From Zero to Hero – und wieder retour?

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Eine Minute. So lang dauerte der Einsatz von Javier „Chicharito“ Hernandez am 8. April gegen Rayo Vallecano.

Es war ein Sinnbild für die Lage der „kleinen Erbse“ bei Real Madrid. Trainer Carlo Ancelotti setzte in der Offensive stets auf sein magisches Trio „BBC“, erster Ersatzmann bei einem Ausfall war Isco. Für den mexikanischen Stürmer blieb kein Platz.

Doch einmal mehr zeigte der Fußball seine Schnelllebigkeit. Nur drei Wochen später brilliert Chicharito als Goalgetter in der „königlichen“ Offensive. Selbst ein Kauf des Leihspielers scheint plötzlich wieder eine ernsthafte Option zu sein.

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Zweimal Matchwinner

Dass der 26-Jährige überhaupt wieder im Rampenlicht steht, hat er sich nur zum Teil selbst zu verdanken. Vielmehr profitiert er vom Verletzungspech, welches Real Madrid momentan heimsucht.

Bale, Benzema und Modric kämpfen allesamt mit Blessuren und Verletzungen. Daher hatte Ancelotti kaum noch andere Möglichkeiten, als Chicharito zusammen mit Cristiano Ronaldo im Sturm aufzustellen.

Chicharito dankte es seinem Chef mit vier Toren und einem Assist aus den letzten vier Spielen, inklusive dem Goldtor im Champions-League-Rückspiel gegen Atletico Madrid. „Wir müssen ihn beglückwünschen, weil er ein schwieriges Jahr mit wenigen Einsatzminuten hinter sich hat. Trotz dieser Tatsache hat er sich nie unterkriegen lassen und gekämpft“, lobt Ancelotti seinen Schützling.

Nach seinem Doppelpack beim 4:2-Erfolg bei Celta Vigo ließ sich „Carletto“ sogar zu folgendem Statement hinreißen: „Wenn er so spielt, ist er unverhandelbar – wie Cristiano, Benzema, James, Bale, Ramos, Isco, Varane, Pepe.“

Leere Worte?

Auch innerhalb des Teams war die Freude am Erfolg des 63-fachen mexikanischen Nationalstürmers groß. James Rodriguez sprach von „Gerechtigkeit“, Marcelo lobte ihn gar als „großartigen Spieler“.

Doch was passiert, wenn die Verletzten wieder zurück zur Mannschaft stoßen? Für Hernandez scheint kein Platz in der Startelf. Ancelotti ist wahrlich nicht bekannt für großen Rotationswillen. Zudem wurde bereits mehrfach betont, dass Bale, Benzema und Ronaldo bei entsprechender Fitness gesetzt sind.

Das ist auch dem mexikanischen Nationaltrainer Miguel Herrera bewusst, der Chicharito vor einer voreiligen Entscheidung warnt: „Ich bin keiner, der ihm da etwas vorschreibt. Ich glaube aber, dass er seinen Verbleib bei Real gut analysieren muss.“

„Was er mit dem Tor gegen Atlético geleistet hat, war außerordentlich und offensichtlich eröffnet ihm das mehr Gelegenheiten, um weiter bei Real zu spielen. Aber wenn er unumstrittener Stammspieler sein will bei einem Klub, wird das bei Real schwierig sein. Er wird immer Konkurrenz haben, die wird immer da sein“, so Herrera weiter.

Keine Rückkehr

Bis 30. April kann Real Madrid die Kaufoption ziehen, dann müsste man allerdings 20 Millionen Euro an Stammverein Manchester United überweisen. Eine Summe die sich aufgrund der letzten Monate nicht rechtfertigen lässt.

„Am 7. Juni setzen wir uns zusammen, um zu sprechen“, erzählt Berater Eduardo Hernandez. Eine Rückkehr zu den „Red Devils“ scheint ausgeschlossen zu sein, Trainer Louis van Gaal plant nicht mit Chicharito. „Wenn du ein Tor schießt, glaubt ihr, das ändert irgendetwas?“, zeigt sich der Niederländer auch von der aktuellen Form nicht beeindruckt.

Daher spekuliert die „AS“, dass man in England bereit sei, den 26-Jährigen bereits für zehn Millionen Euro abzugeben. Für einen Stürmer, der statistisch alle 136 Minuten einen Treffer erzielt  und der sich auch nicht für Defensivarbeit zu schade ist, ein geringer Preis.

An Möglichkeiten wird es dem Mexikaner im Sommer aber ohnehin nicht mangeln, dies bestätigt auch sein Berater: „Wir werden im Juni die verschiedenen Optionen anschauen. Mich haben Vereine angerufen und sich nach seiner Situation erkundigt.“ Dem Vernehmen nach soll es sich dabei vor allem um die italienischen Großklubs Juventus und Inter Mailand handeln, auch der FC Southampton signalisiert Interesse.

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Die Gegenwart

Im Augenblick darf Javier Hernandez aber das Momentum genießen. Gegen Almeria am Mittwoch wird Benzema noch kein Thema sein, daher wird sich der Mexikaner wieder beweisen dürfen und an seine überragende Form der letzten Spiele anschließen.

Mit weiteren Toren wird die Lobhudelei auf Chicharito sicher nicht weniger, auch wenn es ihm schön langsam unangenehm wird: „Alle beglückwünschen mich, obwohl das die Arbeit aller Spieler ist, um Real dorthin zu bringen, wo es hingehört: an die Spitze.“

 

Julian Saxer

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