Auf Albas und Bernats Spuren

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Auf Albas und Bernats Spuren

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Jordi Alba wechselte im Juli 2012 für 14 Millionen Euro zum FC Barcelona. Im Sommer 2014 holten die Bayern Juan Bernat für kolportierte 10 Millionen.

Linksverteidiger von internationalem Format sind rar gesät und wer binnen zweier Jahre gleich zwei gute Leute auf dieser Position verliert, steht normalerweise vor einem Problem.

Nicht so der FC Valencia, denn in den Reihen der "Fledermäuse" spielt der Senkrechtstarter der aktuellen La-Liga-Saison: Jósé Luis Gayà.

Klein, schnell, technisch stark

Der Vergleich mit seinen Vorgängern hinkt nicht. Gayà hat nicht nur eine ähnliche Statur wie Alba und Bernat. Der 19-Jährige ist ebenso technisch stark und schnell. Verdammt schnell. Laut einer jüngsten Messung gehört er zu den zehn schnellsten La-Liga-Spielern.

>>> El Clasico, Barca vs. Real, Sonntag, 22.3., 20:30 Uhr bei LAOLA1.tv <<<

Seinen Speed nützt der 1,72-m-Mann nicht nur, um stur die Linie rauf und runter zu laufen. Gayà zieht es immer wieder in die Mitte. Als von Links kommender Linksfuß schließt er nicht so oft selbst ab. Dafür bereitet Valencias Nr. 31 ganz gerne Tore vor.

Wie das aussehen kann, durfte unter anderem Real Madrid Anfang des Jahres im Mestalla erfahren (siehe Video ab 3:09 Min.). 52. Minute: Gayà sucht den Weg nach innen, sprintet zunächst Isco, dann Carvajal davon. Er legt quer auf Barragàn. Einen abgefälschten Schuss später steht es 1:1. Am Ende gewann Valencia 2:1 und die „Königlichen“ kassierten nach zuvor 22 Siegen en suite mal wieder eine Niederlage.

Der gelebte Traum

Insgesamt steht Gayà in dieser Saison bei vier Assists. Unter den Verteidigern in Spaniens Elite-Liga kann nur Marcelo einen besseren Vorlagen-Wert (sechs) vorweisen.

„Ich lebe einen Traum. Ich dachte nie, dass ich mit 19 Jahren dort stehen würde, wo ich jetzt bin“, gab das Top-Talent zu Weihnachten auf der Vereins-Homepage zu Protokoll.

Der verhinderte Stürmer

Weihnachten und andere Feiertage verbringt Gayà gerne bei Familie und Freunden im beschaulichen Pedreguer, seinem Heimatort in der Provinz Alicante.

Pedreguer liegt eine gute Autostunde südlich von Valencia. Als Gayà mit elf Jahren in die Jugend der „Fledermäuse“ wechselte, fuhr ihn sein Vater anfangs mehrmals in der Woche 100 km zum Training und zurück, ehe der heute 19-Jährige in ein Internat umzog.

Eines seiner Vorbilder war David Villa, der gerade seine Glanzzeit bei Valencia durchlebte. Kein Wunder, Gayà war damals selbst noch Stürmer. Eine Umschulung sollte erst Jahre später folgen. Das erklärt vielleicht seinen auch heute noch stark ausgeprägten Offensivdrang.

Gegen Real kümmerte sich Gayà um Isco

Mit der Saisonvorbereitung beginnt der Hype

Nachdem Gayà alle Stufen der Akademie in Paterna durchlief und auch in der Reserve seine Leistung brachte, wurde er langsam an die erste Mannschaft herangeführt. Schließlich durfte der Linksverteidiger am 27. April des Vorjahres gegen Atlético sein Liga-Debüt feiern.

Nach Bernats Abgang zu den Bayern im Sommer war klar, dass Gayà zumindest ab und an eine Chance bekommen würde. Seine Ansprüche auf die Startelf meldete der Flügelflitzer spätestens in der Saisonvorbereitung mit starken Vorstellungen gegen Manchester United und Benfica an.

Mittlerweile ist der 19-Jährige kaum mehr aus Valencias Spiel wegzudenken. Gayà ist in dieser Saison der Feldspieler mit den meisten Einsatzminuten in Reihen der „Che“. Natürlich ist der Rohdiamant noch nicht fertiggeschliffen. Seine Ungestümheit in der Zweikampfführung ist wohl sein größtes Manko. Sieben gesammelte Gelbe Karten sind nicht wenig.

Geweckte Begehrlichkeiten

Ein blutjunger Außenverteidiger, der konstant auf hohem Niveau agiert, weckt natürlich Begehrlichkeiten. Wenn man dem spanischen und britischen Blätterwald glauben mag, sind vor allem Real Madrid und Arsenal höchst interessiert.

Die Wasserstandsmeldungen Gayàs Zukunft betreffend ändern sich allerdings häufig. Sehr gut zu beobachten ist dies an den Aussagen Amadeo Salvos.

„Ich habe Florentino Pérez gefragt, ob er Gayà möchte und er erzählte mir, er sei nicht interessiert“, erklärte der Valencia-Boss am 27. Februar dem Radio-Sender "Cope". Vier Tage später war in der „AS“ allerdings folgendes zu lesen: „Wenn Real Madrid täglich mit derselben Geschichte an deiner Tür klopft, ist es an der Zeit zu handeln.“

Die Sache mit der Ausstiegs-Klausel

Verwirrspiel hin oder her. Salvo spricht mit seinem zweiten Statement an, dass Valencia alles daran setzt, mit seinem Juwel sobald wie möglich zu verlängern. Gayà hat zwar noch einen bis 2018 gültigen Vertrag, aber eine Ausstiegsklausel mit einer kolportierten Höhe von 18 Millionen Euro schreckt Real und Co. nicht ab.

Die „AS“ spekuliert, dass die Klausel bei einer Verlängerung auf 40 Millionen erhöht wird. Zudem soll sich sein Jahressalär auf 1,5 Millionen Euro versechsfachen. Sportdirektor Rufete versucht auch mit Komplimenten seinen Youngster zu halten: "Für mich ist Gayà der zukünftige Kapitän des Teams."

Momentan gilt noch die Konzentration dem FC Valencia. Das große Ziel ist das Erreichen der Königsklasse. Nach neun Siegen aus den letzten elf Spielen ist der sechsfache spanische Meister auf einem guten Weg dorthin.

Nach Einsätzen in der U17, 18, 19, 20 und 21 Spaniens ist es auch nur noch eine Frage der Zeit, bis Vicente del Bosque bei Gayà anklopfen wird. Dann würde es wohl auch zu einem Kräftemessen des Teenagers mit seinen Vorgängern kommen. Jordi Alba und Juan Bernat.

 

Máté Esterházy

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