Im Schatten der großen Zwei

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Start in „La Liga“ für Spaniens Nummer Drei

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Der FC Valencia beendete die Saison 2010/2011 auf dem dritten Rang, eigentlich eine hervorragende Leistung.

Angesichts der 21 Punkte Rückstand auf den Zweiten, Real Madrid, wirkt dies jedoch irgendwie ernüchternd.

Gegen Racing Santander starten die „Fledermäuse“ einen neuen Versuch, die Diskrepanz in dieser Spielzeit zu verringern.

LAOLA1 sprach im Rahmen des Testspiels gegen Österreichs Rekordmeister SK Rapid mit einigen prominenten Valencia-Akteuren.

Der feine Unterschied

„Wir wissen, dass es sehr schwierig ist, sich mit Real und Barca zu messen. Aber wir werden versuchen, so lange wie möglich auf Tuchfühlung zu bleiben, trotz der Unterschiede, über die alle Bescheid wissen“, spricht Stürmer Aritz Aduriz das Finanzproblem seines Arbeitgebers an.

Während die großen Zwei aus Madrid und Barcelona auch in dieser Transferphase spektakuläre Neuzugänge präsentieren konnten, mussten die Valencianos einmal mehr, Abschied nehmen.

Juan Mata, Co-Kapitän des Vereins der Primera Division, verließ Spanien in Richtung London und reiht sich nahtlos in die Liste der namhaften Abgänge ein.

115 Millionen Einnahmen

Die Millionen, welche durch den nächsten Top-Transfer in die Kassen gespült wurden, dürften den finanziell schwer gebeutelten Klub allerdings glücklich stimmen.

Inklusive der 27 Millionen Euro des FC Chelsea für „El Tobillo Magico“ („Das magische Fußgelenk“) nahm der Liga-Dritte über 115 Millionen in den letzten drei Transferperioden ein.

Dafür zogen mit Raul Albiol (15 Mio., Real Madrid), Carlos Marchena (4 Mio., Villarreal), David Silva (30 Mio., Manchester City), David Villa (40 Mio., FC Barcelona) und eben Mata, nicht weniger als fünf amtierende Weltmeister und Leistungsträger von dannen.

Diese Finanzspritze war nötig, um den Schuldenberg von ursprünglich über 650 Millionen Euro entscheidend zu drücken und den Stadionbau des 2007 begonnenen „Nou Mestalla“ voranzutreiben.

Neue Spieler für Emery

Positive Nachrichten aus Sicht der Vereins-Verantwortlichen sind jedoch oft schlechte Nachrichten für den Trainer.

Unai Emery ist sich der prekären Finanz-Situation bewusst und versucht, die Abgänge so gut es geht, mit jungen und billigeren Spielern zu kompensieren.

So fanden in dieser Saison mit Adil Rami vom OSC Lille, Pablo Piatti und Diego Alves von Absteiger Almeria und den spanischen Jung-Nationalspielern Dani Parejo (Getafe) und Sergio Canales (Real Madrid/Leihe) durchaus bekannte Namen den Weg zum sechsfachen spanischen Meister.

„Die Spieler, die gekommen sind, verfügen über sehr viel Qualität und können uns auf jeden Fall weiterhelfen“, ist sich Aduriz sicher.

Einer von vielen Abgängen: Juan Mata

Konkurrenz aus Andalusien

„Ich werde alles daran setzen, Teil der ersten Elf zu werden und hart dafür arbeiten“, möchte der Argentinier Piatti seinen Vorgänger auf der Außenbahn, Joaquin, schnell vergessen lassen.

Der 30-jährige Ex-Nationalspieler verließ Valencia im Sommer und heuerte beim neuen Budget-Krösus FC Malaga an. Die Andalusier, die sich mit zehn, teils hochkarätigen Spielern verstärkt haben, werden ein weiterer Konkurrent um die internationalen Startplätze sein.

„Es mögen zwar ein paar klingende Namen dabei sein, aber es gilt zu beobachten, wie sich die Mannschaft und der Verein entwickeln. Sie haben sehr gute Fußballer und einen ausgezeichneten Trainer, aber ein Urteil wird man erst später fällen können“, steht Defensivspieler Bruno Saltor bei LAOLA1 dem Projekt „Malaga 2011/12“ eher skeptisch gegenüber.

Ziele bleiben dieselben

Abseits des Klubs von Besitzer Scheich Al-Thani bleiben die Gegenspieler um das Ziel der direkten Champions-League-Qualifikation dieselben. Atletico Madrid, Athletic Bilbao, Villarreal und der FC Sevilla werden wohl auch in dieser Saison die Europacup-Ränge unter sich ausmachen.

„Dritter oder Vierter in der Liga zu werden und somit die Champions League zu erreichen, ist das Primärziel sowohl des Vereins als auch der Mannschaft“, stellt Teamverteidiger Saltor klar.

„Und ich glaube, unsere Mannschaft ist stark genug, um dieses Ziel auch zu erreichen“, fügt Piatti hinzu.

Platz drei als Maximum?

„Wir werden versuchen, uns in der Tabelle gegenüber der vergangenen Saison noch zu verbessern“, so Aduriz. Diese Aussage wird wohl ein Wunschgedanke bleiben, dafür scheint die derzeitige Zwei-Klassen-Gesellschaft Spaniens zu sorgen.

„Barca und Madrid spielen auf einem enorm hohen Level, nicht nur für spanische Verhältnisse. Auch in Europa gibt es kaum Gegner für sie. Das sind zwei Mannschaften, die auf großen Investitionen, oder wie im Falle des FC Barcelona auch auf solider Jugendarbeit aufgebaut sind. Mit ihnen ist es schwierig mitzuhalten“, bringt der 30-jährige Saltor die Ausgangslage auf den Punkt.

„Aber das Ziel muss sein, so nahe wie möglich an die Zwei heranzukommen“, führt er fort.

Also zumindest näher, als die 21 Punkte Rückstand der vergangenen Saison.

Christian Eberle

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