Cup-Sensation auf Spanisch

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Cup-Sensation auf Spanisch – CD Mirandes

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1:0 bei SD Amorebieta.

3:1 gegen Real Balompedica Linense.

3:1 gegen UD Logrones.

Diese Ergebnisse gegen Mannschaften mit einem – gelinde gesagt – wenig klingenden Namen führten CD Mirandes ins Sechzehntel-Finale der Copa del Rey.

Als nun auch die Klubs aus „La Liga“ in den Bewerb einstiegen, meinte es das Schicksal gut mit dem Drittligisten aus Miranda de Ebro, einer 40.000-Einwohner-Stadt aus dem Nordosten der Provinz Kastilien und Leon.

Ein Hauch von Champions League

Mit dem FC Villarreal wartete ein Champions-League-Teilnehmer auf den Tabellenführer der Segunda Division B.

Nach einem 1:1 im Hinspiel vor heimischer Kulisse siegte der Außenseiter im El Madrigal sensationell mit 2:0 und besiegelte so das Schicksal von Villarreal-Coach Juan Carlos Garrido.

Nur knapp zwei Wochen später musste sich mit Racing Santander ein weiterer Erstligist geschlagen geben. Die Partien endeten erneut 2:0 – diesmal zuerst daheim – und 1:1 und Spanien hatte seine Cup-Sensation.

Keine Zeit zu feiern

Gefeiert konnte der Einzug ins Viertelfinale allerdings gar nicht. „Dazu ist der Kader zu klein und das nächste Spiel zu wichtig. Wir hatten ehrlich gesagt noch gar keine Zeit“, erklärt Luis Pobes, Vorstandsmitglied des Unterklasse-Vereins.

Das nächste Spiel im Cup sollte gegen Espanyol Barcelona gehen und eine erneute Überraschung schien zum Greifen nahe. Bis zur 85. Minute stand es im Estadi Cornella El Prat zu Barcelona 2:0 für die Gäste, ehe durch drei Tore in vier Minuten die Blamage abgewandt wurde.

Fürs Rückspiel (21:30 LIVE auf LAOLA1.tv) sind die „Periquitos“ jedenfalls gewarnt, sofern sie das nicht ohnehin schon waren.

„Mirandes ist eine Mannschaft, die in zwei Spielen jeden Gegner schlagen kann“, erklärt Pobes lapidar.

Aufstieg als erstes Ziel

Der 1927 gegründete Verein spielte noch nie in einer nationalen Liga und verpasste 2011 den Aufstieg in die Segunda Division nur um fünf Minuten, als man im letzten Playoff in Minute 85 noch den entscheidenden Gegentreffer hinnehmen musste.

Aktuell sieht es für die Mission Aufstieg gut aus. Nach 21 Runden halten die „Rojillos“ bei 46 Punkten und nur einer Niederlage und liegen vor bekannteren Teams wie Salamanca oder Deportivo Alaves.

„Unsere Stärke ruht darin, nichts zu verlieren zu haben“, weist Pobes auf die bescheidenen Mittel hin, mit denen Mirandes agiert. Einen potenten Sponsor sucht man ebenso vergeblich wie namhafte Stars.

Der Star ist das Team

Die Mannschaft steht im Mittelpunkt, Rotation ist Trumpf. Ein Credo, das in Mirandes geradezu ad absurdum geführt wird, wechseln doch sogar die Torhüter beinahe von Spiel zu Spiel.

Viele der Kaderspieler sind jenseits der Dreißig und spielen schon seit Jahren im Klub, was aber nicht nur ein Plus an Erfahrung, sondern laut Vorstand auch „eine hohe Identifikation und somit gesteigerte Einsatzbereitschaft“ mit sich bringt.

Den Hauptgrund für den derzeitigen Erfolgslauf sehen die knapp 3.500 Mitglieder in Trainer Carlos Pouso und seiner „Auffassung von modernem, attraktivem Fußball“. Wichtiger als die Punkte zu holen, sei es gemäß dem 51-Jährigen, das Publikum zu unterhalten.

Dies will Mirandes nun auch gegen den dritten “La Liga”-Verein, der im Estadio de Anduva gastiert, umsetzen.

Befreit aufspielen werden die Spieler rund um Kapitän Ivan Augustin auf jeden Fall, wie Pouso weiß: „Schließlich sind die Spiele der Copa für uns nur Trainingsspiele mit Zusehern.“

>>> CD Mirandes – Espanyol Barcelona, 21:30 Uhr, LIVE auf LAOLA1.tv <<<

 

Christian Eberle

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