Eine Rückkehr auf Umwegen

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Torres zu Atletico: Eine Rückkehr auf Umwegen

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Es ist ein typisch italienisches Transfergeschäft.

Ein Spieler war für ein halbes Jahr ausgeliehen, wird trotz mäßiger Leistungen fix verpflichtet und gleich an den nächsten Klub ausgeliehen, damit im Gegenzug ein Wunschspieler zum Verein kommen kann.

Klingt kompliziert, ist es auch. Deswegen die wichtigsten Fakten zuerst: Wie Atletico bekannt gibt, kehrt Fernando Torres für eineinhalb Jahre per Leihe nach Madrid zurück. Im Gegenzug soll Alessio Cerci von Atletico zu Milan verliehen werden.

Eine komplizierter Transfer

Offiziell über die Bühne gehen soll dieses Transfergeschäft am 5. Jänner, wenn in Italien der Transfermarkt öffnet. Zum großen Nutznießer wird dadurch der AC Milan.

Die "Rossoneri" hatten Torres seit Beginn der Saison vom FC Chelsea ausgeliehen. In zehn Einsätzen verbuchte der Stürmer aber nur einen Treffer. "El Nino" fand sich in Mailand nicht zurecht und strebte einen Wechsel an. Mit seinem alten Klub Atletico fand er schnell einen Verein, der Interesse zeigte.

Also witterte der AC Milan seine Chance, aus der Torres-Leihe doch noch Kapital zu schlagen. Denn bei Atletico stand ein Spieler im Kader, den die Mailänder um Coach Pippo Inzaghi schon länger am Zettel hatten: Alessio Cerci.

Milan roch die Chance auf ein Tauschgeschäft

Der Angreifer verbuchte in der vergangenen Serie-A-Saison beim FC Turin 13 Tore und zwölf Assists. Bei seinem neuen Klub Atletico, zu dem der 27-Jährige um 15 Millionen Euro gewechselt war, saß Cerci jedoch nur allzu oft auf der Ersatzbank.

Milan strebte ein Tauschgeschäft an. Torres sollte nach Madrid wechseln, im Gegenzug Cerci nach Italien zurückkehren. Dafür mussten die Mailänder zunächst Torres ablösefrei von Chelsea fix verpflichten.

Danach fehlte nur noch die Zusage von Cerci. Der ehemalige Turin-Profi widersetzte sich zunächst gegen einen Wechsel zu Milan, lieber wollte er zum Stadtrivalen Inter wechseln. Die "Nerazurri" versprachen Cerci, ihn im Sommer fix zu verpflichten.

Cerci macht den Weg frei

Nach weiteren Gesprächen entschloss sich Cerci nun aber scheinbar doch für Milan. Eine offizielle Bestätigung steht zwar noch aus, doch laut italienischen Medien ist ein ähnliches Leihgeschäft wie bei Torres beschlossene Sache. 

Damit war der Weg nach Madrid für Torres frei. "Danke an alle, die diesen Traum Wirklichkeit werden haben lassen", schreibt der Spanier auf Twitter und schickt damit indirekte Grüße an Cerci. 

Der 30-jährige Stürmer erzielte von 2001 bis 2007 in 244 Spielen 91 Tore für die Madrilenen. Zum Abschied bescherte er seinem Klub 38 Millionen Euro, die der FC Liverpool für ihn bezahlte. Nach erfolgreichen Jahren bei den "Reds" wechselte für 58 Millionen Euro zu Chelsea, wo der Welt- und Europameister zwar die Champions League gewann, aber nie an seine Leistungen aus den Jahren zuvor anschließen konnte.

Burgos-Lob für Torres

Deswegen verliehen ihn die "Blues" zu Beginn dieser Saison an den AC Milan. Auch dort konnte der Spanier nicht überzeugen. Nun will Torres bei seiner alten Liebe Atletico einen Neustart versuchen.

Atletico-Co-Trainer German Burgos ist überzeugt, dass er und Chef-Coach Diego Simeone dem ehemaligen Weltklasse-Angreifer einen zweiten Frühling bescheren können: "Er wird eine sehr wichtige Verstärkung für die zweite Hälfte der Saison sein. Wir werden, wie bei allen anderen Spielern, das Beste aus ihm herausholen und er weiß, was ihn hier erwartet."

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