Darum sind wir heiß auf La Liga

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La Liga im Check: Stürmt Barca wieder zum Titel?

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Warum wir euch gerade die spanische Liga zeigen? Ganz einfach: Sie ist die beste der Welt! 23 Europacup-Titel sammelten die Spanier in diesem Jahrtausend – das sind mit Abstand die meisten aller europäischen Ligen. Zum Vergleich: Deutschland konnte nur drei europäische Titel holen, Italien fünf und England sechs.

Mit dem FC Sevilla und dem FC Barcelona stellte Spanien auch am Ende der letzten Saison Europas Triumphatoren. Die Katalanen holten zusätzlich sogar Meisterschaft und Pokal. Auch in diesem Jahr ist das Team von Luis Enrique Favorit. Die Konkurrenten, allen voran Real Madrid, werden es Barca aber nicht leicht machen.

LAOLA1 checkt die Lage der Liga und präsentiert euch vor dem Saisonstart einige Spotlights und Kuriositäten:

Projekt Titelverteidigung mit Fragezeichen

Eigentlich hat sich beim Triple-Gewinner nicht viel geändert. Klar, Klublegende Xavi ist weg. Auch Pedro (um 30 Mio. Euro zu Chelsea) hat den Klub verlassen. Zur Stammelf gehörten die beiden in der letzten Saison aber sowieso nicht. Klingt so, als bräuchte das Erfolgsteam des Vorjahres den Meistertitel nur am Silbertablett abholen. Dennoch herrscht Missstimmung. Schuld sind die zahlreichen Niederlagen der letzten Wochen. In Freundschaftsspielen unterlag man Manchester United (1:3), der Fiorentina (1:2) und Chelsea (2:2 n.V., 2:4 im Elferschießen). Die bitterste Pleite setzte es aber in der Supercopa mit dem 0:4 in Bilbao (Rückspiel 1:1). Das war eine kräftige Ohrfeige für das Team von Enrique.

Ein Schuss vor den Bug zur richtigen Zeit? Vielleicht. Die Fehler in der Defensive sollten schleunigst abgestellt werden, bevor es am Sonntag (18:30 Uhr im LIVE-Stream) zum Liga-Start ausgerechnet wieder nach Bilbao geht. Zumal Enrique auf gleich fünf Abwehrspieler verzichten muss. Unter anderem auf Gerard Pique, der in der Supercopa einen Linienrichter beleidigte. Auch Neymar muss beim Saisonauftakt pausieren. Der 23-Jährige hat sich zuletzt bekanntlich mit Mumps angesteckt. Obwohl der Brasilianer gegen die Kinderkrankheit geimpft war, wie man bei Barca betont.

Abseits des Platzes durfte sich Präsident Josep Maria Bartomeu über die Wiederwahl freuen. Trotz starker Konkurrenz in Form von Ex-Boss Joan Laporta und obwohl über den Verein in dessen Amtszeit als Barca-Vorstand eine Transfersperre verhängt wurde. Die Katalanen ließen es sich in diesem Sommer dennoch nicht nehmen, zwei Spieler zu verpflichten. Arda Turan (um 34 Mio. Euro von Atletico) und Aleix Vidal (um 17 Mio. Euro von Sevilla) dürfen aber erst ab Jänner eingesetzt werden.

Ist Benitez der Richtige?

Für Rafa Benitez ging ein Traum in Erfüllung. Real ist der Klub seines Lebens. Der 55-Jährige ist ein waschechter Madridista. Er wuchs in der spanischen Haupstadt auf, spielte für die Real-Jugend und arbeitete später auch als Trainer für die „Königlichen“. In der Saison 1993/94 avancierte er kurzzeitig sogar zum Assistenz-Coach von Interimstrainer Vicente del Bosque.

Nun ist Benitez selbst der Chef. Viele begegneten ihm bei seiner Ankunft jedoch mit kritischen Tönen. In den letzten Jahren konnte der Spanier nicht jene Erfolge einfahren, die man sich von einem angehenden Real-Trainer erwartet. Böse Zungen behaupten gar, er hätte den Job nur deshalb bekommen, weil er bereit sei, die Vorgaben von Präsident Florentino Perez zu erfüllen. So wird zumindest die Entscheidung von Benitez interpretiert, Gareth Bale als Nummer zehn aufzustellen. Der Waliser soll diesen Wunsch über seinen Manager an Perez herangetragen haben. Dieser wiederum habe Benitez den Auftrag erteilt, Bale im Zentrum aufzustellen, spekulieren spanische Medien.

