Austrias Kampf gegen die Heim-Schwäche

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Zwei Mal Rapid, Ried, Wacker Innsbruck, Sturm Graz, Mattersburg und Salzburg.

Sie alle schafften es in der vergangenen Saison, die Wiener Austria am Verteilerkreis zu bezwingen.

Sieben Heimniederlagen – eines Top-Klubs unwürdig. Am Ende standen die Violetten in der Heim-Tabelle gerade einmal auf dem siebenten Platz, holten auswärts gar um sieben Punkte mehr.

Mehr Niederlagen vor heimischem Publikum musste der FAK in einer Spielzeit noch nie hinnehmen. 1997/98 und drei Mal in den 30er Jahren lief es genauso schlecht.

Analyse im Trainingslager

Kein Wunder, dass Trainer Karl Daxbacher das Trainingslager in der Flachau zum Anlass nahm, um diese Schwäche gemeinsam mit seinen Spielern zu analysieren.

Und was ist dabei herausgekommen? „Ganz erklärbar ist es nicht. Als wir davor die tolle Heimserie hatten, wussten wir auch nicht genau, warum“, meint der Coach.

Der Gegner ist schuld

Dennoch versucht der Niederösterreicher, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Und findet vor allem in der Spielanlage der Gegner einen Ansatz.

„Wir haben auswärts mehr Räume zur Verfügung, deswegen tun wir uns leichter. Daheim stehen unsere Gegner kompakt und spielen auf Konter. Zudem ist es uns oft nicht gelungen, das erste Tor zu erzielen“, analysiert Daxbacher.

Austria bleibt offensiv

In Zukunft im heimischen Stadion defensiver zu agieren, ist für den Trainer deshalb allerdings trotzdem keine Option. „Es ist grundsätzlich unser Ziel, den Gegner unter Druck zu setzen, das Spiel zu diktieren“, stellt er klar.

Außerdem gibt der 58-Jährige zu bedenken: „Ich glaube nicht, dass unsere Fans dafür Verständnis hätten, wenn wir uns hinten reinstellen und den Gegner kommen lassen.“

„Initiative und Risiko müssen sich auf Dauer bezahlt machen“, ist der Coach überzeugt, mit seinem Team den richtigen Weg zu gehen. Dieser führt im ersten Liga-Heimspiel der neuen Saison zum Duell mit der SV Ried.

Vor Ried gewarnt

Just jenes Team, das den Favoritnern 2010/11 am 8. August mit dem 0:1 die erste Heimniederlage zugefügt hat. Nicht nur deshalb ist die Austria vor dem Cupsieger gewarnt.

„Ried hat auch heuer wieder ein starkes Team“, weiß Daxbacher, der beim 1:1 gegen Sturm im Innviertel war. Es sei schwierig, gegen die Oberösterreicher ein Tor zu schießen, „weil sie mit ihrem System fünf Verteidiger haben, wenn sie in der Defensive sind“.

Nichtsdestoweniger sollen die ersten drei Punkte eingefahren werden. Und der erste Schritt in Richtung Heimmacht gemacht werden. Daxbacher: „Es ist ein Detailziel, die Heim-Schwäche abzulegen.“

Harald Prantl

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