Der Copa-Keeper mit der illustren Persönlichkeit

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Jose Manuel Pinto verlängert seinen Vertrag beim FC Barcelona bis Juni 2013.

Diese Nachricht liest sich als Randnotiz in den spanischen Gazetten.

Dabei hätte der 36-Jährige wohl keinen besseren Zeitpunkt dafür wählen können, steht er doch am Mittwochabend erneut im Rampenlicht.

Wenn Barca Real Madrid zum 2. Akt des "Copa Clasico" (ab 21:45 Uhr LIVE auf LAOLA1.tv und im Free-TV auf Puls 4) empfängt, soll die eigentliche Nummer zwei im Tor der Katalanen selbiges sauber halten.

Bei all der Geheimniskrämerei um Aufstellungen und Taktik vor dem Prestige-Duell gilt die Personalie Pinto als gesichert.

Von der Not- zur Dauerlösung

Der gebürtige Andalusier stieß im Jänner 2008 als Ersatz für den verletzten Albert Jorquera zum spanischen Rekord-Pokalsieger und gehört seitdem zum fixen Inventar des Klubs.

"Man hat mich für sechs Monate geholt, nun weile ich hier aber schon ein ganzes Weilchen“, scherzt der Familienvater im vereinseigenen Fernsehsender "Barca TV" über die Ausdehnung des eigentlichen Leihgeschäfts.

Victor Valdes’ Nummer-Eins-Status blieb zwar über Jahre hin unangetastet, die Referenzen des neuen Backups konnten sich aber durchaus sehen lassen.

Celta-Legende

Nach Verlassen seines Jugend-Klubs Safa San Luis wurde Pinto in der zweiten Mannschaft von Real Betis geformt, ehe ihn sein Weg nach Galizien führte.

Beim teils schon vergessenen, einstigen Spitzenklub Celta de Vigo sammelte Pinto nicht nur UEFA-Cup-, sondern sogar Champions-League-Erfahrung.

In der Saison 2003/04 absolvierte der 1,86-Meter große Schlussmann fünf Spiele in der Eliteliga gegen den AC Milan, Ajax Amsterdam und Club Brügge. Als für die Nordwest-Spanier im Achtelfinale gegen den FC Arsenal Endstation war, stand bereits Konkurrent Pablo Cavallero im Tor.

Zwei Spielzeiten später, und inzwischen klare Nummer eins, verewigte sich Pinto mit dem Gewinn der Trofeo Zamora – 28 Tore in 36 Spielen – in der Liste der besten Torhüter Spaniens.

Vom Leiharbeiter zum Pokalheld

Individual-Auszeichnungen kann der Pferdeschwanz-Träger im Barca-Dress nicht vorweisen, dafür aber jede Menge Titel.

Da ihn Pep Guardiola schon in dessen Debüt-Saison 2008/09 zum Einser-Keeper in der Copa del Rey machte, hatte er an zumindest einem auch maßgeblichen Anteil.

Fast schon in Vergessenheit gerieten seine Paraden auf dem Weg zum Pokalsieg, als er unter anderem im Halbfinale-Rückspiel gegen Mallorca (Hin 2:0) einen Elfmeter beim Stand von 0:1 hielt.

Mindestens genauso erwähnenswert wie die "Heldentat" an sich, ist die Show davor. Pinto hatte dem Schützen nämlich angezeigt, in welche Ecke er springe und hielt sein Versprechen.

Pep Marti schoss in die Mitte, der Barca-Keeper konnte mit dem Fuß abwehren und wenige Wochen später die Pokal-Trophäe in Empfang nehmen.

"Ich hoffe, dass diese kleinen Spielereien einfach als Teil meiner Persönlichkeit angesehen werden", kommentierte der Pokalheld sein Auftreten wenig später in der spanischen "Sport".

Umstrittene Persönlichkeit

Genau diese Persönlichkeit ist es auch, die Pinto trotz wenig Spielzeit zu einem der Hauptdarsteller der letzten Clasicos werden ließ.

Nahezu bei sämtlichen Rudelbildungen, die mit den Aufeinandertreffen von Barca und Real mit steter Regelmäßigkeit einhergehen, ist der zweite Keeper mittendrin statt nur dabei.

Trauriger Höhepunkt in der Vita des Unruhestifters ist die Rote Karte nach einer Tätlichkeit gegen Alvaro Arbeloa im Champions-League-Halbfinale des vergangenen Jahres.

Vielleicht hält sich "Tao Pai Pai", wie Pinto aufgrund der Ähnlichkeit mit der „Dragonball“-Figur genannt wird, dabei aber nur an sein gezeichnetes Ebenbild.

Dieser ist schließlich ein professioneller Auftragskiller.

Christian Eberle

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