Turin: Helden wider Willen und geheime Tunnel

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Da ist er wieder. Das Format aller Formate. Der Grund für einen perfekten Start in die Woche. Der LAOLA1-Saloon.

Wie gewohnt werdet ihr auch in dieser Saison mit Kuriositäten, Zahlenspielen und Neuigkeiten aus den Top-Ligen versorgt.

Diesmal im Angebot: Geheime Tunnel in Turin, der allmächtige Edgar sowie ein unglaublicher Fauxpas.

 

Top-Spiele

 

"Einfach geil!", entfuhr es Schalke-Keeper Lars Unnerstall nach dem 2:1-im Revier-Derby bei Double-Sieger Borussia Dortmund. Die "Knappen" triumphierten verdient, waren sie doch speziell in Hälfte eins klar überlegen. Während sich Mats Hummels als schlechter Verlierer erwies und Schalke dafür kritisierte, früh auf Zeit gespielt zu haben, nahm Trainer Jürgen Klopp die Niederlage aufgrund seiner taktischen Umstellung - der BVB agierte zunächst mit Dreierkette, stellte aber nach einer halben Stunde wieder um - auf seine Kappe. "Ich wollte mit der Systemumstellung der Mannschaft helfen. Das hat ehrlich gesagt nicht so gut geklappt, das muss man dann auch so konstatieren."

 

Nach dem 2:0-Sieg im Topspiel gegen Napoli ist Juventus nun schon seit sage und schreibe 47 Ligaspielen ungeschlagen. Dabei hielten die Süditaliener beim Meister lange gut mit, doch ein Doppelschlag der Einwechselspieler Caceres (80.) und Pogba (82.) besiegelte den Triumph der "Alten Dame". Nach der Partie sorgten Meldungen für Aufsehen, wonach Napoli den Verband gebeten haben soll, das Juventus Stadium nach geheimen Tunneln zu durchsuchen. Der Grund: Es sollte sichergestellt werden, dass der gesperrte Coach Conte in der Halbzeit nicht in die Kabine gelangen konnte.

 

  "Chelsea hat das Spiel aufgrund der Brillanz von Mata, Oscar und Hazard gewonnen", streute Tottenham-Coach Villas-Boas der Offensiv-Reihe seines Ex-Klubs nach der 2:4-Niederlage im Derby Rosen. Nach einer unterhaltsamen Partie mit mehreren Führungswechseln bleibt festzuhalten: Chelsea kann doch noch an der White Hart Lane gewinnen und legte mit 22 von 24 möglichen Punkten einen wahren Traumstart in der Premier League hin.

Fünferkette

Streich der Woche: Ivan Klasnic staunte nicht schlecht, als er unter der Woche nach dem Training mit seinem Auto nach Hause fahren wollte. Der Porsche des Mainzer Stürmers war mit Klopapier umhüllt, das Seitenfenster wurde mit einem Zettel mit der Aufschrift "Zu verkaufen - 5 Euro" versehen. Seine Mitspieler erlaubten sich diesen Scherz, um Klasnic darauf hinzuweisen, dass er sein Vehikel einmal mehr falsch abgestellt hatte. "Das ist nicht der offizielle Parkplatz der Spieler", klärte Pressesprecher Tobias Sparwasser auf. Klasnic selbst war "not amused". "Wer war das?", fragte er schlechtgelaunt, räumte das Klopapier zur Seite und zog von dannen.

Held der Woche: Es hatte ein bisschen etwas von einem Hollywood-Actionfilm, was Leonardo Bonucci vergangene Woche passierte. Als der Juve-Verteidiger ein Ferrari-Geschäft verließ, wurde er von einem maskierten Mann mit der Pistole bedroht. Bonucci streckte daraufhin den Räuber nieder und nahm im Anschluss die Verfolgung des Täters und seines Komplizen auf. Die beiden entkamen aber. Bonucci selbst sieht sich nicht als Held. "Es geschah alles innerhalb von wenigen Sekunden, das war alles eine instinktive Reaktion. Die "Gazzetta dello Sport" widmete dem Hero wider Willen trotzdem einen Comic-Strip. (siehe Grafik)



Hinrichtung der Woche: Wenn es um das Bejubeln eines Treffers geht, sprühen Kicker nur so vor Kreativität. In Mexiko treiben die Auswüchse besonders kuriose Blüten. Duvier Riascos feierte ein Tor für seinen Klub Tijuana gegen Deportivo Toluca zunächst mit einem Tanz an der Eckfahne - seit Roger Milla (WM 1990) nichts Ungewöhnliches. Danach aber hob er die Hand, mimte einen Schützen und "schoss" auf einen Mitspieler, der prompt den sterbenden Schwan mimte und wie schwer verwundet auf den Boden sackte. Während die Fans begeistert waren, fand es der Unparteiische alles andere als lustig und zeigte dem Schützen die Rote Karte.

Fauxpas der Woche: Der Saloon hat seine Augen überall - selbst auf den Malediven. Dort blamierte sich Victory-Keeper Mohamed Faisal, als er im Halbfinale des Präsidenten-Cups in der Verlängerung einen Ausschuss seines Gegenübers, New-Radiant-Schlussmann Imran Mohamed peinlicherweise nicht parieren konnte und so die Niederlage seines Teams besiegelte. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott bekanntlich nicht zu sorgen. Wenig verwunderlich also, dass er nach Schlusspfiff verbale Prügel bezog. "Den Ball hätte ein Zehnjähriger, der eine Windel trägt, gehalten", urteilte ein gewisser Ali Suzain, seines Zeichens Trainer bei Victory.

