Tito Vilanova - Barcas Neuer ein "exzellenter Trainer"

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Marcelo Bielsa, Luis Enrique, Andre Villas-Boas.

Sogar DFB-Teamchef Joachim Löw wurde von den Medien als Nachfolger von Pep Guardiola ins Spiel gebracht.

Kurz nachdem dieser am Freitagnachmittag seinen Abschied offiziell verkündet hatte, konnten sämtliche Spekulationen bereits wieder eingestellt werden.

Francesc Vilanova i Bayo, kurz Tito Vilanova, übernimmt das derzeit wohl begehrteste Trainer-Amt.

Held aus der zweiten Reihe

Wenn wir für die Kampfmannschaft Spieler suchen, schauen wir uns ja auch zuerst im eigenen Verein um", erklärt Andoni Zubizarreta, Sportdirektor des FC Barcelona, warum man sich für eine interne Lösung entschieden hat.

Vilanova ist seit 2007 bei den „Blaugranes“ als Co-Trainer von Guardiola tätig und begleitete den scheidenden Erfolgs-Coach nach einer Saison bei Barcelona B zur Profi-Mannschaft.

Nach vier gemeinsamen Jahren auf der Trainerbank trennt sich der Weg der beiden Freunde, die in den Jahren 1984 bis 1988 gemeinsam „La Masia“, Barcas Jugend-Akademie, durchliefen.

Der bisherige Assistent rückt ins vorderste Glied, Welt-Trainer Guardiola ins Abseits, verspricht aber: "Wenn Tito mich braucht, werde ich hier sein."

Kein großer Fußballer

Anders als der noch bis zum Finale der Copa del Rey am 25. Mai agierende Übungsleiter kann Vilanova auf keine glanzvolle Zeit als Aktiver zurückblicken. Der große Durchbruch sollte ihm nie gelingen.

Nach zwei Jahren in Barcas B-Team verließ der heute 42-Jährige Barcelona und heuerte zunächst für zwei Saisonen in Figueres an. Als Stütze im Mittelfeld verhalf er den Katalanen zum besten Ergebnis der Vereinsgeschichte, einem dritten Platz in der Segunda Division 1992.

Schützling Fabregas ergänzt: „Ich wünsche Tito bei dieser Möglichkeit, die der Fußball ihm gegeben hat, das Beste. Wir arbeitetens schon zusammen, als ich ein Kind war und er ist nicht nur eine großartige Person, sondern auch ein exzellenter Trainer.“

Auch der rekonvaleszente Stürmer David Villa glaubt, dass "kein Besserer" für diesen Job gefunden hätte werden können.

Sieg über Krankheit

Dass Vilanova überhaupt der neuen Aufgabe widmen kann, ist auch ein Verdienst der Medizin, wurde ihm doch erst im November des Vorjahres ein Ohrspeicheldrüsen-Tumor entfernt.

Mit der Übernahme des Cheftrainer-Amts zerschlagen sich sämtliche Vermutungen nach einem immer noch prekären Gesundheitszustand. „Tito ist stark, voller Energie und in der Verfassung, diesen Karren zu ziehen“, erklärt Guardiola.

Dass er selbst „leer“ sei, habe nicht zu bedeuten, dass dies auch für seinen Assistenten gelte. „Als er mich nach meiner Meinung fragte, habe ich nur geantwortet: ‚Wenn du es spürst, nimm die Chance wahr!‘“

Große Fußstapfen

Spüren wird Vilanova auf jeden Fall auch bald den Erfolgsdruck, der auf dem Nachfolger des „besten Trainers in der Geschichte des FC Barcelona“, wie Guardiola von Präsident Sandro Rosell gelobt wurde, lastet.

Das Amt an sich habe aber auch ohne die großen Fußstapfen schon großen Druck zur Folge, wie Zubizarreta erklärt: „Das ist Barca. Es kommt nicht nur darauf an, Titel zu gewinnen, sondern auch auf das Wie.“

Die Spielphilosophie bleibt in der katalanischen Hauptstadt also dieselbe. Neu ist lediglich der oberste Denker.


Christian Eberle

Nach dem verpassten Aufstieg wechselte der „Masia-Jünger“ zum galizischen Klub Celta de Vigo, für den er in den folgenden drei Saisonen seine einzigen 26 Erstliga-Spiele bestritt.

Ehe er 2002 die Fußball-Schuhe an den Nagel hängte, folgten noch Gastspiele bei den weniger renommierten Vereinen CD Badajoz, RCD Mallorca, UE Lleida, FC Elche und UDA Gramenet.

Erfolg als Co-Trainer

Nach seiner aktiven Zeit sammelte der designierte Barca-Coach im Jugend-Bereich der „Blaugranes“ erste Trainer-Erfahrungen, als er die berühmte 87er-Generation rund um Lionel Messi, Cesc Fabregas und Gerard Pique betreute.

Es folgten kurze Engagements bei FC Palafrugell und seinem Ex-Klub Figueres, ehe ihn als Sportdirektor vom FC Terrassa erneut der Ruf aus Barcelona ereilte.

Als Guardiola-Assistent machte sich Vilanova einen Namen als taktisches Mastermind, das stets hinter den Entscheidungen des Charismatikers stand. Detailtreue und Akribie sind zwei weitere Attribute, die dem Katalanen attestiert werden und die ihn zu einem wichtigen Puzzlestück aller 13 Titel-Gewinne der vergangenen Spielzeiten machten.

Vorschuss-Lorbeeren

„Er repräsentiert das Spiel, die Analyse und die Vorbereitung und qualifiziert sich durch seinen Einsatz und seine Fähigkeiten. Er denkt stundenlang an Fußball, bis er einschläft“, beschreibt Zubizarreta seinen neuen Top-Angestellten.

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