Real mit Barca auf Augenhöhe und dennoch bei -8

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„Natürlich wäre es schön gewesen, zu gewinnen.“

Lionel Messis Worten nach dem 2:2 im Clasico gegen Real Madrid ist durchaus eine gewisse Zufriedenheit abzulesen.

„Es hätten auch nur noch fünf Punkte Vorsprung sein können, so bleibt es bei acht“, sprach der Barca-Star die aktuelle Tabellensituation an.

Nach dem großen Showdown am 7. Spieltag bleibt die Lage zwischen den beiden Ausnahmeteams in La Liga unverändert. Ausschlaggebend dafür: Die Fähigkeit beider Teams, auf alle Ereignisse sofort eine Antwort zu haben.

Ramos‘ „Hätti-wari“-Spiel

„Wenn wir gewonnen hätten, wäre das nicht verwunderlich gewesen“, erinnerte Sergio Ramos bei seinem Resümee an die vergebenen Möglichkeiten vor allem in der ersten Hälfte: „Wir hatten die Möglichkeiten, aber heute sind sie nicht alle ins Tor gegangen."

Worauf der Innenverteidiger, der mit Pepe ein gewohnt solides Bollwerk bildete, konkret anspielte, war die Riesen-Chance von Karim Benzema, der kurz nach dem 1:0 von Cristiano Ronaldo (23.) nur die Stange traf.

„Wir hätten in die Pause mit einem 2:0 oder 3:0 gehen können“, führte Ramos das „Hätti-wari“-Spiel fort. Dass es aber eben nicht so kam, ist der prompten Antwort des FC Barcelona, die durch Lionel Messi (31.) mit dem ersten Torschuss den Ausgleich erzielten, geschuldet.

Doppelter Elfer-Alarm

Nach dem 1:1-Pausenstand begann Hälfte zwei gleich mit einem Knalleffekt: Mesut Özil ging im Strafraum zu Boden, nachdem ihn Javier Mascherano an der Wade traf. „Der Schiedsrichter hat mir gefallen, aber er hat einen wichtigen Fehler gemacht“, wies Real-Coach Jose Mourinho auf die 46. Spielminute hin.

Dass Referee Carlos Delgado Ferreiro diesen „einen Fehler“ gleich wieder „kompensierte“ und sechs Minuten später bei Attacke von Pepe an Iniesta ebenso keinen Elfer gab, verschwieg „The Special One“ allerdings.

Das Spiel glich einem steten Hin und Her. Sergio Busquets grätschte Ronaldo um und sah Gelb (54.), drei Minuten danach revanchierte sich Özil am spanischen Teamspieler und wurde seinerseits verwarnt.

Messi vs. Ronaldo

Wenig später der zweite Auftritt der Superstars: Messi schoss mit einem Traum-Freistoß die Katalanen in Führung (61.). Ehe auf den Rängen neben „Messi-Messi-Sprechchören“ auch die Rufe nach dem „Ballon d’Or“ für den Argentinier wieder laut werden, erzielte Ronaldo das 2:2 (64.).

„Es sollte verboten werden, den besten Spieler der Welt zu benennen. Diese zwei sind von einem anderen Planeten“, zeigte sich selbst Mourinho von der Individual-Leistung der Protagonisten des 254. Clasicos beeindruckt.

Ronaldo, der zum sechsten Mal in Folge in einem Clasico traf, und Messi mit seinem insgesamt 17. Tor gegen Real, unterstrichen, warum sie nicht nur für Real-Linksverteidiger Marcelo „die besten Spieler der Welt“ sind.

„Maximale Ausgeglichenheit“

Die Pattstellung im Prestige-Duell hielt bis zum Schluss, auch weil Martin Montoya, der für den verletzten Dani Alves ins Spiel gekommen war, in puncto Aluminium-Treffern auf 1:1 stellte und in der 89. Minute nur die Latte traf.

In der Nachspielzeit vergab Pedro zudem noch den Matchball, was bestätigte, dass auch Barca mit drei Punkten vom Platz gehen hätte können.

„Meine Meinung ist, dass das Resultat der Partie entspricht“, fasste Mourinho das Gastspiel im Camp Nou zusammen.

„Die Ausgeglichenheit beider Mannschaften ist maximal“, brachte es Busquets abschließend auf den Punkt.

Der FC Barcelona und Real Madrid, die aktuell wahrscheinlich besten Mannschaften der Welt, sind auf Augenhöhe.

Mit dem kleinen Detail, dass eine Mannschaft in der Tabelle weiter acht Punkte vorne ist…


Christian Eberle

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