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Schachner über Kragl: „Er drängt sich nicht auf“

Drei Spiele hat Absteiger LASK in der Ersten Liga bislang absolviert.

Drei Mal wurde nicht verloren, zwei Mal unentschieden gespielt und einmal gewonnen.

Die Linzer hätten allerdings auch drei Mal gewinnen können, wenn sich nicht eines wie ein roter Faden durch die bisherigen Spiele gezogen hätte: die mangelhafte Chancenauswertung.

„Wir haben wieder zwei Punkte verschenkt, wir müssen zur Pause 3:0 führen“, kritisierte Trainer Walter Schachner nach dem 1:1 im Linzer Derby gegen Blau-Weiß.

Unverdorben (un)zufrieden

Selbiges musste der Steirer schon nach dem Gastspiel beim FC Lustenau (1:1) zum Auftakt feststellen. Gegen St. Pölten klappte es erst vom Elfer-Punkt, der 2:0-Endstand wurde kurz vor Schluss erzielt.

Harald Unverdorben kann dahingehend am wenigsten vorgeworfen werden. Der Stürmer, der vom nächsten Gegner Altach gekommen war, traf in 180 Minuten je zwei Mal aus dem Spiel. Gegen St. Pölten fehlte der Oberösterreicher verletzungsbedingt.

„Ich habe mich gut eingelebt“, ist der 30-Jährige auf der einen Seite zufrieden.

Auf der anderen Seite ist es Unverdorben auch nicht. Schließlich hat auch der Erste-Liga-Routinier  (175 Spiele) schon die eine oder andere gute Möglichkeit ausgelassen.

„Solche Phasen gibt es immer wieder, in denen es nicht läuft und die nicht zu erklären sind. Dann gibt es wieder Phasen, wo jeder Ball hineingeht. Wir lassen uns nicht verrückt machen.“

Aigner lässt sich nicht verrückt machen

Ein dahingehend „schlimmerer“ Fall ist Hannes Aigner.

Unverdorbens prominenter Sturm-Partner, der den LASK Bundesliga-Klub Ried vorzog, hat noch Ladehemmung. Der 30-Jährige verwertete zwar einen Elfer, aus dem Spiel klappte das Toreschießen bislang allerdings nicht.

„Ich bin angefressen“, ließ der Angreifer, der in allen anderen Punkten bislang sehr überzeugte, kurz  nach dem Derby gegenüber LAOLA1 raus.

„Aber ich lasse mich da keineswegs verrückt machen. Es ist in erster Linie viel wichtiger, dass ich zu Chancen und Abschlüssen komme – die Tore kommen dann. Da haben andere, viel, viel bessere Stürmer als ich schon über einen längeren Zeitraum Probleme gehabt“, bleibt der Routinier ganz gelassen.

„Wir haben bislang in jedem Spiel den Gegner 60, 70 Minuten beherrscht, die anderen haben fast keine Chancen gehabt. Wir brauchen die Tore, dann läuft das Werkl“, ist sich Aigner sicher.

Sein Trainer, der ehemalige Stürmer, macht seinem Schützling Mut: „Ich habe in Italien auch schon einmal neun Partien kein Tor geschossen, dann geht der Knopf auf und es läuft wieder.“

Problemfall Kragl

So weit wie Aigner würde Lukas Kragl gerne sein. Der Stürmer spielt aktuell überhaupt keine Rolle bei Walter Schachner. Im Kader steht der 20-Jährige zwar, eine Minute durfte er aber noch nicht spielen.

Da wurde ihm sogar Florian Templ, der im Sommer aus der Regionalliga kam, beim Heimspiel gegen St. Pölten vorgezogen.

„Ich bin fit“, meint der Angreifer, der in der Vorbereitung angeschlagen war, kurz und knapp. Was meint Walter Schachner?

„Er drängt sich im Training nicht auf.“ Nachfrage: Lässt er sich zu sehr hängen? „Er drängt sich nicht auf.“

Der Status quo entspricht gewiss nicht dem, was sich der 21-Jährige vorstellt. Möglicherweise liegt es auch daran, dass der Wechsel zu Rapid nicht zustande kam.

Geplatzter Rapid-Wechsel als Grund?

Hätte Hamdi Salihi die Wiener verlassen, wäre Kragl zu den Hütteldorfern gewechselt. Rapid-Coach Schöttel hatte das wiederholt bestätigt. Der Albaner bleibt nun allerdings ein Grün-Weißer.

Es scheint ein schwieriger Herbst für einen der schnellsten Stürmer im österreichischen Profi-Fußball zu werden, außer er kann sich noch absetzen: Sein Vertrag läuft plus Option bis Sommer 2012.

Coach Schachner setzt in jedem Fall voll und ganz auf das Duo Aigner/Unverdorben.

Unverdorbens offene Rechnung

Diese Beiden können schon am Freitag ihre Chancenverwertung verbessern. Im Schlager der vierten Runde kommt es zum Duell mit dem Top-Favoriten auf den Erste-Liga-Titel: Altach.

„Wir wollen zu Hause die weiße Weste wahren“, gibt Unverdorben, der vergangene Saison noch in Vorarlberg spielte, klipp und klar als Ziel aus.

Eine Rechnung hat der Angreifer noch offen: "Einen Tag vor meinem Urlaub im Sommer, hat man mir am Telefon gesagt, dass man mit mir nicht mehr plant."

Nicht die feine englische Art gegenüber jenem Stürmer, der Altach 2006 zum Aufstieg (zwei Punkte vor dem LASK) verhalf und vergangene Saison 13 Mal netzte.

„Mit Neustadt viel schlechter gestartet“

Aigner, der mit Neustadt vor zwei Jahren als Top-Favorit aufgestiegen war, macht sich indes hinsichtlich der bisher liegengelassenen Punkte keine Sorgen.

„Ich bin mit Neustadt noch viel schlechter gestartet, und wir haben es dann noch geschafft. Wir wollen bis zum Schluss dabei bleiben und verloren haben wir ja bislang auch noch nicht.“

Das soll gegen Altach so bleiben – idealerweise mit Aigner-Toren aus dem Spiel heraus.

 

Bernhard Kastler

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