Das andere Gesicht von Barca

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Reals "B-Elf" offenbart Barcas andere Seite

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"Barca hat nicht das gute Bild abgegeben, das sie gerne von sich sehen."

Die Worte von Pepe umschreiben die letzten Szenen des Liga-Clasicos sehr gut.

Anstelle fairer Gesten sah man unmittelbar nach der 1:2-Niederlage, wie die Katalanen im Kollektiv auf den Schiedsrichter losgingen.

Als Höhepunkt des Getümmels bekam Victor Valdes, in Abwesenheit von Xavi und Carles Puyol Kapitän des FC Barcelona, die Gelb-Rote Karte gezeigt.

"Ihr habt euch angeschissen"

"Ihr habt euch angeschissen! Du bist unverschämt, du bist unverschämt", soll der Keeper Miguel Angel Perez Lasa immer wieder zugerufen haben.

Doch was war passiert, dass sogar der sonst so ruhige Andres Iniesta wegen Kritik verwarnt wurde?

In der vierten Minute der Nachspielzeit versuchten die Gäste mit dem letzten Angriff doch noch einen Punkt aus dem Estadio Santiago Bernabeu zu entführen.

Der eingewechselte Adriano zog in den Strafraum und ging nach einem vermeintlichen Kontakt mit Sergio Ramos zu Boden.

Elfmeter oder nicht?

"Das war ein klarer Elfer und ein Unentschieden wäre gerecht gewesen", tat Gerard Pique seine Meinung kund und betonte zugleich die Bedeutung des Unparteiischen in einem Clasico: "Man muss unendlich besser als der Gegner sein, um unabhängig vom Schiedsrichter gewinnen zu können."

Barca wäre seiner Ansicht nach zwar auf Augenhöhe mit Real gewesen, einen Verbesserungsbedarf leugnete der Verteidiger, der das entscheidende Kopfball-Duell beim 2:1 durch Ramos (81.) verloren hatte, allerdings auch nicht.

Der Real-Kapitän an diesem Abend gab sich bezüglich seiner Elfmeter-Eeinschätzung zugedeckt: "Ich weiß nicht, ob es den Kontakt gegeben hat. Ich müsste mir das noch einmal anschauen. Aber ich glaube nicht, dass es die spielentscheidende Szene war."

Real mit Chancen-Übergewicht

Was zunächst nach Ironie klingt, soll verdeutlichen, dass Real zu diesem Zeitpunkt die Partie schon längst entscheiden hätte müssen.

Nach ausgeglichenen ersten 45 Minuten mit Toren von Karim Benzema (6.) und Lionel Messi (18.) bot Hälfte zwei ein Chancen-Übergewicht für die "Königlichen".

Der eingewechselte Ronaldo sorgte von seinem ersten Ballkontakt an für Wirbel, prüfte Valdes mehrere Male mit Weitschüssen und war dem Torerfolg mit seinem Kracher ans Lattenkreuz (87.) sehr nahe.

"Er ist der beste Spieler der Welt und immer wenn er ins Spiel kommt, überstrahlt er die anderen", streute Pepe seinem Nationalteamkollegen Rosen.

"B-Elf" zu stark für Barca

Dass "CR7" nur von der Bank kam, war dem Rotationsprinzip vor dem wichtigen Champions-League-Achtelfinal-Rückspiel gegen Manchester United geschuldet.

Gleich sieben Wechsel gegenüber Dienstag nahm Jose Mourinho vor - eine von manchen Medien als "B-Elf" verschriene Startformation war die Folge.

"Wir haben mit Spielern begonnen, die es nicht gewohnt sind, in Partien gegen Barca von Anfang an dabei zu sein, aber sie haben gezeigt, dass sie dazu bereit sind. Wir können uns auf alle im Kader verlassen", lobte Real-Co-Trainer Aitor Karanka.

Nächster Youngster im Fokus

Indirekt angesprochen hat er damit auch die "Entdeckung" des Spiels, Alvaro Morata. Der Youngster, der zu Beginn überraschend auf der Ronaldo-Position aufgeboten wurde, trug mit seinem Assist zum 1:0 maßgeblich zu den drei Punkten bei.

"Ich habe einen Pass zum Tor gegeben und hätte ein weiteres erzielen können", erinnerte der 20-Jährige an seine Top-Chance in Minute 76, als er alleine auf Valdes zugelaufen war. Nichtsdestoweniger war er mit seiner Leistung "überaus zufrieden".

Nach Raphael Varane, Torschütze in den beiden Copa-Clasicos, haben die Madrilenen also eine weitere Zukunftshoffnung ins Rampenlicht gerückt.

Eine Praxis, die man in den letzten Jahren stets vom katalanischen Kontrahenten gewohnt war.

Diesmal hat Barca jedoch eine andere Seite von sich präsentiert.

Christian Eberle

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