Vom Frühschwimmer zum Stammspieler

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Der LASK hat aktuell die Prime Time in der Ersten Liga fest in seiner Hand.

Beim 2:0-Sieg in Hartberg spielten die Linzer das Top-Spiel um 20:30 Uhr, am Freitag im Heimmatch werden sie das gegen Austria Lustenau wieder tun.

Auch acht Tage später gegen Grödig haben sie das Einzelspiel zugesprochen bekommen.

Weil der LASK in dieser Woche am Mittwoch im Cup-Achtelfinale bei Red Bull Salzburg gastiert, musste die Partie gegen das andere Salzburger Team auf das Wochenende verlegt werden.

Wimmer benötigte keine Prime Time

Aufgrund der verpflichtenden Ruhe-Regel von zwei Tagen empfangen die Oberösterreicher Grödig also am Erste-Liga-ungewohnten Samstag, um 16 Uhr.

Dem nicht genug, folgt einen Freitag später das vierte LASK-Topspiel en suite – bei WAC/St. Andrä.

In der Prime Time lässt es sich bekanntlich in den Vordergrund spielen, das hat Kevin Wimmer bei „normalen“ Anstoß-Zeiten bereits geschafft.

Der Youngster ist die Linzer Entdeckung dieser Herbstsaison.

In Runde fünf sprang der 18-Jährige beim Gastspiel in Wien gegen die Vienna wegen einer Verletzung ein. Seither ist er nicht mehr aus der Abwehr wegzudenken und spielte alle Partien durch.

„Es läuft  momentan sehr gut und ich schaue einfach, dass ich mich von Spiel zu Spiel steigere. Ich hoffe, dass es so weitergeht“, kann der zweifache U18-Teamspieler und einfache Saison-Torschütze zufrieden Bilanz ziehen.

Erste Chance gleich genützt

Wimmer ist erst seit dieser Saison bei den Profis so richtig dabei, wurde eine Saison zuvor mit den LASK Juniors Meister in der Regionalliga Mitte und hat nun seine Chance früh genutzt.

Aktuell hält der Absolvent der Fußball-Akademie Linz (FAL) die Abwehr mit Kapitän Rene Aufhauser zusammen. Der EURO-Teilnehmer von 2008 scheint auch als Lehrer zu überzeugen.

„Seine Routine hilft mir sehr viel. Es ist wichtig, dass er mich auf dem Platz coacht“, weiß Wimmer, was er an seinem Innenverteidiger-Kollegen hat.

Wenn der Oberösterreicher väterlichen Rat braucht, muss er allerdings auch nicht lange suchen. Vater Wolfgang ist nicht nur ehemaliger LASK-Keeper, sondern auch aktueller Tormann-Trainer.

„Er hat sich sehr gut entwickelt, nun liegt es an ihm selbst“, erklärt der stolze Vater zur Profi-Debüt-Saison seines Sprösslings, den er als bodenständig beschreibt.

Ruhige und abgebrühte Spielweise

Wimmer senior könne an der Seitenlinie das Geschehen ohne Nervosität verfolgen. Ebenso verhält sich der Sohnemann, der in jungen Jahren große Ruhe und eine gewisse Souveränität ausstrahlt.

„Vor dem ersten Spiel war ich schon angespannt, aber sobald der Pfiff ertönt, kann ich ganz normal spielen“, schildert der Jungspund, dessen Verkörperung des zentralen Mittelfeldspielers in der Jugend seine technische Beschlagenheit erklären lässt.

Ist Ried an Wimmer bereits dran?

Sein bisheriges Auftreten ist anderen Klubs nicht entgangen. Gerüchte, wonach Lokal-Rivale und Bundesligist Ried die Fühler austrecken würde, kamen schon frühzeitig auf.

Auch ein baldiger Sprung ins Ausland soll nicht ausgeschlossen sein.

„Alles ist möglich. Wenn die Strukturen passen, warum aber nicht auch bleiben? Momentan passt es mit den Jungen beim LASK ganz gut“, lässt sich Papa Wimmer keine Tendenz entlocken.

Wimmer junior freut sich in erster Linie über solche Gerüchte: „Es bestätigt mich, dass ich am richtigen Weg bin. So etwas gibt einem Auftrieb.“

Sollten doch höhere Aufgaben schneller als erwartet auf den Linksfuß zukommen, dann würde das aber erst im Sommer Tatsache werden – denn die Schule hat für Vater und Sohn Priorität.

„Wir haben ganz klar gesagt, dass er sich dieses Jahr auf die Schule konzentriert. Das ist einmal das Wichtigste, der Rest kommt ohnehin von alleine“, hält Vater klipp und klar fest.

Der Sohn, auf dessen auslaufenden Vertrag der LASK nach Saisonende eine Option für zwei weitere zwei Jahre besitzt, wird im Frühjahr seine Reifeprüfung im Linzer BORG Honauerstraße absolvieren.

Schachner rät zum Verbleib

Ein frühzeitiger Wechsel – also im Winter – scheint damit ausgeschlossen. Das sieht auch sein Trainer so.

„Kevin braucht jetzt einmal ein Jahr, in dem er viele Spiele hat. Dass er uns frühzeitig verlassen könnte, glauben ich und er nicht. Er wird sich einmal festigen müssen. Es werden auch andere Spiele kommen“, weiß der 54-Jährige.

Es könnte kein schlechtes Omen für Wimmer sein, wenn er noch länger der Schützling von Schachner bleiben würde. Denn ein Gespür für junge Talente ist dem Steirer nicht abzusprechen.

Als 1860-Trainer warf er etwa die damals 17-jährigen Bender-Zwillinge Sven (heute Dortmund) und Lars (Leverkusen) ins kalte Wasser. Oder einen 18-jährigen Zlatko Junuzovic damals beim GAK.

Die haben ihre Reifeprüfung auf dem Platz bereits abgelegt. Wimmer ist dort und in der Schule auf dem besten Weg dazu.

 

Bernhard Kastler

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