Wenn die anderen dran sind...

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Barca, Real, Barca, Barca, Barca, Real, Real, Barca, Barca. Die vergangenen neun Meisterschaften in La Liga haben die Dominanz der beiden großen Klubs noch einmal eindrucksvoll manifestiert.

Von den insgesamt 82 vergebenen Meistertiteln in Spanien konnten Barca und Real insgesamt 54, also zwei Drittel, erringen. Sieben andere Vereine teilen sich die restlichen 28 auf.

!!! FC Barcelona gegen Atletico Madrid, Sa., ab 17 Uhr, im LIVE-Stream bei LAOLA1.tv !!!

Kurzum, wenn in den vergangenen 50 Jahren weder Barca, noch Real am Saisonende an der Spitze standen, war es eine Sensation.

Eine solche bahnt sich erneut an. Atletico Madrid benötigt beim großen Finale im Camp Nou lediglich einen Punkt, um Meister zu werden. Erstmals seit 1996 und zum zehnten Mal überhaupt.

LAOLA1 hat sich angesehen, wie es zu den vergangenen Sensationen gekommen ist:

1995/96 Meister Atletico Madrid

In der Vorsaison hatte Atletico mit einem Remis am letzten Spieltag gerade noch den Abstieg abgewendet, ein Jahr später stand der Verein plötzlich als Double-Gewinner da. Dieser Umstand war nicht zuletzt dem neu verpflichteten Trainer Radomir Antic geschuldet. Der Serbe mistete den 35-Mann-Kader gnadenlos aus. Zudem wurden dem Coach vom exzentrischen Klub-Boss Jesus Gil y Gil praktisch alle Transferwünsche erfüllt. Wenngleich so mancher Neuzugang zunächst eher für Nasenrümpfen denn Applaus sorgte. So kam etwa Milinko Pantic. Der Offensivspieler war mit fast 29 Jahren nicht nur schon recht alt, sondern kam auch noch von Panionios aus Athen, nicht unbedingt der namhafteste Klub. Luboslav Penev wiederum hatte zwar bei Valencia bewiesen, was er kann, doch der 1994 bei ihm diagnostizierte Hodenkrebs ließ doch ernsthafte Zweifel an seiner Fähigkeit, regelmäßig Fußballspielen zu können, aufkommen. Doch diese zwei Spieler stellten sich im Laufe der Saison, die erste mit der Drei-Punkte-Regel, als immens wichtige Bausteine innerhalb der Double-Mannschaft heraus. An der Seite von Diego Simeone und Kiko brillierten die beiden Neuzugänge. Der Titelkampf mit Valencia wurde übrigens erst am letzten Spieltag entschieden. Für Barca war es die erste Saison ohne Granden wie Ronald Koeman, Hristo Stoichkov und Txiki Begiristain und gleichzeitig die letzte unter Johan Cruyff als Trainer. Bei Real Madrid musste Coach Jorge Valdano bereits im Jänner den Hut nehmen, ein junger Vicente del Bosque übernahm kurzzeitig interimistisch, ehe Arsenio Iglesias bis Saisonende auf der Bank sitzen durfte.

1999/00 Meister Deportivo La Coruna

Nach schweren Zeiten in den 70ern und 80ern befand sich Depor bereits seit geraumer Zeit auf dem Weg nach oben. Zur Jahrtausendwende gelang schließlich der ganz große Coup. Unter Anleitung von Javier Irureta, der sich zuvor schon vor allem bei Real Oviedo und Celta Vigo als sehr fähiger Mann erwiesen hatte und im Sommer 1998 zum Klub stieß, konnte die bisher einzige Meisterschaft gefeiert werden. Der gefeierte Held dieser mit Könnern wie Mauro Silva, Djalminha, Naybet und Pauleta hochkarätig besetzten Truppe war ein Niederländer namens Roy Makaay. Fast neun Millionen Euro hatte Depor im Sommer an CD Teneriffa ausgegeben, mit seinen 22 Toren zahlte er dieses Vertrauen ausgiebig zurück. Titelverteidiger FC Barcelona beendete daraufhin die Zusammenarbeit mit Louis van Gaal. Real Madrid zog schon während der Saison die Reißleine und ersetzte John Toshack durch Vicente del Bosque, der die Champions League gewann.

