Gelungenes Debüt für Barca-Coach Luis Enrique

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Ein wiedererstarkter Lionel Messi, ein gelungenes Trainer-Debüt und ein neues Juwel: Die Erleichterung im Lager des FC Barcelona war nach dem erfolgreichen Saisonstart mit dem 3:0-Heimsieg über Elche riesengroß.

"Eine Wonne", titelte die in Barcelona erscheinende Zeitung "La Vanguardia", und das Sportblatt "Mundo Deportivo" stellte fest: "Barca zeigt die Krallen."

"Der große Messi ist zurück"

Auch der 44-jährige Neocoach Luis Enrique freute sich nach dem Abpfiff am späten Sonntagabend: "Ich habe im Kader viel Quantität und viel Qualität."

Zum Einstand des früheren Barca-Spielers Luis Enrique gelang Messi nach vielen durchwachsenen Monaten im Klubtrikot wieder eine Glanzleistung. Der Vizeweltmeister aus Argentinien erzielte nicht nur die Tore Nummer eins (42.) und drei (63.) im Spiel, sondern war bester Mann auf dem Platz und sprühte nur so vor Spielfreude und Energie.

"Der große Messi ist zurück", war am Montag riesengroß auf Seite eins der Zeitung "Sport" zu lesen.

El Haddadi beweist sein Talent

Viel Vorfreude bei Fans und Medien in Katalonien weckt aber auch ein Nobody: Der erst 18-jährige Außenstürmer Munir El Haddadi bewies bei seinem offiziellen Debüt vor 68.100 Zuschauern im Camp Nou, dass seine sehr guten Leistungen bei den Testspielen nicht von ungefähr kamen.

Der Sohn eines Marokkaners traf nach Traumpass von Ivan Rakitic zum 2:0 (46.) und wirbelte die gegnerische Abwehr immer wieder durcheinander.

"Ein Traum ist wahrgeworden. Wegen der Nerven hatte ich vor dem Spiel überhaupt nicht geschlafen", verriet Munir. Der junge Mann ließ die Fans schnell vergessen, dass beim ersten Liga-Spiel gleich zwei Sturm-Superstars nicht mit von der Partie waren: Der Brasilianer Neymar fehlte, weil er noch leicht angeschlagen ist, und der Uruguayer Luis Suarez ist nach seiner Beißattacke bei der WM gegen den Italiener Chiellini bis zum 26. Oktober gesperrt.

Wegen eines kleinen Lendenwirbel-Risses musste im ersten Pflichtspiel der Saison auch der frühere Mönchengladbach-Tormann Marc-Andre ter Stegen passen.

Mascherano-Rot macht sich nicht bemerkbar

Dass zudem nach dem Ausschluss von Javier Mascherano wegen einer Notbremse (43.) die Hausherren rund 50 Minuten in Unterzahl spielen mussten, machte sich ebenso wenig bemerkbar wie die vielen Ausfälle. Die einstigen Könige des "tiqui-taca"-Kurzpass-Spiels agierten dynamisch und engagiert wie lange nicht mehr.

Die von Hobby-Triathlet Luis Enrique mit Investitionen von 150 Millionen Euro eingeleitete Umstrukturierung trägt bereits Früchte, meint "La Vanguardia". Der Vizemeister habe nicht nur einen "neuen Geist" gezeigt, sondern habe deutlich mehr taktische Waffen.

Atletico als "ärgster Konkurrent"

Die Zeit wird zeigen, ob sich Barca von der Last der jüngsten Misserfolge, der Schicksalsschläge (Tod von Ex-Trainer Tito Vilanova), der Steueraffären um Messi und Neymar sowie des vom Weltverband FIFA für 2015 verhängten Transferverbots tatsächlich befreien kann.

Fest steht aber, dass in Barcelona dieser Tage der Optimismus überschwappt. Er sei titelhungrig und wolle nicht nur die Liga, sondern auch die Champions League holen, sagte Neuzugang Rakitic der kroatischen Zeitung "Jutarnji".

Und Klubpräsident Josep Maria Bartomeu erlaubte sich im Freudentaumel einen Seitenhieb auf den Erzrivalen und Champions-League-Sieger Real Madrid. Er fürchte nicht in erster Linie das Team um Weltfußballer Cristiano Ronaldo und die Weltmeister Toni Kroos und Sami Khedira. "Nein, unser ärgster Konkurrent ist Meister Atletico."

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