Wer verdient den Ballon d'Or?

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Ronaldo, Neuer, Messi - wer ist der Beste der Besten?

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Heute Abend hat das Warten ein Ende!

Bei der großen FIFA-Gala in Zürich wird der Ballon d'Or an den Weltfußballer des Jahres 2014 verliehen.

In der Endauswahl stehen mit Reals Titelverteidiger Cristiano Ronaldo, Bayerns Manuel Neuer und Barcelonas Lionel Messi nur noch drei Kandidaten.

Drei Kandidaten, die allesamt Chancen auf jenen Titel haben, der für die außergewöhnlichen Leistungen im vergangenen Kalenderjahr vergeben wird.

Drei Kandidaten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, die Für- und Widersprecher haben und auf ihre ganz bestimmte Art und Weise brillierten.

Eine einheitliche Meinung gibt es nicht. Demnach gibt es zu den drei Weltklasse-Athleten auch drei LAOLA1-Meinungen:


CRISTIANO RONALDO

Die Frage nach dem Weltfußballer 2014 spaltet die Fußball-Fans, für mich kann es darauf aber nur eine Antwort geben: Cristiano Ronaldo. Keiner hat sich über das Jahr gesehen die Trophäe mehr verdient, als der Titelverteidiger höchstpersönlich. Wer 62 Tore und 22 Assists binnen eines Jahres leistet, ist außergewöhnlich.

Doch es sind nicht nur diese Statistiken sowie die Titelgewinne Champions League, Klub-WM, Copa del Rey und UEFA-Supercopa mit Real Madrid – es ist viel mehr die Präsenz des 29-jährigen Portugiesen sowie die Fähigkeit, Unglaubliches zu leisten und beinahe jedem Spiel den Stempel aufzudrücken. Das hat er sich hart erarbeitet, bei jedem Ballkontakt geht ein Raunen durchs Publikum: Was hat er denn nun schon wieder vor?

MANUEL NEUER
 

Die Zeit ist reif.

Reif für den ersten Torhüter als Weltfußballer.

Die Langeweile der letzten Jahre – es ging nur um die Frage, ob Ronaldo oder Messi – wäre wie weggeblasen, sollte Manuel Neuer den Ballon d’Or in Händen halten. Seine Wahl wäre logisch und mehr als verdient.

Für mich bedeutet die Wahl zum Weltfußballer, dass ein Spieler etwas Außergewöhnliches geleistet und das Spiel auf eine neue Ebene gehoben hat. Keine Frage, die unzähligen Tore der Herren Ronaldo und Messi sind überragend und sprechen für ihre Qualität. Haben sie damit aber den Fußball grundlegend verändert? Ganz sicher nicht.

Manuel Neuer hat genau das getan. Er hat das Spiel des Torhüters revolutioniert und dient vor allem dem Nachwuchs als Beispiel. Er ist kein klassischer Torhüter mehr, der auf der Linie klebt und kaum Bezug zum Spiel hat.

Er ist der elfte Feldspieler, der moderne Libero, der klärt, wenn höchste Alarmstufe herrscht. Viele Möchtegern-Experten betrachten seine Ausflüge aus dem Strafraum als Harakiri-Aktionen. Wer sich ernsthaft mit der Thematik auseinandersetzt, bewundert Neuers Timing und sein Gefühl für die Situation. Die Ballbehandlung des Deutschen ist für einen Torhüter einzigartig, wodurch er der Konkurrenz um einen entscheidenden Schritt voraus ist.

Und wenn wir schon bei den Deutschen sind – eines der wichtigsten Argumente ist der sportliche Erfolg. Neuer wurde mit dem DFB Weltmeister und war dabei einer der wichtigsten Akteure, wenn nicht sogar DIE Säule der Mannschaft. Bei aller Liebe zu diversen anderen Wettbewerben – über den WM-Pokal geht nun mal nichts drüber.

Sorry Leo und sorry Cristiano, den ich persönlich im Jahr 2014 deutlich über Messi stelle, aber diesmal ist Manuel Neuer am Zug.


Ein Kommentar von Christoph Nister


Man kann über die Art und Verbissenheit des Ausnahmekönners denken, was man will, aber in spielerischer Hinsicht war er im vergangenen Jahr einfach das Um und Auf. Wer Ronaldo eine nicht herausragende WM zum Vorwurf macht, der ist am falschen Dampfer. Schließlich war unklar, ob er überhaupt fit wird, zudem sei zu bedenken, dass der bisher zweifache Weltfußballer kein Team der Größenordnung Deutschland um sich hat. Die Forderung, dass ein Spieler aus dem Weltmeister-Land auch Weltfußballer werden sollte, ist für mich haltlos.

Wo wir schon bei Manuel Neuer wären! Ein glanzvoller Keeper, keine Frage. Noch dazu einer, der das Torhüter-Spiel revolutioniert. Aber ein Torhüter als Weltfußballer? Nein, danke. Meiner Meinung nach wäre dies der absolute Untergang dieser Wahl, da ein Schlussmann eine Partie nie so beeinflussen kann wie ein Feldspieler. Nicht umsonst wurde eine eigene Welttorhüter-Kategorie geschaffen, diesen Titel hat sich Neuer redlich verdient. Chapeau!

Aber während ein Torhüter im richtigen Moment da sein sollte, wird das von Ronaldo und Co. jede Sekunde gefordert. Lionel Messi, der noch immer nicht weiß, wie er zur Ehre „Spieler der WM“ kam, stellt für mich diesmal keine Konkurrenz dar. Zu prägend war Ronaldo im Jahr 2014!

 

Ein Kommentar von Alexander Karper


LIONEL MESSI 


Lionel Messi konkurriert nicht mit Cristiano Ronaldo und Manuel Neuer. Seine Gegner heißen Pele oder Maradona. Die Frage lautet nämlich nicht, ob Messi der Beste des Jahres 2014 ist. Es geht viel mehr darum, ob er der Beste aller Zeiten ist.

In seiner Generation gilt der vierfache Gewinner des Ballon d‘Or, der zum achten Mal (!) in Folge nominiert ist, schon längst als unantastbar. „La Pulga“ hat in den vergangenen Jahren neue Maßstäbe gesetzt. Daran hat sich die Fußball-Welt längst gewöhnt, deswegen erregen seine außergewöhnlichen Leistungen gar nicht mehr so viel Aufmerksamkeit. In Wirklichkeit kommt aber immer noch niemand an die Klasse des Phänomens Messi heran. 58 Tore hat er in diesem Kalenderjahr geschossen. Damit machte er sich nicht nur zum erfolgreichsten Torschützen aller Zeiten in der Champions League, sondern auch zum All-Time-Topscorer von La Liga. Diese Rekorde beweisen nicht nur die unglaubliche Konstanz des 27-Jährigen, sondern lassen auch darüber hinwegsehen, dass es in diesem Jahr trotz WM-Finale mit keinem Titel geklappt hat.

Beim FC Barcelona befindet sich die Mannschaft im Umbruch. Deswegen muss Messi immer öfters selbst die Spielgestaltung übernehmen, was dem Alleskönner – im Gegensatz zum spielerisch eindimensionalen Ronaldo – mit Bravour gelingt. Nicht nur seine Pässe lassen die Fans mit der Zunge schnalzen. Seine zarte Ballbehandlung, die unwiderstehliche Art ins Dribbling zu gehen und nicht zuletzt die vollkommene Schönheit seiner Tore. All das macht ihn zum besten Fußballer seiner Zeit. Folgerichtig hat er sich auch den Ballon d’Or verdient.

 

Ein Kommentar von Jakob Faber

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