Junuzovic? "Der Bursche ist schwer in Ordnung"

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Seine Bilanz ist beeindruckend.

1023 Partien (davon 727 Pflichtspiele), 9 Meistertitel, 6 Cupsiege.

Robert Sara hat mehr als jeder andere mit "seiner" Wiener Austria erlebt.

Im Rahmen des 100-Jahre-Jubiläumsspiels des FAK gegen eine Weltauswahl von Luis Figo wurden seine Verdienste für den Klub gewürdigt.

"Eine sehr große Auszeichnung"

Nach Luigi Hussak, Walter Nausch, Ernst Fiala und Herbert Prohaska wurde Sara als fünfter Spieler der Vereinsgeschichte zum Ehrenkapitän ernannt.

"Es ist für mich eine sehr große Auszeichnung", so der 65-Jährige im Gespräch mit LAOLA1. Überdies spricht der Co-Trainer der Amateur-Mannschaft über die "Generation 2011" und Highlights aus der Vergangenheit.

Neben einem Ratschlag, wann der Sprung ins Ausland Sinn macht, hat Sara zudem ein Rezept parat, damit auch die nächsten 100 Jahre für die Austria erfolgreich verlaufen.

LAOLA1: Die Austria hat 100-jährigen Geburtstag gefeiert und zum Jubiläum gegen eine Weltauswahl gespielt. Eine Feier in würdigem Rahmen?

Robert Sara: Ich bin jetzt schon fast ein halbes Jahrhundert bei diesem Verein. (lacht) Naja, zumindest 30 sind es. Für mich war es eine Riesen-Nummer, vor allem aber auch für die jungen Spieler. Gegen eine tolle Truppe an einstigen Klassespielern auflaufen zu können, war eine super Sache.

LAOLA1: Sie wurden zum Ehrenkapitän ernannt. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

Sara: Es ist für mich eine sehr große Auszeichnung. Ich kann sehr gut damit leben, es gibt ja nur vier, mit mir jetzt fünf, denen diese Ehre zuteil wurde. Es ist ein herrliches Gefühl.

LAOLA1: Sie hatten einen Kurzauftritt gegen Figo und Kollegen. Würden Sie sich wünschen, noch einmal 20 zu sein und die Karriere noch vor sich zu haben?

Sara: Man kann die Zeit nicht mehr zurückdrehen und ehrlich gesagt: Ich will es auch nicht. Ich hatte eine so tolle Zeit bei diesem Klub und will keine Sekunde davon missen. Ich habe genug mit der Austria erlebt, jede Menge Meistertitel und Cupsiege gefeiert und rund 1.000 Spiele gespielt. Da kommt natürlich einiges zusammen.

LAOLA1: Sind Augenblicke wie jene im Jubiläumsspiel noch etwas Besonderes für Sie?

Sara: Das waren allesamt Weltklassespieler, die bis vor wenigen Jahren noch aktiv waren. Ich habe aber in meiner Zeit auch gegen solche Kaliber gespielt, nur eben aus einer anderen Generation. Wir haben damals gegen Real Madrid und den FC Barcelona gekickt und sie teilweise rausgeschmissen. Das waren ebenso große Granaten.

LAOLA1: Die Austria lässt Sie nicht los, Sie arbeiten heute als Co-Trainer für die Amateurmannschaft. Eine Aufgabe ganz nach Ihren Vorstellungen?

Sara: Seit ich im Trainerstab der Amateure arbeite, haben wir vier, fünf Spieler rauf gebracht in die erste Mannschaft. Das ist auch weiterhin unser Ziel, ich helfe gerne mit.

LAOLA1: In der abgelaufenen Saison haben die Profis nur knapp den Meistertitel verpasst. Woran hat es gelegen, dass am Ende Sturm die Schale in Händen halten durfte?

Sara: Wir waren auf einem guten Weg, hatten dann aber eine etwas schwächere Phase. Mit jungen Spielern gibt es eben ein Auf und Ab, sonst hätten wir das nach Hause gebracht. So versuchen wir es kommende Saison erneut. Bei Sturm waren zwei, drei zusätzliche Routiniers dabei, die den Unterschied ausgemacht haben. Bis auf vier, fünf Spiele haben die Burschen aber sehr gut gespielt.

LAOLA1: Die ansehnliche Spielkultur weckt Begehrlichkeiten. Wie schwierig ist es, diese Mannschaft zusammenzuhalten?

Sara: Heutzutage ist es nicht mehr so leicht, junge Spieler zum Bleiben zu überreden. Wenn sie ihren Weg in einer Klasse-Mannschaft machen und dort auch spielen können, dann sollen sie das auch tun. Wenn sie dagegen nur ins Ausland – beispielsweise in die 2. oder 3. Liga in Italien gehen – nur damit sie mehr Geld verdienen, verschwinden sie irgendwann von der Bühne.

LAOLA1: Um konkret zu werden – Zlatko Junuzovic steht bei mehreren deutschen Bundesligisten hoch im Kurs ...

Sara: … er hat sich mit guten Leistungen ins Rampenlicht gespielt und agiert auf einer Position, auf der von vielen Mannschaften nach Verstärkungen gesucht wird. Der Bursche ist schwer in Ordnung – vom Einsatz her, aber auch in Sachen Auftreten. Ich kann mir gut vorstellen, dass er heuer oder nächste Saison weg ist.

LAOLA1: Würden Sie ihm einen Transfer empfehlen?

Sara: Warum nicht? Er ist in einem Alter, wo er gehen kann. Es wäre aber nichts, wenn er nicht zum Einsatz kommen würde. Ein Alaba beispielsweise spielt jetzt in Hoffenheim regelmäßig, dadurch wird er noch besser. Das ist der richtige Weg.

LAOLA1: Abschließend eine Frage zur Zukunft der Austria. Was wünschen Sie dem FAK für die nächsten 100 Jahre?

Sara: Wir sind auf einem sehr guten Weg mit unserer jungen Truppe. Dieser muss man allerdings Zeit lassen, wir müssen Geduld haben. Von heute auf morgen geht nichts.

LAOLA1: Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Christoph Nister

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