"Derbi Sevillano" - die Sehnsucht wird endlich gestillt

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Betis Sevilla?

„Betis Sevilla ist kein Klub, sondern ein Spiel“, echauffiert sich so mancher Spanien-Experte über die in deutschen Gefilden oft falsche Bezeichnung von Real Betis Balompie.

Dass an diesem Wochenende dennoch immer wieder von „Betis Sevilla“ gesprochen wird, hat einen Grund. Besagtes Spiel findet nämlich statt.

Nach knapp drei Jahren Abstinenz kommt es am Samstag, 22 Uhr, endlich wieder zum „Derbi Sevillano“.

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Derby mit Verzögerung

Am siebten Februar 2009 standen sich die beiden Teams aus der viertgrößten Stadt Spaniens das letzte Mal gegenüber. Betis gewann im Stadion des Rivalen mit 2:1, musste jedoch am Ende der Spielzeit den Gang in die zweite Liga antreten.

Nach zwei Jahren der Zweitklassigkeit kannte die Freude über den Aufstieg im Sommer 2011 keine Grenzen und wurde durch die Veröffentlichung des Spielplans noch gesteigert.

Bereits am ersten Spieltag sollte es zum prestigeträchtigen Duell kommen. Wie es das Schicksal – oder besser gesagt die spanische Spielergewerkschaft – so wollte, sorgte der Boykott im Sommer jedoch dafür, dass besagte Runde verschoben wurde.

Somit dauerte es noch einmal fünf Monate, bis die Derby-Sehnsucht der Sevillaner endlich gestillt werden kann.

Gemeinsame Wurzeln

Das Aufeinandertreffen ist umso brisanter, da beide Teams gemeinsame Wurzeln haben.

Real Betis Balompie entstand 1914 aus einer Fusion von Sevilla Balompie mit dem Betis Foot-ball Club. Letzterer war eine Vereinigung von ehemaligen Spielern des FC Sevilla, die dem 1905 gegründeten und damit ältesten Klub der Stadt abtrünnig wurden.

Mit dem ersten Derbysieg am 8. Oktober 1915, einem 4:3 des FC, begann somit eine Rivalität die – historisch begründet – auch nach 97 Jahren nichts an Brisanz verloren hat.

„Spiel des Jahres“

„Es ist das Spiel des Jahres“, weiß Pepe Mel, Trainer von Betis, und wagt in der spanischen „Marca“ sogleich eine Prognose: „Wenn wir das Derby gewinnen, bleiben wir mit Leichtigkeit in der Liga. Das wäre eine unglaubliche Moral-Injektion für den Klub.“

Zum Abschluss der Hinrunde könnte es wahrhaftig ein richtungsweisendes Spiel für den Aufsteiger werden.

Mit 22 Punkten finden sich die „Verdiblancos“ zur Zeit auf Rang zwölf der Tabelle wieder, drei Punkte hinter dem an Platz sieben liegenden Stadtrivalen.

Aufgrund der geringen Abstände in „La Liga“ – nur acht Punkte trennen den Fünften, Athletic Bilbao, von den Abstiegsrängen – kommt der Begegnung geradezu die Bedeutung eines Sechs-Punkte-Spiels zu.

Dabei liegt das Momentum beim Gastgeber. Drei der letzten vier Spiele konnten gewonnen werden, die einzige Niederlage setzte es beim FC Barcelona (2:4 – Highlights der Partie) am vergangenen Spieltag.

Sevilla unter Zugzwang

Indessen hätte der FC Sevilla den Derbysieg bitter nötig, um nicht noch weiter durchgereicht werden.

Das Team von Trainer Marcelino Garcia Toral holte aus den letzten vier Ligaspielen lediglich einen Punkt und droht den Anschluss an die angepeilten europäischen Startplätze zu verlieren.

Umso überraschender spricht Garcia Toral von einem Duell zum „besten Zeitpunkt der Meisterschaft“.

Der Übungsleiter der „Rojiblancos“ erwartet ein ausgeglichenes Spiel und offenbart, eine der leichtesten Wochen als Trainer hinter sich zu haben:

„Du musst dir keine Sorgen um die Motivation der Spieler machen, denn die ganze Welt weiß, wie wichtig diese Partie für die Fans ist.“

Wird doch endlich wieder zurecht von „Betis Sevilla“ gesprochen.

 

Christian Eberle

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