„Ich bin bereit für weitere 15 Jahre“

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15 Jahre Zugehörigkeit zu einem Verein – eine Rarität in Zeiten wie diesen.

Die totale Treue schwor Arsene Wenger Arsenal 1996 und hielt bis heute Wort. Der Franzose aus dem Elsaß machte die vergangenen eineinhalb Jahrzehnte zu den erfolgreichsten in der Geschichte der Londoner.

Einem hinkt er jedoch hinterher: Alex Ferguson, der noch in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum bei Manchester United feiert. Eine Marke, die auch dem Gunners-Coach nicht unrealistisch erscheint.

„Ich bin bereit für weitere 15 Jahre“, kündigt der Fußball-Professor vor seinem Jubiläum im Londoner Derby gegen Tottenham an.

Wenger hält an seinem Weg fest

Trotz Höhen und Tiefen setzte Wenger seinen Weg beim Traditionsklub uneingeschränkt fort.

Auch die jährlichen Abgänge von Superstars haben an der Philosophie des Sprachgenies nichts verändert. Alleine vor dieser Saison musste er Cesc Fabregas, Samir Nasri und Gael Clichy ziehen lassen.

„Meine Vision war es immer, den Klub zum besten der Welt zu machen, so einfach ist das“, drückt der 61-Jährige sein Erfolgsrezept in Worten aus.

„Es geht darum, die Werte, von denen wir glauben, dass sie für unser Spiel wichtig sind, durchzuziehen. Ich bin sehr stolz auf diese Werte, die ich versuche in unserem Spiel zu verteidigen. Wir werden versuchen, das fortzusetzen.“

„Ich vermisse es sehr, Titel zu gewinnen“

Der Saisonstart hat dem Förderer junger Talente alles andere als geschmeckt. Durch den Umbruch im Team dauerte es, bis sich der Erfolg einstellte.

Nach sieben Punkten aus sechs Spielen liegt Arsenal, zuletzt 2004 Meister, abgeschlagen auf dem 13. Tabellenplatz, der Rückstand auf Spitzenreiter Man United beträgt bereits neun Punkte.

Die Erfolgslosigkeit der vergangenen Jahre zehrt am Nervenkostüm des Trainerfuchses, zu gerne würde er mit seinem Team noch einmal auf die Siegerstraße zurückkehren.

„Ich vermisse es sehr, Titel zu gewinnen. Es gibt aber nur einen Weg, dieses Problem zu lösen – kämpfen und wieder gewinnen.“

Wenger blickt positiv in die Zukunft

Zwischen 1998 und 2005 konnten die Gunners noch elf Titel einfahren, seit sechs Jahren wartet der Trophäenschrank vergeblich auf Zuwachs.

Trotz allem ist Wenger, der dem Insel-Kick zu einer gewissen Modernität verhalf, weiterhin voller Tatendrang.

„Ich bin sehr dankbar und glücklich, dass ich 15 Jahre bei diesem Klub verbringen durfte. Aber ich lebe in der Gegenwart und in der Zukunft, ich hasse es zurückzublicken.“

Wenn, dann nur, um positive Schlüsse zu ziehen. „Ich nütze die Geschichte, um mich zu verbessern. Ich werde auch in den kommenden Spielen mein Bestes versuchen.“

Solange die Energie vorhanden ist

Zur Zeit werden kleinere Brötchen gebacken, um sich für die kommenden Jahre besser zu positionieren.

„Es ist sehr wichtig für uns, den Verein von einem Top-Level-Klub zu einem zu verändern, der ein fantastisches Potenzial für die Zukunft hat“, so Wenger.

Ob er weitere 15 Jahre im Sattel bleibt, hängt von der Vereinsführung sowie von seinem Durchhaltevermögen ab.

„Es kommt auch auf meine Gesundheit an, die man in meinem Alter bedenken muss. Man braucht eine Menge Energie, um Fußball-Spiele zu gewinnen.“

Diese versprüht Arsenals Identifikationsfigur seit 1996. So schnell wird Arsenal den Franzosen nicht loswerden (wollen).


Alexander Karper

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