Ungewohnter Freudentaumel

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Hartberg nach Cup-Sensation im Freudentaumel

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„Vier Tore haben wir Sturm immer noch gemacht, wenn ich an die Vorbereitung denke“, meint Andreas Dober mit einem Grinsen im Gesicht.

Im Winter gewannen die Hartberger ein Testspiel gegen den Meister mit 4:0. Dass dieses Kunststück mit einem 4:2-Sieg nach Verlängerung auch in einem Pflichtspiel gelingt, kam jedoch eher unerwartet.

Dementsprechend groß war der Jubel der Oststeirer nach dem Schlusspfiff im Viertelfinale des ÖFB-Cup-Spiels gegen Sturm Graz.

"Wir hatten viel Glück"

Minutenlang feierten die TSV-Spieler vor dem Gästesektor mit ihren Fans. Da die Anhänger ihre Gesänge nicht beendeten, kamen die Akteuere sogar nochmals aus der Kabine, um die Feier fortzusetzen.

Auch Trainer Walter Hörmann zeigte sich begeistert: „Es ist ein tolles Gefühl, ich freue mich für die Mannschaft.“ Er räumte aber auch ein: „Wir hatten in der ersten Hälfte viel Glück, Sturm war hier wirklich klar überlegen. Wir haben aber etwas glücklich nur ein Tor zugelassen und am Schluss noch ein zweites geschossen. Das war gut für die Moral.“

Nach zahlreichen bitteren Momenten in der Meisterschaft ist der Hörmann-Truppe ein Befreiungsschlag gelungen. Die Motivation und das Selbstvertrauen sollten bei den Hartbergern demnach stimmen, fraglich ist nur, wie gut man die anstrengenden 120 Minuten am Samstag (auswärts in Altach) wegstecken kann.

Euphorie mitnehmen

Warum es in der Meisterschaft nicht so gut läuft, kann Hörmann nicht sagen. Das liegt aber auch daran, dass der Steirer erst seit vergangener Woche im Amt ist. Er beerbte Kurt Garger, der sich nach der 0:3-Heimniederlage gegen FC Lustenau auf eine Auflösung seines Vertrages einigte.

„Wir brauchen einen Lauf. Von den nächsten zwei Spielen müssen wir eines gewinnen, damit wir auch die Euphorie mitnehmen“, stellt Hörmann klar. Mit sieben Punkten Rückstand auf den FC Lustenau ist das rettende Ufer für die Oststeirer acht Runden vor Schluss der Ersten Liga weit entfernt.

Umso schöner, wenn dann auswärts beim Meister ein Sensations-Sieg gefeiert wird. Auch Daniel Gremsl war begeistert: „Gegen Sturm vor so vielen Leuten, das ist schon ein Traum. Vor allem, wenn man in der Höhe gewinnt.“

Dober als "klassischer Zehner"

Eine Erklärung für den Unterschied zwischen den Meisterschafts-Ergebnissen und jenen des Cups fand Stefan Rakowitz: „Unser Problem im Frühjahr war die Chancenauswertung. Heute haben wir gleich die ersten zwei genutzt. Dann sind wir gut ins Spiel gekommen, wir haben sehr gut kombiniert. Das war eine ganz, ganz starke Leistung der Mannschaft.“

Andreas Dober war einer von Hartbergs Matchwinnern. Der Ex-Rapidler holte in der 110. Minute den Elfmeter zur 3:2-Führung des TSV heraus. Schmunzelnd meint der 26-Jährige: „Ich habe den Ball nach vorne gespitzelt, wie ein klassischer Zehner das halt macht, und bin nach einer Berührung umgefallen. Ich glaube, das muss er geben.“

Für das Semifinale wünschen sich die Hartberger ein Heimspiel. „Wenn wir zu Hause vor unseren Fans spielen, ist der Gegner nicht so wichtig. Wir werden den nächsten auch schlagen!“, zeigt sich Daniel Gremsl selbstbewusst.

Walter Hörmann hofft nun, dass sich seine Spieler nicht selbst überschätzen.


Rainer Liebich

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