Ihn wollen sie alle

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Es fließt noch einiges an Wasser vom Nervión in das kantabrische Meer, ehe das Transferfenster wieder öffnet.

Doch so sicher, wie bis dahin unzählige Touristen von der San-Antón-Brücke in Bilbao auf den Fluss hinunterschauen, ist, dass der Name Aymeric Laporte rund um die Sommer-Transferzeit eine Hauptzutat in der Gerüchteküche sein wird.

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Kaum ein Top-Klub des Kontinents, dem im vergangenen Jahr nicht schon Interesse an dem jungen Franzosen nachgesagt wurde. Real Madrid, FC Barcelona, Bayern München und Manchester United – um nur vier der vielen prominenten Vereine zu nennen – haben den Innenverteidiger auf ihrer Liste.

Kein Wunder, gilt der 20-Jährige doch als einer der talentiertesten Abwehrspieler der Welt. Und Erfahrung hat der Bilbao-Profi auch schon gesammelt. 88 Pflichtspiele durfte Laporte bisher für den baskischen Klub absolvieren.

Eine Entscheidung für den Ball

Dass er als Franzose in La Liga gelandet ist, hat mehrere Gründe. Etwa die geographische Nähe seiner Heimatstadt Agen zum Baskenland. Oder das exzellente Scouting-Netzwerk, das Athletic Bilbao in seinem Umkreis aufgebaut hat.

Nicht zuletzt war es jedoch die Enttäuschung über die fußballerische Ausbildung in Frankreich, die den damals 15-Jährigen zu einem Wechsel über die Grenze bewogen hat. Zwar hatte auch Olympique Marseille die Fühler nach dem Abwehrspieler ausgestreckt, doch er hatte das Gefühl, dass bei Verteidigern in Frankreich zu wenig Wert auf den Umgang mit dem Ball und dafür zu viel Fokus auf die körperliche Weiterentwicklung gelegt werde.

Spielerische und „klassische“ Qualitäten

In dieser Hinsicht hat sich die Entscheidung des Youngsters, der nach Bixente Lizarazu der zweite Franzose im Bilbao-Trikot ist, schon ausgezahlt. Eine seiner größten Stärken ist der Spielaufbau, am Ball wirkt Laporte durch seine Ruhe und Ballsicherheit mehr wie ein Sechser als ein zentraler Abwehrspieler.

„Unser Trainer Ernesto Valverde verlangt von uns, dass wir am Ball ruhig bleiben, aber auch, dass wir von hinten schnell herausspielen. Nur mit einer Ballberührung zu spielen, macht es schwierig, gegen uns zu verteidigen“, erklärt der Bilbao-Profi, der 2012 unter Marcelo Bielsa sein Debüt feierte und mittlerweile längst Stammspieler ist, gegenüber „FourFourTwo“.

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Doch der junge Mann, der in der Jugend zunächst als Mittelstürmer eingesetzt wurde, besticht freilich auch durch für einen Innenverteidiger „klassische“ Qualitäten wie starkes Zweikampfverhalten, gutes Kopfballspiel, Schnelligkeit und Antizipationsgabe. Wenngleich sich immer wieder – für sein junges Alter durchaus verständliche – Fehler bzw. Fehleinschätzungen einschleichen.

Jede Menge Geld

Was die Basken an dem Legionär, der noch auf sein Länderspieldebüt für die „Equipe Tricolore“ wartet, haben, ist ihnen bewusst. Es müsse auf jeden Fall die Ausstiegsklausel von 42 Millionen Euro bezahlt werden, um Laporte zu holen, ließ Klub-Boss Josu Urrutia Ende Jänner ausrichten.

Bis Sommer 2018 läuft der Vertrag des Innenverteidigers noch. Er wird ihn nicht erfüllen.

Harald Prantl

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