Risikofreudig oder Fußfesseln?

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FAK: Mut zum Risiko oder "Defensivfesseln"?

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Risikofreudig oder risikolos?

Austria-Trainer Ivica Vastic hat vor dem Semifinale im ÖFB-Samsung-Cup bei der SV Ried (LIVE ab 20:30 Uhr im LAOLA1-Ticker) die Qual der Wahl.

Schickt der 42-Jährige sein Team so wie zuletzt gegen Wacker Innsbruck in einem 4-4-2-System mit zwei echten Spitzen in die Schlacht oder kehrt er zur defensiveren 4-2-3-1-Variante zurück?

Beide Möglichkeiten hätten ihre Berechtigung.

Am 7. April feierten die Veilchen im Innviertel im Rahmen der 29. Runde einen 1:0-Sieg. Damals hatte der violette Chefcoach noch nicht so viel Mut zum Risiko und agierte mit Roman Kienast als Solospitze.

Aufstellung Ried-Austria (29. Runde):

Am vergangenen Wochenende gegen Wacker schickte der Ex-Internationale erstmals in seiner Ära mit Michael Liendl, Alexander Gorgon, Tomas Jun, Roman Kienast und Roland Linz zu Beginn fünf Offensivkräfte aufs Feld. Die Ausbeute konnte sich sehen lassen: Das 3:0 bedeutete den höchsten Sieg im Frühjahr.

Kommt Vastic auf Offensiv-Geschmack?

„Die Spieler haben ihre Sache dabei wirklich gut gemacht“, macht Vasic kein Geheimnis daraus, dass auch ihm die „neue Austria“ sehr gut gefallen hat, er offenbar auf den Offensiv-Geschmack gekommen ist.

Dass Roland Linz mit einer schweren Gehirnerschütterung ausfällt, hat in der Entscheidungsfindung für die Aufstellung wohl keine großen Auswirkungen, denn Ersatzmann Marko Stankovic konnte voll überzeugen und erhielt spezielles Lob. Er wäre bereit.

Aufstellung Austria-Wacker (32. Runde):

Hört man sich bei den Spielern um, ist eine klare Tendenz zur offensiveren Variante zu erkennen. „Für mich als Stürmer ist es natürlich einfacher, wenn wir offensiver auftreten. Ich bekomme mehr Bälle, komme öfter zum Abschluss“, meint Roman Kienast, der als einzige Spitze bisher zu oft in der Luft hing.

„Man hat gesehen, was in uns steckt“

Tomas Simkovic plädiert ebenfalls für eine angriffsorientierten Spielweise: „Wir haben gegen Wacker endlich wieder Fußball gespielt. Es war ein Schritt nach vorne. Es geht aber noch viel, viel mehr. Wir müssen es uns nur zutrauen. Wir können das Kurzpassspiel, die langen Bälle sind nichts für uns.“

„Man hat gesehen, was in uns steckt“, war Kapitän Manuel Ortlechner von der Leistung der Mannschaft angetan.

Obwohl auch AG-Vorstand Thomas Parits glaubt, „dass der Mannschaft das 4-4-2-System voll getaugt hat“, lässt sich Vastic beide Optionen offen.

„Die Balance muss stimmen“

„Wir haben mit einem defensiven System auch recht gut gespielt, hatten zum Beispiel gegen Salzburg gute Aktionen und hätten zwei, drei Tore erzielen können. Damals waren wir aber nicht eiskalt genug. Oder das Spiel in Ried. Auch dort haben wir uns viele Chancen rausgespielt.  Die Balance zwischen Defensive und Offensive muss einfach stimmen“, so Österreichs einziger EURO-Torschütze.

Einigkeit herrscht jedenfalls bei der Ausgangslage. Dank dem Salzburger Einzug ins Finale und dem möglichen Gewinn der Meisterschaft der Bullen könnte der Endspielplatz bereits das Ticket für einen internationalen Startplatz sein.

Und die Wiener sind festentschlossen, dieses Ziel zu verwirklichen. Die Frage bleibt nur, ob risikofreudig oder risikolos…

Martin Wechtl

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