"Ich verstehe Rapid nicht"

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"Wenn es schief geht, gibt es Vorwürfe"

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Es ist der Kracher zum Auftakt der 1. ÖFB-Cup-Runde und ist ein Bundesliga-Klassiker vergangener Tage: LASK gegen Rapid.

Aktuell tümpelt der Linzer Traditionsklub aber nur in der Regionalliga herum, weshalb die Schwarz-Weißen gegen die Hütteldorfer klarer Underdog sind. Was im Cup allerdings nichts heißen muss.

Pasching, vergangene Saison hinter dem LASK Zweiter in der Regionalliga Mitte, gewann auf dem Weg zum sensationellen Cup-Gewinn bei Rapid und machte es dem LASK sozusagen vor.

Die Linzer, die am Freitag noch den Ex-Grödiger Ernst Öbster verpflichteten, wollen gegen die Mannschaft von Trainer Zoran Barisic das Kunststück wiederholen. Vor dem Duell (heute, 16:30 Uhr) sprach LAOLA1 mit Trainer Karl Daxbacher.

LAOLA1: Haben Sie sich über das Los Rapid gefreut?

Karl Daxbacher: (lacht) Mehr gefreut hat sich wohl unser Präsident (Peter-Michael Reichel, Anm.). Wirtschaftlich ist es natürlich eine gute Sache und wir hoffen, dass möglichst viele Zuschauer kommen. Sportlich gesehen ist es ein wenig problematisch, weil wir erst in der zweiten Woche der Vorbereitung sind und bislang fast jeden Tag auch Testspieler da hatten. Das hat die Vorbereitung beeinträchtigt. Wir haben das Programm noch nicht optimal durchziehen können, sind also auch noch nicht auf dem Level, den wir uns wünschen würden. Trotz allem haben wir die Chance, wenn alles optimal läuft, Rapid zu schlagen.

LAOLA1: Hat es für Sie als Austria-Ikone besondere Bedeutung gegen Ihren Erzrivalen zu spielen?

Daxbacher: Ich würde das gar nicht so auf mich und meine Austria-Vergangenheit beziehen, aber Rapid ist natürlich die Mannschaft, die die meisten Zuschauer hat und bringt. Es ist einfach interessant, gegen Rapid zu spielen. Ebenso würde ich aber auch gerne gegen die Austria antreten und gewinnen.

LAOLA1: Rapid hat am Freitag gegen Paris Saint Germain gespielt, am Samstag Tag der offen Tür. Wie frisch erwarten Sie Rapid? 

Daxbacher: Es ist für mich nicht ganz nachvollziehbar, dass man so etwas macht. Das muss ich ehrlich sagen. Vielleicht haben sie in der ersten Runde mit einem schwächeren Gegner gerechnet, ich weiß es nicht. Ich würde es als Verein nicht machen. Der Termin der 1. Cup-Runde war bekannt. Sicher ist Paris Saint Germain ein reizvoller Gegner, aber es geht auch um sehr viel im Cup. Dort will Rapid wohl auch weit kommen und ihn gewinnen. So gesehen hätte ich es anders gemacht. Wenn es schief geht, dann gibt es sicher Vorwürfe.

LAOLA1: Rapid hat ein miserables Frühjahr hinter sich, Tiefpunkt war das Aus im Cup zu Hause gegen Pasching. Ist Rapid für einen Regionalligisten a la LASK schlagbar geworden?

Daxbacher: Pasching hat es eindrucksvoll bewiesen, aber die Favoritenrolle ist klar verteilt. Rapid hat einfach die bessere Mannschaft. Nichtsdestoweniger geht es im Fußball eng zu, Pasching hat es vorgezeigt, die haben ja völlig verdient dort gewonnen. Wir haben sie in der Meisterschaft hinter uns gelassen, was zeigt, dass wir beide gute Mannschaften sind.

LAOLA1: Was ist der Plan für das Spiel?

Daxbacher: Das Wichtigste ist, Selbstbewusstsein zu zeigen. Man darf nicht verhalten agieren, sondern muss sich etwas zutrauen. Pasching hat das wirklich vorgemacht. Rapid war sicherlich damals am Tiefpunkt, aber Pasching hat es auch gegen Salzburg und Austria gezeigt, was möglich ist. Wir selbst haben Grödig und Mattersburg eliminiert und mit zehn Spielern in Ried ein Remis nach 90 Minuten geholt. Das zeigt schon, dass der Unterschied nicht so groß ist und dass man nicht chancenlos in die Partie geht.

LAOLA1: Der LASK hat seinen Torschützenkönig Radovan Vujanovic nach dessen eigentlicher Grödig-Zusage doch noch halten können. Was ist Ihr Anteil daran?

Daxbacher: Es war wohl etwas Überzeugungsarbeit von mir dabei, dass er doch geblieben ist. Das ist für uns natürlich ganz wichtig, denn ein Spieler, der 32 Tore erzielt, den findet man nicht so schnell wieder.

LAOLA1: Und auch Sie sind geblieben. Was gab den Ausschlag?

Daxbacher: Ich habe nach der Enttäuschung in der Relegation gegen Liefering auch eine Überlegungsphase gebraucht, der Frust war natürlich ein wenig da. Der Präsident hat mir aber schon vor den Spielen signalisiert, dass er unbedingt möchte, dass ich bleibe. Das ist immer wichtig, dass man sowohl von den Fans als auch vom Klub das Vertrauen bekommt.

 

Das Gespräch führte Bernhard Kastler

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