"Du musst die Glocke zum Klingen bringen"

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Die letzten Worte sind gesprochen.

Große Überraschungen bleiben auf den abschließenden Pressekonferenzen vor „El Clasico“ allerdings aus.

Ausgenommen, man hat erwartet, dass sich Real-Coach Jose Mourinho selbst den Fragen der spanischen Reporter stellt.

Doch wie schon zu Zeiten des Vierfach-Duells zum Abschluss der vergangenen Saison vertrat Co-Trainer Aitor Karanka den Portugiesen und übte diese Rolle in gewohnt souveräner, geradezu imitierender Weise aus.

So habe der große Showdown mit dem FC Barcelona (ab 21:30 Uhr LIVE auf LAOLA1.tv) die Vorbereitung der Madrilenen keineswegs verändert.

„Wir bereiten uns auf alle Spiele gleich vor, denn jedes hat seine Schwierigkeiten. Wir wollen unseren Lauf fortsetzen, den Rest wird man dann sehen“ spielt der baskische Assistent die Bedeutung bewusst herunter, um dann noch einen draufzusetzen: „Wir schielen nicht auf Unentschieden. Wir spielen in jeder Partie auf Sieg.“

„Werden uns nicht umstellen“

Als Tabellenführer mit einem (nach Verlustpunkten) auf sechs Zähler angewachsenen Vorsprung den FC Barcelona zu empfangen, lässt auch bei den „Königlichen“ aus der spanischen Hauptstadt die Brust ein wenig breiter anschwellen.

„Wir sind in einer guten Verfassung und auch wenn es gegen einen direkten Rivalen geht, gibt es keinen Grund irgendetwas anders zu machen. Die Mannschaft arbeitet gut und diese drei Punkte, um die es geht, werden uns nicht dazu veranlassen, unser Denken umzustellen“ versichert Karanka.

Die taktische Ausrichtung für Samstagabend sei demnach klar: „In der letzten Saison gab es Spiele unterschiedlichen Typs, weil wir in verschiedenen Bewerben gegeneinander angetreten sind, diesmal spielen wir mit einem 4-3-3.“

Karanka hält dicht

Welche Spieler diese Taktik auf dem Platz verkörpern werden, lässt sich auch nach den Formulierungen des Mourinho-Adjutanten nicht mit Sicherheit sagen.

Ob Karim Benzema oder Gonzalo Higuain spielt, bleibt ebenso bis kurz vor dem Anpfiff ein Geheimnis, wie die tatsächliche Fitness des angeschlagenen Alvaro Arbeloa. (mögliche Aufstellungen)

Noch mehr als der zu erwartenden Atmosphäre ist sich der Erfolgstrainer aber des Drucks bewusst, den die Katalanen ob des Rückstands in „La Liga“ haben und der die Gäste zwingt, das Spiel zu machen:

„Ich möchte nicht im Bernabeu 90 Minuten sitzen und warten, bis die Glocke klingt. Du musst es sein, der sie zum Klingen bringt. Deshalb kommen wir mit der fixen Vorstellung, diese Partie zu gewinnen.“

Glaube ans perfekte Spiel

Wie er diese Absicht in die Tat umsetzen will, weiß Guardiola genau: "Wir müssen gut verteidigen, schnell denken und schnell umschalten, stets wachsam sein und versuchen, in die freien Räume zu kommen."

Dass dies nicht leicht wird, liegt auf der Hand, denn Real ist ein „ausgezeichnetes, körperlich robustes Team, mit vielen Stärken und nur wenigen Schwächen. Um hier zu bestehen, muss man ein perfektes Spiel machen.“

Mit welchen Spielern diese Perfektion gelingen soll, konnte der 40-Jährige nicht sagen. Er habe die Aufstellung bereits im Kopf, aber noch ein paar Zweifel, über die er erst am Samstag entscheiden werde.

Fest steht für den Coach der Katalanen hingegen, dass es ein hochklassiges Spiel zu sehen geben wird.

Oder in seinen Worten, die somit die letzten sind: „Ein richtiges Spektakel.“

Christian Eberle

“Wir wissen, wie wir spielen und auch, was Barca sich vornimmt. Wir haben unsere Prinzipien und es wird ein wichtiges Spiel“, bestätigt der 38-jährige Ex-Verteidiger dann doch die Relevanz des Clasico.

Aus Sicht der Verfolger bewertet man die Ausgangslage erfahrungsgemäß ein wenig prekärer.

„Nicht entscheidend, aber sehr bedeutend“

„Es ist offensichtlich. Das Spiel ist nicht entscheidend, aber doch sehr bedeutend. Wenn du dir nicht bewusst bist, worum es geht, wird es sehr schwer, im Bernabeu zu bestehen“ definiert Barca-Trainer Pep Guardiola die Konstellation vor dem Spiel.

Der ehemalige Mittelfeld-Regisseur im Dress der „Blaugranas“ lief selbst etliche Male in der Heimstätte des Erzrivalen auf und weiß, was auf seine Spieler zukommt: „Das Stadion wird voll sein und es ist eine besondere Genugtuung, bei diesem Spiel dabei sein.“

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