Fakt ist jedenfalls, dass der Neo-Coach mit einem 4-2-3-1 in der Vorbereitung spielen ließ. Auch ein 4-4-2 steht als mögliches Startsystem im Raum. Gegenüber der letzten Saison, als Carlo Ancelotti im 4-3-3 teilweise recht offensiven Fußball spielen ließ, dürfte Benitez mehr auf Sicherheit setzen. Das könnte den von Napoli gekommenen Übungsleiter noch zum Verhängnis werden, sind die Real-Fans doch dafür bekannt, dominanten Angriffsfußball zu fordern.

Wer wird die dritte Kraft?

Nicht Barca, nicht Real, sondern Atletico gab in diesem Transferfenster das meiste Geld für Neuzugänge aus. 126 Millionen Euro investierten die "Rojiblancos“ in Jackson Martinez (Porto), Stefan Savic (Fiorentina), Yannick Ferreira Carrasco (Monaco), Luciano Vietto (Villarreal), Filipe Luis (Chelsea) und Bernard Mensah (Vitoria Guimaraes).  Damit bekräftige der Meister von 2014, doch wieder im Titelkampf mitmischen zu wollen. Coach Diego Simeone könnte in dieser Saison vermehrt auf ein 4-3-3 statt dem etatmäßigen 4-4-2 zurückgreifen. Koke, Spaniens legitimer Xavi-Nachfolger, soll darin eine noch zentralere Rolle einnehmen. Fügen sich die vielversprechenden Neuzugänge schnell ins neue Umfeld ein, dann könnte Atletico trotz prominenter Abgänge wie Mario Mandzukic oder Arda Turan erneut die beiden Großklubs fordern. Zumal bei den „Rojiblancos“ mit Simeone wohl einer der besten Trainer des gesamten Kontinents auf der Bank sitzt.

Platz zwei in puncto Transferausgaben belegt der FC Valencia. Die „Fledermäuse“ gaben den Großteil der 107 Millionen Euro aber für Spieler aus, die sowieso schon ausgeliehen waren. Rodrigo, Andre Gomes und Joao Cancelo wurden von Benfica fix verpflichtet, Alvaro Negredo für 28 Mio. Euro von ManCity. Seitdem der Singapurer Geschäftsmann Peter Lim den Verein übernommen hat, sitzt das Geld wieder locker bei den „Fledermäusen“. Deswegen konnte man sich mit Celta-Vigo-Talent Santi Mina ein Offensiv-Juwel um zehn Millionen Euro leisten. Fraglich bleibt, wie gut die Mannschaft von Nuno Santo die Doppelbelastung, die letztes Jahr noch kein Thema war, verträgt. Nach einem 3:1 gegen Monaco im Hinspiel darf man sich große Hoffnungen auf die erfolgreiche CL-Quali machen.

Auch der FC Sevilla, der als Europa-League-Sieger fix in der CL-Gruppenphase steht, setzt sich einen Platz unter den ersten vier zum Ziel. Mit Carlos Bacca (Milan) und Aleix Vidal (Barca) verlor man aber zwei wichtige Leistungsträger. Sevillas legendärer Sportdirektor Monchi, der seit seiner Bestellung im Jahr 2000 bereits oft ein goldenes Händchen bewies, hat wieder einmal vielversprechenden Ersatz gefunden: Gael Kakuta, der zuletzt bei Rayo überzeugte, kommt von Chelsea, Steven N’Zonzi von Stoke und Ciro Immobile von Borussia Dortmund. Neben Atletico, Valencia und Sevilla dürften auch Villarreal (Roberto Soldado kam um 16 Mio. Euro von Tottenham) und Athletic Bilbao um die Europacup-Plätze mitmischen.

HW4 und VdV bei Betis

Will denn Betis gleich wieder absteigen? Die Verpflichtung zweier alternder HSV-Profis lässt jedenfalls keinen anderen Schluss zu. Rafael van der Vaart und Heiko Westermann belegten in den letzten beiden Jahren mit den Hamburgern jeweils einen Platz unter den letzten drei der Tabelle. In Deutschland hatten sie das Glück, den Abstieg in der Relegation verhindern zu können. Das Problem: In Spanien gibt es diese Spiele der letzten Chance nicht. Es bleibt also fraglich, warum der Klub aus Sevilla „VdV“ und „HW4“ verpflichtete. Okay, dem niederländischen Ball-Künstler ist zuzutrauen, in der andalusischen Heimat seiner Großmutter wieder aufzublühen. Aber warum Westermann? Das fragt sich nicht zuletzt auch Paul Scharner:

Der "spanische Zidane" (40) ist zurück

Neben Betis dürfen wir mit Las Palmas und Sporting Gijon zwei weitere hochkarätige Aufsteiger in der Liga begrüßen. Beim Klub aus der Stadt, die in Österreich mit einer „Schande“ assoziiert wird, ruhen die Hoffnungen vor allem auf dem aufstrebenden Trainer Abelardo Fernandez. Der enge Freund von Luis Enrique führte das junge Team überraschend nach oben. Bei Las Palmas sorgt wiederum ein alter Routinier für Aufsehen. La-Coruna-Legende Juan Carlos Valeron, früher „spanischer Zidane“ genannt, ist mit 40 Jahren zurück in der obersten Spielklasse.

