Barca schlägt man mit links

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Taktische Beobachtungen zum Duell Valencia-Barca

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Gegen den FC Barcelona gewinnt man mit links.

Nein, richtig muss es heißen: Gegen den FC Barcelona gewinnt man über links.

Diese Devise verfolgt Unai Emery wenn es gegen die Katalanen geht.

Der Coach des FC Valencia nutzt die Stärken seines Teams und zwingt sein Gegenüber Pep Guardiola, zu reagieren.

Vor dem Rückspiel im Halbfinale der Copa del Rey, Mittwoch ab 21 Uhr LIVE auf LAOLA1.tv, lohnt sich ein Blick in die taktische Trick-Kiste der beiden Strategen.

 

Problemstellung:

Der FC Barcelona besitzt in der Offensive unzählige Stärken. Angefangen vom ruhigen Spielaufbau aus der Verteidigung heraus über das zum Markenzeichen gewordene Tikitaka-Spiel im Mittelfeld bis hin zur Rotation der nominellen Stürmer setzen die „Blaugrana“ Maßstäbe, denen einen Großteil der Vereine nachzueifern versucht. Wesentlich für die Angriffs-Schlagkraft ist – neben der Genialität eines Lionel Messi, der in einer rationalen Untersuchung einfach nicht zu bewerten ist –Dani Alves. Der von so manchem LAOLA1.tv-Kommentator liebevoll zum offensivsten Rechtsverteidiger dieses Planeten geadelte Brasilianer sorgt mit seinen Vorstößen für unaufhörlichen Druck über die Außenbahn. Will man gegen Barca bestehen, ist er die Waffe, die es zu entschärfen gilt.

Lösungsansatz:

Beim 2:2 Ende September des Vorjahres zwischen Valencia und Barca fand Emery ein Mittel, Alves den Wind aus den Segeln zu nehmen. Mit Jeremy Mathieu und Jordi Alba bot er zwei geschulte Linksverteidiger auf, die im Zusammenspiel ihre Seite dicht machen sollten. Schaltete sich einer der beiden in die Offensive ein, übernahm der andere nahtlos seine Position. Die Aufstellungs-Variante von Guardiola – mit Pedro, Messi und Fabregas im Sturm – spielte den "Fledermäusen" dabei zudem in die Karten. Weil sowohl "La Pulga" als auch der Arsenal-Rückkehrer vorwiegend im Zentrum zu finden waren, konnte sich Alba auf Alves konzentrieren. In dessen Rücken fand Mathieu dann die Räume vor, um im Konter gefährlich zu werden. Eine auf Stabilisierung der Defensive ausgerichtete Taktik erwies sich so als wirksamste Maßnahme im Angriff. Barca-Feldherr Guardiola griff erst relativ spät und nach zwei Gegentoren über seine rechte Abwehrseite ein und brachte mit Adriano einen Flügel, der diese Position bis zum Schluss vehement einhielt. Dass der "doppelte Linksverteidiger" auch seinen Tribut fordert, wurde sichtbar, als Mathieu völlig entkräftet vorzeitig vom Feld musste.

Guardiolas Reaktion:

Vergangene Woche beim 1:1 im Hinspiel der Copa del Rey offenbarte "Don Pep", dass er seine Lehren aus dem ersten Saison-Duell gezogen hatte. Dennoch fiel seine Antwort auf Emerys Taktik überraschend aus. Er ließ Alves auf der Bank und bot stattdessen Kapitän Puyol als rechten Außenverteidiger auf. Während Mascherano mit Pique das Innenverteidiger-Duo bildete, sollte Jung-Star Isaac Cuenca auf der rechten Außenbahn wirbeln. Die Intention dahinter war klar: Puyol bleibt großteils in der Defensive und stellt sich den Vorstößen über Valencias linke Seite, Cuenca hält ebenso Position im Angriff, um einen der zwei Linksverteidiger zu binden und im besten Fall auch müde zu spielen. Zweiteres gelang dem 20-Jährigen nur bedingt, weswegen Guardiola in Minute 62 Alves doch noch brachte. Dieser, als Flügelstürmer eingesetzt, hatte dann Vorteile gegen die bereits ermüdeten Valencianos. Da zuvor der Gegentreffer jedoch just wieder von Mathieu vorbereitet wurde, bleibt festzuhalten, dass auch dieses Konzept nicht makellos funktioniert.

Fazit:

Um gegen einen Verein wie den FC Barcelona zu verteidigen, benötigt es ein Zusammenspiel aller elf Kaderspieler, egal über welche Flanke der Angriff kommt. Eine Taktik-Analyse nur von einer Seite des Spielfelds entbehrt somit der eigentlich notwendigen Vollständigkeit. Dennoch soll auf diesem Weg der Bereich in den Fokus genommen werden, der die letzten Duelle der beiden Top-Teams geprägt hat. Alves ist ein außergewöhnlicher Fußballer, der mit dem Duo Alba-Mathieu würdige Gegenspieler gefunden hat.

Man darf gespannt sein, welche Konstellationen den Fußball-Fans am Mittwoch präsentiert werden.

>>> Barca-Valencia, 21 Uhr LIVE auf LAOLA1.tv <<<

Barca hat jedenfalls schon eine weitere Option entdeckt, um den gefährlichen "doppelten Linksverteidiger" von Valencia auf Dauer zu entschärfen.

Man will Jordi Alba einfach dem Konkurrenten abkaufen und ins eigene Team holen.

 

Christian Eberle

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