"Becks", der Ex und ein Reflex

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Diskussionen und Trainer-Rotationen

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Er ist wieder da. Das Format aller Formate. Der Grund für einen perfekten Start in die Woche. Der LAOLA1-Saloon.

Wie gewohnt werdet ihr mit Kuriositäten, Zahlenspielen und Neuigkeiten aus den Top-Ligen versorgt.

Diese Woche unter anderem im Angebot: Fragwürdige Trainerwechsel, ein griechischer Held in Arabien und Fans, die stören, obwohl sie nicht da sind.

 

Top-Spiele

 

"Einer wie Balo kann nicht zwei Chancen versieben, die so groß sind wie der Mailänder Dom." Da ging die "Gazzetta dello Sport" mit unserem Mario aber hart ins Gericht. Und das obwohl er in den vergangenen drei Spielen so brav für Milan getroffen hat. Ausgerechnet gegen Ex-Klub Inter, im Derby della Madonnina, war das Zielfernrohr des Angreifers jedoch etwas verbogen. So richtig freuen konnte sich über das 1:1 niemand. Höchstens Samir Handanovic, der mit Glanzparaden zum Helden avancierte, oder vielleicht noch die schadenfrohen Anhänger der "Nerazzurri", die sich Balotelli gegenüber teilweise fair, teilweise aber eben auch unter der Gürtellinie gaben. Achtung, das ist kein Inter-Bashing: Aufblasbare Bananen im Stadion sind nicht lustig!

 

Dass Meister Manchester City das zum "El Cashico" hochstilisierte Duell mit dem FC Chelsea für sich entscheidet, stand von vornherein fest. Schließlich ist der Kader-Marktwert der "Citizens" mit 433 Millionen Euro doch klar höher als die knapp 387 Millionen der "Blues". Für die Tore beim 2:0-Heimsieg zeichneten Yaya Toure (36 Mio.) und Carlos Tevez (27 Mio.) verantwortlich. Chelsea, schon in Hälfte eins in mehreren Situationen unter Druck, verpasste die Chance auf die Führung - Frank Lampard vergab vom Elfmeterpunkt. Ist aber auch verständlich, schließlich ist der nur noch vier Mio. wert.

 

Man mag es auf den ersten Blick kaum glauben, aber ja, Betis gegen Malaga ist ein Top-Spiel. Die beiden andalusischen Teams kämpfen mit zahlreichen weiteren La-Liga-Klubs um den ersten Platz hinter den Top-Drei. Das Duell im Estadio Benito Villamarin wurde aber überraschend einseitig. Schon in Hälfte eins machten Jorge Molina, Pedro Mario und Dorlan Pabon mit ihren Treffern zum 3:0-Sieg alles klar. Dass es keine höhere Schlappe für den CL-Achtelfinalisten wurde, ist Keeper Willy Caballero zu verdanken. Dieser schickte sogleich eine Bitte an Gott, "dass dieser Tanz, den Betis mit uns geführt hat, uns hilft, aufzuwachen". Im Namen aller Malaga-Fans: Wir bitten Dich, erhöre ihn...


Erster gegen Dritter in der Ligue 1. Ibrahimovic, Pastore und Lavezzi gegen Ayew, Mandanda und Gignac. Liga-Krösus gegen Traditionsverein. Alles nebensächlich! Was bei Paris St. Germain gegen Olympique Marseille zählte, war einzig und allein er: David Beckham! Der Superstar ist zurück auf der großen europäischen Fußballbühne und durfte erstmals im Prinzenpark auflaufen. Vorbei die Zeit, wo "Becks"-Fans sich Nächte um die Ohren schlagen oder auf Unterwäsche-Werbespots zurückgreifen mussten, um ihr Idol in Aktion zu sehen. Er ist wieder da! Ach ja, Fußball wurde auch gespielt: PSG gewann 2:0.

Fünferkette

Fan-Tumult der Woche: Pyrotechnik in Stadien ist - wenn auch verboten - nichts Besonderes. Pyrotechnik in Stadien ohne Fans ist dann aber schon eine Erwähnung wert. Den Anhängern von Fenerbahce gelang es trotz Stadionverbots das EL-Sechzehntelfinal-Rückspiel gegen BATE Borisov durch Leuchtkörper zu stören. Diese wurden über die Mauern gefeuert und segelten einfach an Fallschirmen befestigt hinab. Da hat wohl jemand Anleihen bei Seefahrern in Not genommen.

