Hercules Alicante - Ein Verein mit Geschichte(n)

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„Alicante ist für drei Dinge in ganz Spanien berühmt. Seine Strände, seine Palmen und seine Fußballmannschaft, von allen die Beste.“

So lauten die ersten Zeilen der Vereinshymne von Hercules Alicante.

In seiner Eigendarstellung mag der valencianische Klub zwar verständlicherweise etwas übertreiben, interessante Geschichten bietet er aber allemal.

Drei davon sollen als Einleitung zum Startschuss der Copa del Rey dienen.

„Der Buckel“ träumt von Herkules

Interessant ist die Gründungsgeschichte des Sportvereins, oder besser gesagt sein Gründervater. Vicente Pastor de la Llosa Alfosea war es, der dem Team 1914 den mythologischen Namen des griechischen Halbgottes verpasste, da auch dieses stark und unbesiegbar sein sollte. Er selbst hatte wenig Göttliches an sich. Nach einem Sturz im Alter von zwei Jahren trug er bleibende Schäden davon und wurde ob dieser Deformierungen fortan nur noch „El Chepa“, (Dt. „der Buckel“) genannt. Für den aktiven Sport nicht geschaffen, blieb der Abkömmling einer Adelsfamilie dem Fußball in einer anderen Funktion treu – er wurde Linienrichter.

Vom Barca-Schreck zum Absteiger

La-Liga-Insidern dürfte Hercules aufgrund der Spielzeit 2010/11 noch ein Begriff sein. Mit Ex-Deutschland-Legionär Nelson Valdez (jetzt bei Valencia) und Ex-Weltmeister David Trezeguet verfügte der damalige Aufsteiger über einen namhaften Sturm. Auch von Real-Leihgabe Royston Drenthe erwartete man sich viel. Einer 0:1-Auftaktniederlage folgte am zweiten Spieltag die vielleicht größte Sensation der Saison. Der krasse Außenseiter feierte im Camp Nou einen 2:0-Erfolg und fügte dem späteren Meister FC Barcelona eine von nur zwei Niederlagen zu. „Das ist ein historischer Spieltag. Diese Partie bleibt im Gedächtnis“, resümierte der damalige Trainer Esteban Vigo. Geholfen hat es seinem Team aber nicht wirklich. Im darauffolgenden Sommer galt es den Abstieg in die Segunda Division zu beklagen.

Der vergessene Champions-League-Sieger

Blickt man in den heutigen Kader, so sticht ein Spieler besonders hervor – Javier Portillo. Knapp vor seinem 20. Geburtstag debütierte der Stürmer, der in der Real-Jugend mehr als 700 Tore erzielte, in der Saison 2001/02 in der ersten Mannschaft der „Königlichen“ und traf prompt in der Champions League gegen Panathinaikos Athen. Damit hatte der heute 30-Jährige aktiv Anteil am letzten Madrider Triumph in der Königsklasse. Richtig Fuß fassen konnte der gebürtige Madrilene beim Star-Ensemble dennoch nicht, weswegen ihn sein Weg über die Stationen Fiorentina (Leihe), Club Brügge (Leihe), Gimnastic Tarragona und CA Osasuna schließlich zu Hercules führte. Dort hatte Portillo mit fünf Toren in den letzten vier Spielen erheblichen Anteil am Aufstieg 2010. Nach einem mäßigen Jahr in La Liga wechselte der Angreifer zu UD Las Palmas, ehe er Anfang August seine Rückkehr nach Alicante bekanntgab.

Der frühe Spieltermin zur Mittagszeit ist im Übrigen mit dem katalanischen Nationalfeiertag zu erklären. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.


Christian Eberle

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