"Nichts ist bei Red Bull sicher"

Aufmacherbild
 

Hochhauser: "Bei Red Bull ist nichts sicher"

Aufmacherbild
 

Heinz Hochhauser war als Mitarbeiter von Red Bull Salzburg bei allen vier Meisterschaften der Ära seit 2005 beteiligt.

2006/07 als Leiter der Akademie, 2008/09 als sportlicher Leiter der Profi-Abteilung, 2009/10 als Nachwuchskoordinator und 2011/12 wiederum als sportlicher Leiter.

Seine Red-Bull-Ära beendete der 65-Jährige allerdings nun schon im Winter. Salzburg und Hochhauser trennten sich einvernehmlich zu Jahresende.

Seither ist der ehemalige Ried-Coach Pensionist. Vor dem Duell zwischen den Innviertlern und dem neuen Meister im Cup-Finale am Sonntag bat LAOLA1 den Oberösterreicher zum Interview:

LAOLA1: Was gibt es Neues bei Heinz Hochhauser?

Heinz Hochhauser: Ich bin seit Jahresbeginn Pensionist und das ist ein Beruf, den ich gerade lerne. Vom Fußball wegzukommen ist nicht so einfach, denn ich habe schließlich 40 Jahre damit verbracht. Aber irgendwann kommt für jeden die Stunde, wo er sagt, nach einer langen Zeit einmal etwas anderes zu machen. Ich bin noch auf der Suche, was das sein könnte, das gebe ich zu, aber es wird auch jeden Monat besser.

LAOLA1: Ist für Sie Fußball definitiv abgeschlossen?

Hochhauser: Es kommt darauf an, was es ist, aber ich denke, dass es wahrscheinlich abgeschlossen ist. Es ist ja nicht so, dass ich nach so langer Zeit im Fußball keinen Job fände. Aber es müsste etwas sein, mit dem ich mich identifizieren kann und wo ich sagen würde, das würde ich gerne noch einmal machen. Das kann ja nicht irgendetwas sein, als ob ich 40 wäre, drei Jahre Trainer bin und das noch 20 Jahren machen muss. Das brauche ich nicht mehr. Wenn sich aber etwas in die Richtung ergeben würde, dann würde ich darüber nachdenken. Momentan ist das aber nicht der Fall.

LAOLA1: Sie waren in Ried Trainer und in Salzburg Sportchef. Zum wem halten Sie im Cup-Finale?

Hochhauser: Ich war vier Jahre in Ried und sechs Jahre in Salzburg. Es geht nicht darum, zu wem ich halte. Ich denke aber, dass Salzburg Cupsieger wird.

LAOLA1: Warum?

Hochhauser: Ried ist Außenseiter. Salzburg ist Meister geworden, hat sich im Frühjahr stabilisiert und hat nun eine einmalige Chance, das Double zu holen. Ich kenne auch die Prämie dafür, denn ich habe sie mit den Spielern noch ausverhandelt. Das lassen sie sich nicht nehmen.

LAOLA1: Wenn wir beim Vergleich bleiben: In Ried ist es wohl angenehmer zu arbeiten?

Hochhauser: Das kann man schon sagen, aber es ist heutzutage im Fußball nirgendwo einfach. Sie können in Senftenberg Trainer sein und da wird es auch nicht so einfach sein, wie viele glauben. Jeder sagt, in Ried wäre es so einfach. Aber dort ist es auch nicht so. Du musst überall Ziele erreichen.

LAOLA1: Ihre Nachfolger kommen mit Peter Vogl und Oliver Glasner aus Ried. Werden Sie es schaffen, das Schiff langfristig auf Kurs zu bringen?

Hochhauser: Ich wünsche es ihnen. Das ist dort nicht einfach. Sie haben eine gute Basis, aber letztlich ist dort nichts sicher.

LAOLA1: Wird Didi Mateschitz mit den beiden die Geduld haben?

Hochhauser: Das glaube ich schon, aber es gibt dort immer noch verschiedene Strömungen. Wenn sie es schaffen, das zu klären, dann können sie dort ein langes Leben haben. Wie lange, das weiß ich nicht. Denn ich war sechs Jahre dort und habe niemanden gesehen, der länger als zwei dabei war. Ich wünsche den beiden aber, dass sie auch zumindest sechs Jahre dort sind.

LAOLA1: RasenBallsport Leipzig haben den Aufstieg neuerlich verpasst. Für Mateschitz auch nicht gerade erfreulich.

Hochhauser: RB Leipzig ist für ihn sehr wichtig und das wird sicherlich intern ein bisschen ein Problem sein. Er ist ein Mensch, der seine Ziele erreichen will. Ob jetzt die Red Bulls in Ghana oder Brasilien aufsteigen, ist ihm nicht so wichtig, aber Leipzig, New York und Salzburg – ich war ja Global Head (of Soccer bei Red Bull) – sind ihm sehr wichtig. Salzburg ist Meister geworden, wird wahrscheinlich Cupsieger und international spielen. Leipzig hingegen hat es wieder nicht geschafft und da glaube ich schon, dass intern eine Spannung aufkommt. Wichtig ist immer Kontinuität, wenn man immer wechselt, wird es auch schwierig. Aber je länger du in der vierten Liga spielst, desto schwieriger wird es auch mit dem Aufstieg. Das wäre schon schade, denn es ist das große Ziel, dass Leipzig aufsteigt.

LAOLA1: Hat Leipzig die oberste Priorität?

Hochhauser: Es ist schon noch mit Salzburg gleichzusetzen, auch mit New York. Das sind die drei Mannschaften, die profimäßig spielen. Leipzig ist zwar vierte Liga, aber da will man rauf in die Bundesliga. In der MLS sollte man auch um den Titel mitspielen. In Brasilien wurde der Titel und der Aufstieg verfehlt. Dort ist es zwar nicht so das Problem, aber letztlich ist man bei Red Bull zum Siegen verpflichtet. Daran wird man auch gemessen.

 

Das Gespräch führte Bernhard Kastler

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen