Luxusdampfer vs. Ruderboot

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Hyballa warnt RBS-Profis vor dem "Juniors-Eisberg"

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Egal wie es ausgeht. Am Mittwoch wird in Salzburg noch einmal Cup-Geschichte geschrieben.

Denn das Red-Bull-interne Duell der Profis gegen die eigenen Juniors – ab 19 Uhr live bei LAOLA1 – ist das letzte dieser Art im ÖFB-Cup.

Ab der kommenden Saison sind Zweitteams von Profi-Mannschaften im Cup-Bewerb nicht mehr spielberechtigt.

Wichtig für den Nachwuchs

Juniors-Trainer Peter Hyballa, seit Jahresbeginn in Amt und Anzug, findet das „schade, denn wir brauchen diese Spiele auf höchstem Niveau.“

Schließlich hat er in seiner Mannschaft, die im Winter enorm umgebaut und verjüngt wurde und mit jenem Team, das bis ins Cup-Viertelfinale eingezogen ist, nicht mehr viel gemein hat, hauptsächlich Nachwuchshoffnungen und aufstrebende Talente.

„Wir dürfen – unter Anführungszeichen – nur in der Regionalliga spielen. Das hat nie den Reiz eines Meisterschafts- oder Pokalspiels. Aber genau das ist wichtig für diese jungen Spieler, die einmal in die Bundesliga und irgendwann auch ins Nationalteam sollen.“

"Ausländer sind besten Spieler"

Immerhin: Im Cup sind alle Spieler einsatzberechtigt. Anders in der Regionalliga, wo nur drei Ausländer spielen dürfen.

Auch eine „blöde Regel“, findet Hyballa, der aber zumindest beim „Dosenschießen“ in Wals-Siezenheim seine stärkste Elf aufs Feld schicken kann.

„Die Ausländer sind bei uns die besten Spieler!“

Achtung vor dem Eisberg!

Von einem Testspiel, bei dem der Sieger schon vorher feststeht, möchte der Deutsche, der vor seinem Engagement in Salzburg unter anderem erfolgreich mit der U19 von Borussia Dortmund und dort mit Mario Götze gearbeitet hat, nichts wissen.

„Absprachen gab und gibt es keine, auch keine Stallorder. Bei Vettel und Webber in der Formel 1 ist es auch nicht anders. Das ist Sport, das ist Fußball – der Bessere soll gewinnen.“

Natürlich weiß Hyballa, dass die Rollen klar verteilt sind: „Wir sind klarer Außenseiter, es heißt Luxusdampfer gegen Ruderboot. Aber wir werden alles probieren, um die Profis zu ärgern. Die Geschichte hat gezeigt, dass ja auch schon Luxusdampfer gegen Eisberge gefahren sind.“

38 Zentimeter Luftlinie

Auf die Profis, die ihr Abschlusstraining zeitgleich abgehalten haben, will Hyballa, der seine Spieler auch Elferschießen üben ließ,  gar nicht schauen.

„Ich weiß nicht, mit welcher Mannschaft sie kommen werden, aber es interessiert mich auch gar nicht. Wir ziehen unseren Plan durch.“

Mit Trainerkollege Ricardo Moniz gibt es ständigen Austausch, der Niederländer informiert sich beim 46-Jährigen regelmäßig über die Entwicklung der jungen Spieler.

„Zwischen unseren Büros liegen zum Glück nur 38 Zentimeter Luftlinie“, lacht Hyballa.

Ohne Emotionen ins Duell

Von Moniz gibt es Lob und Anerkennung, weit über die sonst üblichen Floskeln hinaus.

„Ich habe großen Respekt und Achtung vor der Leistung der Juniors, und auch große Sympathie für unseren Nachwuchs.“

Vor dem Cup-Viertelfinale blendet er die Emotionen aber weg, denn: „Wir können und wollen das Double schaffen, aber dafür müssen wir die Juniors schlagen.“

Stephan Schwabl

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