zu schätzen. Bei Salzburg reichte es dagegen nur für die Juniors, vom Profikader war Pichler meilenweit entfernt. Also suchte und fand der Linksfuß bei Wacker Innsbruck sein Glück und empfahl sich dort für höhere Aufgaben. Angesichts der oft nicht wirklich sicher wirkenden RBS-Verteidigung wäre Pichler eine willkommene Alternative.

 

Stefan Ilsanker (Abgang Sommer 2010):

Nicht wenige sahen in Ilsanker einen künftigen Stammspieler bei den Salzburg-Profis. Der Sohn von Tormann-Legende Herbert Ilsanker galt als hoffnungsvolles Talent, war schon mit 18 Stammspieler der Juniors und klopfte laut am Profi-Kader an. Zu einem Bundesliga-Einsatz hat es jedoch nie gereicht, lediglich im Cup und in der CL-Quali durfte der defensive Mittelfeldspieler insgesamt zwei Mal ran. Kein Wunder, dass der heute 22-Jährige vergangenen Sommer Salzburg Richtung Mattersburg verließ. Bei den Burgenländern hat sich der gebürtige Salzburger zur Stammkraft gemausert, ehe ihn Ende September ein Mittelfußknochenbruch bremste.

 

Clemens Walch (Abgang Sommer 2008):

Zwei Jahre wartete Walch auf seinen Durchbruch bei Salzburg. 2006 kam der Tiroler als großes Talent in die Mozartstadt, für mehr als eine Teilnahme am Trainingslager der Profis (Dubai 2008) reichte es aber nicht. Mittlerweile kickt der 24-Jährige in der deutschen Bundesliga bei Kaiserslautern. Zwar nicht als Stammspieler, aber immerhin ist Walch regelmäßig dabei. Für die österreichische Bundesliga würde sein Können wohl allemal reichen.

 

Alexander Aschauer (Abgang Winter 2011):

Bei der Austria war man 2008 alles andere als erfreut, als Red Bull den Wiener nach Salzburg lotste. Der 1,90-Meter-Mann galt als eines der größten Stürmer-Talente, dementsprechend wollte man Aschauer auch aufbauen. Doch der damals 16-Jährige zog Red Bull vor, sah dort offenbar bessere Chancen. Unter Huub Stevens war der Angreifer auch gar nicht weit weg vom Profikader, durfte regelmäßig mittrainieren und debütierte auch in der Meister-Saison 2009/10 für die Kampfmannschaft. Im Winter dieses Jahres wechselte Aschauer überraschend zum VfB Stuttgart, wo er in der zweiten Mannschaft spielt. Dort machte er erst vergangenes Wochenende mit einem Hattrick auf sich aufmerksam.

Kurt Vierthaler

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