Von wegen Mr. November

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Saloon: "Hässlich" spielen ging nicht auf

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Im Wilden Westen wurde einst nicht lange gefackelt, vielmehr wurde scharf geschossen. Auch die "Cowboys der Moderne", ob Messi, Ronaldo oder van Persie, landen einen Volltreffer nach dem anderen.

Wir schießen ab sofort scharf zurück! Im LAOLA1-Saloon werden Superstars geehrt und Heldentaten gewürdigt.

Wir präsentieren echte Spitzenspiele und solche, die im Schatten der Top-Ligen über die Bühne gehen. Wir feiern Stars, die für Furore sorgen und schimpfen jene, die ihr Geld nicht wert sind.

Auch unsere Legionäre kommen nicht zu kurz. Jede Woche steht einer im Fokus. Sei es nach einer atemberaubenden Vorstellung oder einem beschämenden Auftritt.

Zu guter Letzt: Unsere Fußnoten! Kurios, informativ und mit jeder Menge Anekdoten bespickt.

Doch seht selbst und lasst den vergangenen Spieltag noch einmal Revue passieren:

Top-Spiele

„Hässlich“ wollte Atletico-Coach Manzano gegen Real (Video-Highlights) spielen. Sein Team erfüllte das vermeintliche Erfolgsrezept mustergültig: Goalie Courtois und Godin sahen Rot, insgesamt machte Atletico mit 24 Fouls um 13 mehr als der Gegner. Kein Wunder, dass sich Real-Coach Mourinho für die Existenz von Schienbeinschonern bedankte. Letztlich ging Manzanos „hässliche“ Taktik aber schief. Atletico verlor 1:4 und wartet weiterhin seit 1999 auf einen Derby-Sieg.

Die „Alte Dame“ eilt weiterhin von Erfolg zu Erfolg. Nach dem 1:0 bei Lazio ist Juve trotz eines Spiels weniger Leader der Serie A und neben Benfica, Porto und ManCity als einziges Team einer Top-Liga Europas noch ungeschlagen. Da wird es Alessandro del Piero verschmerzen, dass er nicht zum Einsatz kam und sein 700. Profi-Spiel verschieben muss.

Als „Schülertruppe“ bezeichnete Schalke-Coach Stevens sein Team. Die „Knappen“ waren beim 0:2 gegen Dortmund chancenlos. Der Erzrivale aus dem „Revier“ führte Fuchs und Co. vor. Lewandowski (16.) und Verteidiger Santana (61.) fixierten den Sieg. Der Pole durfte sich über den neunten Saisontreffer freuen, jeden einzelnen davon erzielte er übrigens zuhause. Als Belohnung für die Klopp-Truppe gab es nach der 2:3-Pleite der Bayern in Mainz die Tabellenführung obendrauf.  

Ein Insekt wurde ihm zum Verhängnis

Fünferkette

Kuriosum der Woche: Schon außergewöhnlich genug, dass Amerikanisch-Samoa nach 30 Niederlagen in Folge erstmals ein Länderspiel gewann. Tonga musste sich am Dienstag im Joseph-S.-Blatter-Stadion zu Apia (Hauptstadt im benachbarten Samoa) 1:2 geschlagen geben. Noch kurioser ist nur, dass eine Frau zum „Man of the Match“ gewählt wurde. Innenverteidiger(in) Johnny Saelua hat zwar männliche Geschlechtsteile, wurde aber als Frau erzogen und wird sozial als solche akzeptiert. Dieser dritte Geschlechtstyp namens „Fa’afafine“ ist in der Kultur Polynesiens weit verbreitet.

Insekt der Woche: Adrian Ramos konnte beim 3:3 der Hertha gegen Leverkusen nicht von Beginn an spielen. Schuld daran war ein Moskito. Das Insekt stach den Kolumbianer während seines Aufenthalts bei der Nationalmannschaft. Die Stichwunde schwoll an und musste mit einem Skalpell aufgeschnitten werden. Lange war sein Einsatz fraglich. Immerhin konnte der Stürmer schließlich für die letzten zehn Minuten eingewechselt werden.

Raufbold der Woche: Bei der Roma saß der Frust nach der 0:2-Pleite gegen Udinese tief. Nationalspieler Pablo Osvaldo wurde sogar handgreiflich: Er versetzte seinem Teamkollegen Erik Lamela einen Faustschlag ins Gesicht. Der Torjäger wurde auch Wunsch von Trainer Luis Enrique mit einer Geldstrafe über 50.000 Euro belegt und wird beim Spiel gegen die Fiorentina nicht berücksichtigt.

Torjubel der Woche: Ein Tor gegen den FC Barcelona gelingt einem nicht alle Tage. Offenbar ist es so besonders, dass sich Männer zu speziellen Liebkosungen hinreißen lassen. Oder Getafes Goldtorschütze Varela übte auch einfach nur für die nächste heiße Nacht mit seiner Frau? Im Iran jedenfalls dürfte er sich den „69er-Jubel“ (siehe Video bei 2:10) nicht erlauben. Dort wurden zwei Profis aufgrund einer ethisch nicht vertretbaren Zelebrierung soeben für zehn bzw. zwanzig Monate gesperrt. Grund dafür: Ein Griff an den Hintern.