2001/02 Meister FC Valencia

Im Zusammenhang mit dieser Meisterschaft von einer Sensation zu sprechen, wäre ein wenig vermessen. Überraschend kam sie aber allemal. Valencia hatte zwar in den beiden vorangegangenen Jahren zwei Mal das Finale der Champions League erreicht (und verloren), doch der Sommer vor der Meistersaison war durchaus ein turbulenter. Erfolgscoach und Kettenraucher Hector Cuper zog eine Zukunft bei Inter Mailand dem Verbleib an der spanischen Mittelmeerküste vor. Klub-Boss Pedro Cortes übergab sein Amt aus persönlichen Gründen an Jaime Orti. Und auch zahlreiche namhafte Kicker verließen den Verein – etwa Gaizka Mendieta, Didier Deschamps und Zlatko Zahovic. Javier Irureta, Mane und Luis Aragones konnten allesamt nicht davon überzeugt werden, sich auf den Trainerstuhl zu setzen. Der aufstrebende Rafa Benitez, der eben erst den Aufstieg mit Teneriffa geschafft hatte, nahm die Chance dankend an. Immerhin hatte der Kader noch jede Menge Qualität. Das bewiesen Santiago Canizares, Roberto Ayala, Pablo Aimar und Co., die mit der offensiveren Spielweise unter Benitez ihre Freude hatten, dann auch eindrucksvoll. Bei Barca durfte sich in dieser Saison, vor der Pep Guardiola den Klub verlassen hatte, Carley Rexach als Coach versuchen, ehe man wieder van Gaal einsetzte. Bei Real tröstete del Bosque sich und die Fans abermals mit dem Gewinn der Champions League.

2003/04 Meister FC Valencia

Nach einer ziemlich enttäuschenden Saison 2002/03, die mit einem fünften Platz endete, ging es im dritten Jahr unter Benitez wieder bergauf – oder eher ganz nach oben. In der Meisterschaft schien die Lage zunächst jedoch aussichtlos, im Februar hatte Titelverteidiger Real Madrid, im ersten Jahr mit David Beckham und im einzigen unter Carlos Queiroz, nach 26 Runden schon acht Punkte Vorsprung. Doch die „Königlichen“ holten  in den letzten fünf Spielen der Saison keinen einzigen Punkt mehr. Bereits zwei Runden vor Schluss stand Valencia als Meister fest und krönte seine Saison mit dem Gewinn des UEFA-Cups. Hinter den Kulissen schwelte jedoch ein Machtkampf zwischen Benitez und Sportdirektor Jesus Garcia Pitarch. Benitez wollte mehr Einfluss auf die Transfers, Pitarch das Heft selbst fest in der Hand halten. „Ich wollte ein Sofa und sie haben mir eine Lampe gekauft“, sagte Benitez einmal. Und verschwand nach Liverpool. Bei Barca spielte übrigens ein gewisser Ronaldinho seine erste Saison in La Liga, Coach van Gaal übergab im Jänner an Radomir Antic, der zwar letztlich Zweiter wurde, aber trotzdem nicht länger bleiben durfte. Es folgte die Ära von Frank Rijkaard.

2013/14 Meister ?

Damit war vor Saisonbeginn wahrlich nicht zu rechnen. Atletico Madrid hatte zwar schon 2012/13 eine ganz gute Saison gespielt und mit Rang drei die beste Platzierung seit dem Titelgewinn 1995/96 erobert, doch der Rückstand auf Meister FC Barcelona hatte doch 24 Punkte betragen. Zudem verloren die Hauptstädter im Sommer mit Falcao ihren Goalgetter an den AS Monaco. Doch die Truppe des argentinischen Trainers Diego Simeone, der seit Weihnachten 2011 im Amt ist, spielte eine unfassbare Saison, in der sich der bis dahin unauffällige Stürmer Diego Costa mit Toren am Fließband ins Rampenlicht schoss. In einem spannenden Dreikampf verlor Real Madrid mit Neo-Coach Carlo Ancelotti und der vermeintlich teuersten Neuverpflichtung aller Zeiten, Gareth Bale, kurz vor Schluss den Kontakt zur Spitze. Der FC Barcelona, der mit Tata Martino ebenfalls einen neuen Mann auf der Bank und mit Neymar ebenfalls einen sündhaft teuren Neuzugang hatte, machte es aber bis zur letzten Runde spannend. Wie es das Schicksal so wollte, bescherte die Auslosung den beiden Teams ein direktes Duell am finalen Spieltag, in dem… seht selbst

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Harald Prantl

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