Ein Flitzer hält still und stellt sich dem Interview

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Jimmy Jump ist jedem Sportfan ein Begriff.

Rund um den Globus ging der vielleicht bekannteste Flitzer der Welt seiner selbst gewählten Profession nach.

Ob French Open, Formel-1-Grand-Prix oder Eurovision Songcontest, kaum ein Event, das der Mann mit der roten Mütze noch nicht beehrt hat.

LAOLA1 hat sich auf die Suche nach dem "Sprintstar" begeben und bat ihn für ein kurzes Interview innezuhalten.

Darin verrät der gebürtige Katalane wenige Tage vor "El Clasico", ob man ihn am Samstag im Santiago Bernabeu zu sehen bekommt, warum ihm die Fans egal sein müssen und noch viele weitere Details.

>>> El Clasico, Samstag, 10.12., 22:00 Uhr LIVE auf LAOLA1.tv <<<


LAOLA1: Zu Beginn musst du uns erklären, wer ist Jimmy Jump? 

Jimmy Jump: Er ist ein Alter-Ego von Jaume Marquet i Cot, das frei zu sein versucht von den Normen dieser Welt, Barrieren überwindet und sich glücklich fühlt beim Springen über die ganze Welt. „Over the world be free“.

LAOLA1: Was sind deine Beweggründe, um über die Spielfelder zu flitzen?

Jimmy Jump: Von klein an war ich ein riesiger Sportfan. Als Erwachsener begann ich, bei großen Events zu flitzen. Das erste Mal war im Stadion des FC Barcelona und im nächsten Jahr werden es zehn Jahre des Springens und Laufens sein. Ich spüre ein besonderes Adrenalin durch diese Aktionen, die mich glücklich und frei machen.

LAOLA1: Wie hat das alles angefangen?

Jimmy Jump: Im Jahr 2000 gastierte Bruce Springsteen in Barcelona und ich wollte ihm während seines Auftritts eine Barca-Fahne überreichen. Es war das erste Mal, dass ich dieses besondere Gefühl gespürt habe.

LAOLA1: Gibt es ein Vorbild für dich, ein Idol, dem du nacheiferst?

Jimmy Jump: Nein, ich bin einzigartig. Jetzt gibt es nur Nachmacher, die versuchen, mich zu imitieren.

LAOLA1: Haben deine Aktionen schon Sponsoren auf den Plan gerufen, oder wie finanziert sich ein Flitzer?

Jimmy Jump: Ich zahle alles allein. Manchmal haben mich einige Freunde unterstützt, aber kein Sponsor. Vielleicht haben sie Angst, bestraft zu werden, oder etwas in der Art.

LAOLA1: Du versuchst meistens, den Sportlern die „Barretina“, eine traditionell katalanische Kopfbedeckung, aufzusetzen. Warum?

Jimmy Jump: Weil es mein Ziel ist, bis zu ihnen zu gelangen und sie mit der für Katalonien und dem FC Barcelona typischen Mütze zu „krönen“. Es ist ein Ritual, um mich in spezieller Weise auszudrücken und etwas Einzigartiges zu machen.

LAOLA1: Welche Reaktion eines Sportlers auf dein Vorhaben gefiel dir am besten?

Jimmy Jump: Als ich Messi die Mütze aufgesetzt habe  und er gelacht hat, das war herrlich. Auch Kun Aguero hat mir gefallen, als ich ihn bei der Copa America in Argentinien „besucht“ habe.

LAOLA1: Und welche Reaktion gefiel am wenigsten?

Jimmy Jump: Die von Samuel Eto’o, als ich geflitzt bin, um ihn zu sehen. Und die von Cristiano Ronaldo, der sich gebückt hat und keine Krönung wollte. Aber ich kann verstehen, dass er keine Mütze über seinen Haaren möchte (lacht).

LAOLA1: Wenn du ein Event aussuchen könntest, wo würdest du am liebsten flitzen?

Jimmy Jump: Die Europameisterschaft im Jahr 2012 würde mir gefallen, aber mein Traum bleiben die Olympischen Spiele und die Oscar-Verleihung in Hollywood.

LAOLA1: Wie reagieren die Fans auf dich?

Jimmy Jump: Ich habe keine Zeit, sie zu fragen, da ich nur so schnell wie möglich laufe, um nicht von der Polizei erwischt zu werden.

LAOLA1: Was antwortest du den Personen, die dich für einen Störenfried halten?

Jimmy Jump: Dass ich niemandem Schaden zufüge und einfach glücklich bin, wenn ich im Fernsehen zu sehen bin.

LAOLA1: Was geschieht mit dir, nachdem du erwischt wirst und keine Kameras dabei sind?

Jimmy Jump: Ich bleibe eine oder zwei Nächte im Kommissariat und feiere dann mit meinen Freunden, ehe ich die Strafe bezahlen muss.

LAOLA1: Wie schaffst du es immer wieder aufs Spielfeld, wo du nun doch mittlerweile sehr bekannt bist?

Jimmy Jump: Erstens sind immer unheimlich viele Menschen da, zweitens komme ich stets verkleidet mit speziellem Gewand, sodass ich unmöglich als Jimmy Jump erkannt werden kann.

LAOLA1: Warum bist du Barca-Fan?

Jimmy Jump: Ich bin in Katalonien geboren und war von klein auf mit meiner Familie im Stadion, um Barca zu sehen. Es ist der größte Klub der Welt, einfach „mehr als ein Klub“.

LAOLA1: Wie hast du für den kommenden Clasico am 10. Dezember geplant?

Jimmy Jump: Nichts. Ich glaube, ich werde ihn ganz normal vor dem Fernseher erleben, wenn sich nicht noch ein Sponsor findet. Ich habe zur Zeit weder Geld, um nach Madrid zu reisen, noch um das fällige Bußgeld zu bezahlen.

LAOLA1: Wie wird das Spiel deiner Meinung nach enden?

Jimmy Jump: Ich glaube, wir werden im Bernabeu Unentschieden spielen und dann im Camp Nou in Barcelona gewinnen.

LAOLA1: Wann sehen wir dich in Österreich in Aktion? Wirst du einmal in der Bundesliga flitzen?

Jimmy Jump: Wer weiß…


Das Gespräch führte Christian Eberle

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