Aufmacherbild

Unter dem Radar

Der französischen Ligue 1 wird vielerorts nicht jene Aufmerksamkeit zuteil, die ihr zustehen würde.

So ist es auch zu erklären, dass Yann M’Vila innerhalb eines Jahres zum Stammspieler in der Nationalmannschaft wurde, bei Stade Rennes regelmäßig starke Leistungen bietet, aber immer noch Wenigen ein Begriff ist.

Dabei ist der 21-Jährige auf dem besten Weg, sich in der absoluten Spitzenklasse des europäischen Fußballs zu etablieren.

Arsenal war nahe dran

Top-Klubs wie Liverpool, Real Madrid, Manchester United, Chelsea und der FC Barcelona haben den Mittelfeldspieler seit längerem auf dem Zettel.

Einer Verpflichtung am nächsten kam jedoch Arsenal. Arsene Wenger wollte den Sohn eines Kongolesen unbedingt in seinem Kader haben. Nicht weniger als 28,5 Millionen Euro boten die „Gunners“, doch Rennes blieb standhaft.

Förmlich bis zur letzten Minute der Transferzeit wurde am 31. August gepokert, wie Arsenal-Profi Andrey Arshavin weiß: „Leider ist es uns nicht gelungen, ihn zu verpflichten.“

Der Antonetti-Faktor

Der französische Europa-League-Teilnehmer saß am längeren Ast, hatte M’Vila seinen Vertrag doch erst im Mai bis Sommer 2015 verlängert.

Auch, weil es ihm sein Trainer, Frederic Antonetti, offenbar angetan hat. „Ich bin glücklich, weil er hier ist. Er kann mir sehr viel helfen“, schwärmt der Youngster.

Immer dabei

Dass der 13-fache Internationale, der sein Debüt im August 2010 gegen Norwegen gab, großes Talent besitzt, war in seiner Heimat schon lange klar.

Der kleine Bruder des Zweitliga-Spielers Yohan (FC Dijon) durchlief sämtliche Nachwuchs-Auswahlen Frankreichs und brachte es auf die beachtliche Zahl von 54 Jugend-Länderspielen. In den meisten davon trug er die Kapitänsbinde.

Nun zieht der Rechtsfuß im defensiven Mittelfeld des A-Teams die Fäden. Ob mit einem 4-3-3, wie zuletzt in Rumänien, oder einem 4-2-3-1 gespielt wird, M’Vila steht als Sechser in der Startelf der „Bleus“.

Überaus passsicher

Nicht anders bei seinem Klub, für den er schon in der Nachwuchs-Akademie kickte. Seit er 2009/10 zu den Profis hochgezogen wurde, ist er aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken. 35 Spiele in seiner Debüt-Saison und 37 in der abgelaufenen Spielzeit belegen das.

Zudem nimmt der Franzose im Spiel der „Rouges et Noir“ eine Schlüsselrolle ein. Der Spielaufbau läuft fast ausschließlich über den körperlich robusten, 1,82 Meter großen Kicker.

61,2 Pässe spielte er in der Saison 2010/11 pro Partie – 17 Pässe mehr als jeder seiner Mitspieler. Und starke 82 Prozent kamen auch an.

Stärken in der Defensive

Wobei erwähnt werden muss, dass M’Vila kein Spieler ist, der unnötiges Risiko nimmt, vielmehr darauf bedacht ist, kurze Pässe zu spielen. Darauf ist auch zurückzuführen, dass der Rennes-Profi in der abgelaufenen Spielzeit durchschnittlich nur einen Ballverlust zu verzeichnen hatte.

Die größte Stärke des Talents ist aber nicht seine Ballsicherheit, sondern sein Verhalten in der Defensive. Der Vater zweier Kinder stopft bravourös Löcher und gilt als immens zweikampfstark.

Sollten sich die Franzosen für die EURO 2012 qualifizieren, wird der 21-Jährige seine Qualitäten dann auch einer breiten Öffentlichkeit zur Schau stellen können. Und schließlich wohl bei einem absoluten Top-Klub landen.


Harald Prantl

Mehr zum Thema Zum Seitenanfang»