Im Namen des Vaters

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Radamel Falcao: Im Namen des Vaters

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Drei Mal brasilianischer Meister, einmal italienischer Meister und einmal italienischer Pokalsieger. Dazu von Pele zu einem der 100 besten Fußballer der Welt gewählt.

All das wurde Radamel Falcao nicht.

Aber ohne diese Erfolge würde dieser Name derzeit wohl nicht über der Nummer neun von Atletico Madrid stehen.

Es war Paulo Roberto Falcao, der diese Titel und Anerkennungen einfuhr. Als Teil des brasilianischen „Dream Teams“ neben Zico und Socrates verzückte der Mittelfeldspieler – wenn auch als Weltmeister ungekrönt – sämtliche Fußballverrückte des Planeten. So auch Radamels Vater, der ihm schließlich seinen eigenen Namen und jenen des zweifachen brasilianischen WM-Teilnehmers (1982, 1986) gab.

Falcao, der entscheidende Faktor

Würde man den heute 59-Jährigen Paulo Roberto Falcao über seinen kolumbianischen „Nachfahren“ befragen, hätte er, ob der Erfolge des Stürmers, wohl nichts gegen die Namensgebung einzuwenden.

Schließlich hat kaum ein Torjäger in den letzten Jahren derart eindrucksvoll bewiesen, ausgerechnet die wichtigsten Spiele der Saison zu entscheiden.

Fünf Mal stand „El Tigre“ bislang in einem Endspiel, rechnet man die beiden portugiesischen Supercupfinali dazu, sind es sieben Teilnahmen. Abgesehen von zwei Partien, steuerte er in jedem Spiel zumindest einen Treffer bei. Bis auf eine Partie (portugiesischer Ligacup 2010) beendete er auch jede als Sieger.

So etwa das Europa-League-Finale 2011. Falcao entschied mit seinem 17. Turniertreffer, Rekord in diesem Bewerb, die Partie gegen Braga zugunsten des FC Porto.

Ein Jahr später. Gleicher Bewerb. Ein Doppelpack binnen 34 Minuten für Atletico Madrid gegen Atletic Bilbao sicherte ihm erneut Europas zweitgrößte Krone. Unvergessen, wenn auch vergleichsweise wenig beachtet, waren schließlich der Triplepack sowie ein Assist beim 4:1 im Supercup des letzten Jahres gegen Chelsea.

Falcao traf also insgesamt acht Mal in Finalspielen. Sechs Mal davon mit links.

Debüt im Alter von 13

Am Freitag läuft der 27-Jährige zum achten Mal auf ein Fußballfeld, um am Ende einen Pokal abzustauben. Das Finale ist für ihn ein neues, der Gegner ein alter Bekannter. Um die Copa del Rey steigt ein Derby gegen Stadtrivale Real Madrid.

LAOLA1.tv überträgt am Freitag das Finale der Copa del Rey ab 21:30 Uhr LIVE!

Die Geschichte dieser Endspiel-Serie, dessen nächstes Kapitel unmittelbar bevorsteht, begann in Falcaos Heimatland.

Als Dreizehnjähriger (!) lief er erstmals in der zweiten kolumbianischen Liga auf und zog schnell die Blicke der Scouts auf sich. Mit 15 folgte der Wechsel ins heiß geliebte Argentinien in die Akademie von River Plate.

Mehrere tausend Kilometer von zu Hause entfernt, plagten den Nachwuchsstar nach einiger Zeit Zweifel an seiner Berufung.

Zwei Kreuzbandrisse, elf Monate Pause

"Es ist ein langweiliges Leben. Trainieren, darauf achten was man isst, früh ins Bett gehen, andere Leute Dinge tun sehen, die man nicht tun darf. Das störte mich manchmal sehr. Es verärgerte mich. Aber dann sagte ich mir, dass es einen Grund gibt, warum ich hier bin. Und dass ich alles dafür opfern muss", gibt Falcao bei www.unfpa.org Einblick in das Leben als Jungprofi.

Im Oktober 2005 machten sich die Durchhalteparolen bezahlt. Sein Tag war gekommen. Das erste Spiel in der Kampfmannschaft von River Plate stand an. Es war ein Debüt nach Maß.

Falcao schoss River Plate mit zwei Toren zum Sieg und beendete damit eine drei Spiele dauernde Niederlagenserie des Klubs. In den nächsten sechs Spielen sollten fünf weitere Treffer folgen.

Nach einem steilen Aufstieg wurde er prompt auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. November 2005: Diagnose Kreuzbandriss. Nach einem zu frühen Wiedereinstieg ins Training riss das Kreuzband ein zweites Mal. Elf Monate war Falcao außer Gefecht. Und das im Alter von 19 Jahren.

"Am Anfang war ich wirklich niedergeschlagen. Ich fragte mich, warum so etwas jetzt passiert, warum mir Gott so etwas angetan hat. Dann erkannte ich, dass diese Dinge aus einem Grund passieren. Sie helfen dir, zu wachsen und zu reifen. Sie halfen mir, nicht alles zu ernst zu nehmen, weil alles in einem Moment vorbei sein kann", blickt der gläubige Christ zurück.

Glaube gab ihm Kraft

Im Glauben fand Falcao in seiner Leidenszeit auch Kraft, genauso intensivierte er sein Studium der Journalistik. Zu einem beruflichen Seitenwechsel sollte es aber nicht kommen. 2007 folgte das Comeback. Mit 45 Toren in 109 Spielen. Das nächste Ziel war anvisiert. Europa. Dort, wo schließlich sein Final-Lauf begann.

Nach den Stationen Porto und Madrid, sowie der Einberufung in die FIFPro-Weltauswahl des Jahres 2012 als einziger Nicht-Barcelona bzw. Real-Madrid-Akteur, bahnt sich nun der nächste Schritt in der Karriere von "El Tigre" an.

"Zu 90 Prozent kommt er nach Monaco", sagt Danijel Subasic, der kroatische Keeper des Aufsteigers in die Ligue 1. Damit bliebe einem der herausragendsten Stürmer der letzten Jahre die Champions League weiterhin verwehrt.

Scheitern könne der Transfer, laut Medienberichten, nur noch am deftigen Angebot eines bestimmten Klubs. Und das ist der Gegner am Freitag um 21:30 Uhr (LIVE bei LAOLA1.tv), gegen den Radamel Falcao seinen Final-Lauf fortsetzen will.

 

 Andreas Terler

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