Kuriosum der Woche: Stellt euch vor, ihr werdet als Trainer zu einem Tabellenschlusslicht berufen. Ihr seid frisch im Amt, müsst das Team erst einmal kennenlernen und bleibt dennoch in den ersten drei Spielen ungeschlagen. Wie reagiert wohl euer Arbeitgeber? Richtig, er entlässt euch und setzt einfach wieder auf den Vorgänger, der nach neun Spielen ohne Sieg gefeuert wurde. So geschehen bei US Palermo, wo seit Sonntag wieder Gian Piero Gasperini im Amt ist. Aber ist man wirklich von einem Land überrascht, das Silvio Berlusconi womöglich seine fünfte Regierungszeit ermöglicht?

 

Kompetenz der Woche: Wer das Vorgehen von Palermo-Boss Maurizio Zamparini schon merkwürdig findet, der wird von Christian Constantin begeistert sein. Der Präsident des FC Sion hat nach dem 0:4 in Thun seinen Coach Victor Munoz entmachtet, belässt ihn aber im Verein. Schließlich hat Nachfolger Gennaro Gattuso als Spielertrainer keine UEFA-Pro-Lizenz. Wer diese Entscheidung nicht ganz nachvollziehen kann, dem seien die Worte Constantins ans Herz gelegt: "Im Prinzip ist Victor Munoz unser Trainer. Aber bis auf weiteres gilt für die Spieler: 'Macht es selbst!' Das Team muss sich nun ganz alleine anstrengen und sich seiner 'Nicht-Leistungen' bewusst werden." Aha.


Streit der Woche: Eigentlich wollen wir an dieser Stelle Swansea City herzlichst zum Gewinn des League Cups (für Freunde der Kommerzialisierung des Fußballs "Capital One Cup" genannt) gratulieren. Das 5:0 gegen Viertligisten Bradford war nicht nur eine Machtdemonstration des Premier-League-Klubs, der uns in letzter Zeit zahlreiche großartige Spiele geliefert hat, es war auch der höchste Finalsieg in der Geschichte des Bewerbs. Aber - und jetzt kommt der Tadel - was Nathan Dyer und Jonathan de Guzman vor dem Elfmeter zum 4:0 aufführten, war vergleichbar mit zwei Kindern, die um den Bagger in der Sandkiste streiten. Nur gut, dass "Papa Michu" rechtzeitig einschritt, bevor noch einer zu weinen begann.


Aufruf der Woche: "El Mundo Deportivo" hat es geschafft. Die katalanische Zeitung hat jemanden gefunden, der in dieser Saison schon mehr Liga-Tore als Lionel Messi geschossen hat. Sein Name: David Gascon. Der 34-jährige Angreifer spielt für CD Badajoz in der Gruppe 1 der Primera Regional de Extremadura, ergo der fünften Liga, und hat sein Torkonto mit einem Siebener-Pack beim 10:0-Sieg über CD La Codosera auf 43 hochgeschraubt. Als Kompetenz-Medium obliegt es uns nun, ein österreichisches Pendant zu ehren. Irgendwo zwischen der 2. Vorarlbergerliga und der Unterliga West muss doch auch jemand spielen, der Messis 38 Saisontore übertrumpft. Postet eure Kandidaten!

Bild der Woche

Lionel Messi erobert die NHL - zumindest auf dem Helm von Canadiens-Goalie Peter Budaj. Dieser erklärt seine Kopfzierde mit dem Argument, "dass es im Eishockey keinen Profi gibt, der so dominant ist wie Messi im Fußball." Nett. Und wahr, oder Herr Crosby?

Schattenspiel

Es wird mal wieder Zeit, in die Niederlande zu blicken. Dort hatte am Wochenende Feyenoord Rotterdam PSV zu Gast. Nicht nur, dass die Partie mit einer 1:2-Niederlage des Tabellenführers aus Eindhoven endete, auch ein Tumult zwischen Jeremain Lens und Joris Mathijsen sorgt für Schlagzeilen. In einem von der Presse als "Tunnelgate" bezeichneten Disput lauerte Lens dem Ex-HSV- und Malaga-Profi nach Spielende im Kabinengang auf und riss ihm am Trikot. Nach der Auseinandersetzung, bei der zahlreiche Spieler aneinander gerieten, nahm der PSV-Torschütze die Schuld auf sich: "Ich übernehme die volle Verantwortung für meine Taten. Es gab verschiedene Vorfälle auf dem Feld. Ich wollte Joris lediglich fragen, was er damit bezwecken wollte. Im Nachhinein hätte ich ihn wohl besser anrufen sollen." Wir werden uns bemühen, Lens alsbald die Nummer zu schicken.