Gerechtigkeit für Eibar

Die Welt ist doch gerecht! Zumindest wenn es um das Schicksal des SD Eibar geht. Der kleine Klub aus dem Baskenland brüstet sich nicht zu Unrecht damit, im spanischen Kredit-Wahn schuldenfrei den Weg in oberste Spielklasse gefunden zu haben. Am letzten Spieltag stand im Mai eigentlich der Abstieg fest, doch dann wurde ausgerechnet die Schuldenlast eines anderen Klubs zum Glücksfall für den Verein aus der 27.000-Einwohner-Stadt. Aufgrund finanzieller Probleme musste Elche zwangsabsteigen und Eibar gelang der Klassenerhalt am grünen Tisch. Trainer Gaizka Garitano erklärte angesichts von 16 Niederlagen in den letzten 20 Spielen trotzdem den Rücktritt. Jose Luis Mendilibar wird die Basken nun in ihre zweite La-Liga-Saison führen.

Wetten, dass…

… erstmals fünf Vereine desselben Landes in der Champions-League-Gruppenphase vertreten sein werden? Sevilla hat als Europa-League-Sieger einen Startplatz sicher. Bei Qualifikant Valencia sieht die Sache nach dem 3:1 im Hinspiel gegen Monaco sehr gut aus.

… der chinesische Außenverteidiger Zhang Chengdong bei Rayo Vallecano nicht oft zum Zug kommen wird? „Das ist wahrscheinlich die schlechteste Entscheidung, die sie getroffen haben, seitdem ich hier bin“, sagte Trainer Paco Jemez über den von einem Sponsor initiierten Transfer.

… David de Gea doch noch zu Real Madrid wechseln wird? Das Transfertheater rund um den spanischen Nationaltorhüter, der bei Manchester United nur auf der Tribüne sitzt, muss bald ein Ende haben. Zum Wohle des Spielers und beider Vereine.

Rafa Benitez (Vertrag bis 2018) am Ende der Saison nicht mehr Real-Trainer sein wird? Die traditionell große Erwartungshaltung bei den „Königlichen“ wird ihm zum Verhängnis werden.

… die beiden Nationalhelden Xavi und Iker Casillas der Liga fehlen werden? Klar, da lehnen wir uns nicht besonders weit aus dem Fenster, aber ohne die beiden – neben Alfredo di Stefano – wohl größten spanischen Fußballer aller Zeiten ist La Liga nicht mehr dieselbe.

… der FC Barcelona spätestens im Dezember über fehlende Kader-Dichte klagen wird? Aufgrund der Transfersperre dürfen die Neuzugänge erst ab Jänner eingesetzt werden. Dazu kommen die zahlreichen CL-Gruppenspiele und die FIFA-Klub-WM (10. bis 20. Dezember). Gut möglich, dass einige Talente viel Einsatzzeit erhalten werden.

… euch nicht aufgefallen ist, dass in dieser Saisonvorschau kein einziges Mal von Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo die Rede war? Die beiden werden sowieso wieder alles in Grund und Boden schießen. Von ihnen ist in den nächsten Monaten oft genug die Rede. Spätestens, wenn es darum geht, wer Weltfußballer wird.

 

Jakob Faber

Immobile schießt gegen Dortmund

Eine Runde Mitleid für Ciro Immobile, bitte! Der Stürmer-Flop aus Dortmund, mittlerweile beim FC Sevilla tätig, machte in einem „El Pais“-Interview mit bemerkenswerten Ausreden von sich reden. Den Italiener störte zum Beispiel die frühe Zeit des Abendessens in Deutschland. „Du fühlst dich schlecht, wenn du nicht an einen bestimmten Lebensstil gewöhnt bist. Zum Beispiel das Abendbrot ist um 23 Uhr in Spanien. In Deutschland um 19 Uhr“, so Immobile, den die spanische Lebensweise laut eigenen Angaben besser liegt. Am meisten störte den 18-Millionen-Euro-Mann aber die fehlende Unterstützung des Vereins. „Niemand hat geholfen, weder mir, noch meiner Familie. Wir haben sehr gelitten.“ Diese Aussagen sind umso bemerkenswerter, da sie sich direkt gegen den eigenen Arbeitgeber richten. Immobile ist vom FC Sevilla nämlich nur ausgeliehen und gehört noch immer Dortmund. 

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