Unding der Woche: Unglaublich, was sich manche sogenannte "Fans" erlauben. Beim Championship-Spiel zwischen Sheffield Wednesday und Leeds United (1:1) wurde Chris Kirkland (Sheffield) von einem Gäste-Fan per Schlag ins Gesicht niedergestreckt. Anschließend musste der ehemalige englische Nationalkeeper behandelt werden, konnte aber glücklicherweise weitermachen. Zwei Tage nach dem Skandal wurde ein 21-jähriger Verdächtiger festgenommen. Er wurde auf den TV-Bildern klar identifiziert und mittlerweile zu 16 Wochen Haft verurteilt.

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Forget Felix! It's me, Mario!

Schattenspiel

Drittes Saisonspiel und endlich der erste Sieg in der australischen A-League für den FC Sydney. Und dann auch noch im Derby bei Stadtrivale Western Sydney Wanderers. Das einzige Tor der Begegnung erzielte übrigens ein gewisser Alessandro Del Piero. Ein Elfer im Nachschuss klingt zwar nicht besonders glamourös, aber wer fragt morgen schon danach.

"On Fire"

Acht Spiele, acht Siege und eine fast noch beeindruckendere Tordifferenz von +24. Der FC Bayern zieht in der Bundesliga einsam seine Kreise. Titelverteidiger Dortmund wurde bereits um zwölf Punkte distanziert und die Münchner machen weiter keine Anstalten, auch nur den Hauch an Schwäche zu zeigen. So zerlegten Ribery und Co. den bislang so selbstbewusst auftrenden Aufsteiger Fortuna Düsseldorf in dessen Stadion mit 5:0. Nachdem der Startrekord bereits geknackt wurde, jagen sich die Bayern nun selbst. 15 Siege in Folge lautet die (saisonübergreifende) Bestmarke. Aktuell hält man bei elf.

"On Ice"

Aufsteiger haben es ja nicht immer leicht, aber das, was bei Metalurg Zaporizhya aus der Ukraine abgeht, fällt nicht mehr in die Kategorie "Anpassungs-Schwierigkeiten". Nach zehn Spielen stehen bei keinem Sieg erst zwei Punkte zu Buche. Torverhältnis: 4:32. Kein Wunder, dass die Zuseherzahlen von 11.500 Fans im ersten Saisonheimspiel auf mittlerweile 3.000 gesunken sind.

Alles konzentrierte sich auf Davids

Was macht eigentlich … Edgar Davids?

So gehört es gemacht! Edgar Davids ist erst seit einigen Tagen Trainer beim englischen Viertligisten FC Barnet. Für das Spiel gegen Northampton stellt sich der 39-Jährige einfach selbst auf und ernennt sich zum Kapitän. Es kommt, wie es kommen musste: Barnet gewinnt 4:0 und fährt damit im dreizehnten Saisonspiel den ersten Sieg ein. Selbstverständlich wird Davids, der auch einen Assist beisteuert, zum "Man of the Match" gewählt.  Es ist das erste Pflichtspiel seit 2 Jahren für die ehemalige Ajax- und Juve-Legende. Sein Markenzeichen, die Brille, durfte natürlich auch nicht fehlen.

Fußnoten

Youngster - Mit 17 Jahren und 98 Tagen auf dem Buckel hat Serge Gnabry sein Debüt für den FC Arsenal gefeiert. In der Premier League war nur ein "Gunner" jünger - Jack Wilshere (16 Jahre, 256 Tage), der beim 0:1 bei Norwich erstmals nach langer Verletzungspause wieder auf der Bank saß.

Youngster II - Raheem Sterling ist indes mit 17 Jahren und 316 Tagen der achtjüngste PL-Torschütze aller Zeiten.

Unserie - Nancy blieb insgesamt 609 Spielminuten ohne Treffer in der Ligue 1. Sebastien Puygrenier hat die Lothringer mit seinem Tor zum zwischenzeitlichen 1:0 gegen Sochaux (Endstand 1:1) erlöst.

Kuriosum - Wayne Rooney erzielte beim 4:2 ManUniteds über Stoke Treffer für beide Teams. Dieses Kunststück gelang zuvor erst einem "Red Devil". Es war niemand Geringerer als David Beckham.

Jubiläum I - Für Jupp Heynckes war das 5:0 des FC Bayern über Fortuna Düsseldorf der 300. Sieg als Bundesliga-Trainer.

Jubiläum II - Wir bleiben am Weißwurst-Äquator und gratulieren dem FC Bayern zum 600. Spieltag, den der Rekordmeister an der Spitze der Liga verbringt.

Jubiläum III - Der FC Schalke absolvierte mit dem Ruhrpott-Derby Match Nummer 1.500 in der Bundesliga. Umso schöner, dass dieses ausgerechnet gegen den Erzrivalen gewonnen werden konnte.

Jubiläum IV - Auch dieses betrifft die Bundesliga. Die Freitags-Begegnung zwischen der TSG Hoffenheim und der SpVgg Greuther Fürth, die nach spektakulärer Schlussphase 3:3 endete, war die 15.000ste in der Liga-Historie.

Wandervogel - Louis Saha darf sich seit Sonntag erster und einziger Spieler nennen, der in der PL-Historie in einem Manchester Derby, Merseyside Derby, Nordlondon Derby und Tyne-Wear Derby zum Einsatz kam.

 

Rätsel der Woche

Das Tor-Eigentor-Kuriosum gab es nicht nur bei Manchester United. Neben Wayne Rooney brachte auch Jordi Alba das seltene Kunststück zustande, in einem Spiel ins eigene und ins gegnerische Tor zu treffen. Wer war der letzte Akteur des FC Barcelona, dem dies gelang?

 

Máté Esterházy/Christoph Nister

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