"On Fire"

Gut, man kann darüber diskutieren, ob Boavista Porto als aktuell Neunter der dritten portugiesischen Liga wirklich "On Fire" ist, aber bei einem möglichen Direkt-Aufstieg in die Primeira Liga scheint diese Wahl durchaus gerechtfertigt. Der Traditionsverein wurde nämlich 2008 zwangsversetzt, ein Urteil, das nun wegen "Verjährung des Disziplinar-Verfahrens" aufgehoben wurde. Die "Panther" dürfen somit auf eine Wiederaufnahme in der obersten Spielklasse zur neuen Saison sowie finanzielle Entschädigungen hoffen.

"On Ice"

Was erwartet man sich von einem Verteidiger, den man für 15 Millionen Ablöse holt? Sicherheit in der Abwehr, Stabilität, gute Zweikampfwerte, etc. All das erfüllt Queens-Park-Rangers-Neuzugang Christopher Samba nicht. Der kongolesische Teamspieler konnte in seinen ersten drei Premier-League-Partien kein einziges erfolgreiches Tackling anbringen und holte mit den Londonern nur einen Punkt. Zu wenig für einen Abwehrrecken, der 100.000 Euro in der Woche verdient.

Griechischer Held im deutschen Gewand

Was macht eigentlich … Angelos Charisteas?

Als Siegtorschütze im EM-Finale 2004 hat der griechische Stürmer seinen Platz im Olymp eigentlich schon sicher. Dennoch treibt ihn die Lust, Fußball zu spielen, weiter an. Nach Jahren in Deutschland (Werder, Nürnberg, Leverkusen, Schalke) und den Niederlanden (Ajax, Feyenoord) ist es zuletzt ein wenig ruhig um den heute 33-Jährigen geworden. Ein wenig zu ruhig wohl. Nachdem Charisteas bei Panetolikos in seiner Heimat eher wenig Beachtung geschenkt wurde, änderte sich bei seinem neuen Arbeitgeber die Lage abrupt. Schon bei der Ankunft in Saudi Arabien, wo er nun für Al Nassr auf Torejagd geht, umzingelten zahlreiche Reporter und Fans den Angreifer. Sein Debüt im Finale des Saudi Crown Prince Cup gegen Al-Hilal lief allerdings nicht wie im Märchen aus 1001 Nacht. Der 88-fache Teamspieler scheiterte im Elfmeterschießen, sein Team verlor.

Fußnoten

Rekordkurs - Der Bundesliga-Torrekord datiert aus dem Jahr 1971/72. Damals hatten die Bayern nach 23 Spieltagen einen Treffer weniger auf dem Konto.

Unglücksbringer - Trifft Ibai Gomez für Athletic Bilbao, geht das Spiel verloren. So geschehen gegen Real (1:5), Barca (1:5), Lyon (1:2) und zuletzt Real Sociedad (1:3).

Reaktion - In der letzten Ausgabe des Saloons wurde Nikola Zigic ob seiner mangelnden Trainingseinstellung kritisiert. Nun trifft er beim 2:0 Birminghams über Peterborough das erste Mal nach vier torlosen Partien.

Torgarantie - Apropos Peterborough. Der Klub von ÖFB-Keeper Bobby Olejnik hält nun bei 150 Spielen in Folge, ohne 0:0 zu spielen. Der Rekord von Lincoln City liegt bei 236.

Schießbude - Hannover 96 hat in der Rückrunde bisher 57 Torschüsse zugelassen. Zum Vergleich: Die Bayern in der gesamten Saison 54.

Freunde im Geiste - David Beckham hat in seinen 14 Minuten genauso viele Fouls (2) begangen wie "Raubein" Joey Barton über die volle Spielzeit.

Oldie - Und nochmal "Becks". Der Engländer ist mit 37 Jahren und neun Monaten der älteste Feldspieler in der Ligue 1 seit Claude Makeleles Rücktritt 2011 mit 38 Jahren und drei Monaten.

Nationalstolz - Swansea ist das erste nicht-englische Team, das einen der großen Pokale gewinnt, seit Cardiff 1927.

Spätzünder - Greuther Fürth konnte in den letzten elf Bundesliga-Spielen kein Tor in der 1. Halbzeit erzielen.

Assistent - Rob Elliot ist erst der zweite Keeper in dieser PL-Saison, der einen Treffer direkt vorbereitet. Der andere ist Newcastle-Kollege Tim Krul.

Eigen-Tor - Jordi Amat ist der zweite La-Liga-Akteur, der ein Tor und ein Eigentor im selben Spiel erzielt. Der andere heißt auch Jordi (Alba), schaffte dies aber nicht innerhalb von einer Minute - und noch dazu mit einem Traumtor (siehe hier).


Trend-Auswertung: Für unsere Saloon-Leser steht fest - Hans Sarpei wird der neue Papst. Knapp 50 Prozent entschieden sich für den Ghanaer. Jose Mourinho wird mit 19 Prozent nur Zweiter, also Vize-Papst oder so.

Christian Eberle

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