Sonderkategorie - Der Balotelli der Woche: Es gibt Spieler, die werden es nie lernen. Paradebeispiel ist Mario Balotelli. Nach unzähligen Skandalen in der jüngeren Vergangenheit schien es schwer, noch eins draufzusetzen, doch der Italiener übertraf sich einmal mehr selbst. Unter der Woche soll er bereits auf dem Flug nach Neapel einen Tobsuchts-Anfall erlitten haben, ein Kotz-Anfall auf dem Traningsplatz folgte, zudem verlor der "Bad Boy" einen Diamant-Ohrring. Zur Draufgabe demolierte er nach der Gelb-Roten Karte im Spiel beim FC Liverpool die Gäste-Kabine im Anfield. Hat er wie zuletzt in seinem Haus etwa schon wieder mit Böllern gezündelt?

Schattenspiel

Lissabon-Derby: Bei Benfica läuft es momentan richtig gut. In der Champions League wurde mit einem 2:2 gegen Manchester United der Aufstieg fixiert. Wenige Tage später gewann der Rekordmeister auch noch das Derby gegen Sporting. Garcia (42.) schoss sein Team vor eigenem Publikum zum 1:0-Sieg. Daran änderte auch Gelb-Rot gegen Stürmer Cardozo (63.) nichts. In der Tabelle liegt Benfica punktegleich mit Leader Porto auf Rang zwei. Sporting ist vier Punkte dahinter Dritter.

Thomas Pichlmann trifft in der Serie B

Legionär im Fokus

Seit mehr als drei Jahren spielt Thomas Pichlmann mittlerweile in Italien. Mit seinem Wechsel von Grosseto zu Hellas Verona „verschwand“ er für eine Saison in der Serie C. Nach dem Aufstieg sorgen die Norditaliener in der Serie B für Furore. Durch den 1:0-Sieg am Samstag gegen Reggina liegt Hellas schon auf dem fünften Platz. Für den Erfolg war Pichlmann verantwortlich. Der 30-Jährige machte das Goldtor per Kopf. Sein dritter Treffer im fünften Spiel, nachdem er erst Ende Oktober sein Comeback nach einer Knieverletzung feierte. In Verona sind sie mit dem Wiener zufrieden. Sein Vertrag wurde erst vor kurzem bis 2014 verlängert.

"On Fire"

Nicht Lyon, nicht Marseille, nicht PSGMontpellier führt die Ligue 1 an. Die Südfranzosen besiegten Sochaux am Samstag 3:1 und halten damit nach 15 Runden bei 32 Saisontoren. Genauso viele Treffer machten sie in der letzten Saison insgesamt. Eindrucksvolle Steigerung.

"On Ice"

Zu Saisonbeginn wurden sie schon als Überraschungsteam gefeiert. Mittlerweile ist Betis wieder am Boden der Realität angekommen. Das Team aus Sevilla hat nach den ersten vier Spielen, die alle gewonnen wurden, nur noch einen Punkt geholt. Macht insgesamt 13 Punkte und Rang 14.

Trezeguet sucht eine neue Herausforderung

Was macht eigentlich … David Trezeguet?

Für Trezeguet persönlich lief die Saison 2010/11 gar nicht so schlecht. Aber trotz seiner elf Saisontore stieg Alicante ab. Im Sommer suchte sich der Siegtorschütze des EM-Finales 2000 deswegen eine neue Herausforderung: Baniyas SC aus Abu Dhabi heißt die Destination. Doch schon nach wenigen Monaten löste der Franzose seinen Vertrag wegen einer Knieverletzung auf, Gerüchte über Interessenten aus Europa gibt es genug. Auch Milan soll ein Kandidat auf eine Verpflichtung sein.

Fußnoten

PremierePep Guardiola musste mit dem 0:1 bei Getafe zum ersten Mal in seiner Karriere als Barcelona-Trainer eine Niederlage im November hinnehmen.

Frankophobie – Zum ersten Mal seit September 2005 stand kein Franzose in der Startelf von Arsenal.

Wiedergutmachung – Arsenals Thomas Vermaelen machte sich beim 1:1 gegen Fulham zum 31. Spieler der Premier League, der in einer Partie sowohl ins eigene als auch ins gegnerische Tor traf.

Hunderter – Ex-Austria-Fehleinkauf David Lafata erzielte beim 2:2 von Jablonec gegen Liberec sein 100. Tor in der tschechischen Liga. In dieser Saison hält er bei 17 Toren in 14 Spielen.

Hunderter II – Auch Zlatan Ibrahimovic schoss sein 100. Liga-Tor. Beim 4:0 gegen Chievo legte er zudem seinen 101. Treffer in der Serie A nach. 

Treffsicher – Beim 4:1-Derby-Erfolg Reals gegen Atletico verwandelte Cristiano Ronaldo seinen 16. und 17. Elfmeter in Folge. Klubrekord.

Lieblingsgegner – Peter Crouch machte in den letzten fünf Spielen gegen Blackburn fünf Tore. Auch bei Stokes 3:1-Erfolg am Samstag traf er.

Angstgegner – Siena konnte noch nie gegen Inter gewinnen. Diesmal verloren sie erst durch ein Last-Minute-Tor von Talent Luc Castaignos 0:1.

Favre-Effekt – Letzte Saison hielt Gladbach nach 14 Runden bei 40 Gegentoren. Heuer kassierte das Team von Lucien Favre erst neun Treffer.

Spätstarter – Freiburg macht es gerne spannend. Die Breisgauer trafen in jedem ihrer letzten drei Spiele in der 90. Minute oder später.

Heißsporn - Eneko Satrustegui sah Rot! Schon wieder! Der Osasuna-Akteur sorgte damit für einen Rekord: Nie zuvor brachte ein La-Liga-Kicker das Kunststück zustande, in den ersten zwei Liga-Spielen vorzeitig unter die Dusche geschickt zu werden.


Mate Esterhazy/Jakob Faber

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