Arroganz hat einen Namen

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Skandal in Genoa: Idioten sterben nicht aus

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Der LAOLA1-Saloon meldet sich zurück - mit echten Spitzenspielen und solchen, die im Schatten der Top-Ligen über die Bühne gehen. Wir feiern Stars und schimpfen Söldner.

Wir berichten über unsere Legionäre und versorgen euch mit jeder Menge Anekdoten. Diese Woche im Angebot: Prügel ohne Ende, der längste Vertrag aller Zeiten und die "Scheiße der Woche":

Top-Spiele

"Wenn es jemals einen verdienten Meister gab, dann sind wir das!" Worte, die von Uli Hoeneß kommen könnten, hätten seine Bayern nur den Titel geholt. Da aber der BVB seinen Vorjahres-Triumph eindrucksvoll wiederholte, stammen sie vom Meister-Trainer himself. Zu verdenken ist Jürgen Klopp diese Aussage nicht, hat Borussia Dortmund doch nach dem FC Bayern (2.) und Schalke 04 (3.) auch Borussia Mönchengladbach (4.) bezwungen. Chapeau!, oder wie Klopp es ausdrückt: "Das ist Wahnsinn!"

Real Madrid hatte es in der jüngeren Vergangenheit wahrlich nicht einfach. Mit dem FC Barcelona war es ausgerechnet der Erzfeind, der Europas Fußball beherrschte und die spanische Liga dominierte. Diverse Taktiken wandte Jose Mourinho an, um die Stärke der Katalanen zu brechen, nun scheint er eine Erfolgsformel gefunden zu haben. Real gewann "El Clasico" (Das Spiel Re-LIVE) im Camp Nou mit 2:1 und thront mit sieben Punkten Vorsprung an der Liga-Spitze. "Ich möchte Real Madrid zum Sieg und zum Meister-Titel beglückwünschen", so Barca-Trainer Pep Guardiola nach dem Duell. Wir schließen uns selbstverständlich an.

Der BVB ist fix Meister, Real so gut wie. Bei Juventus ist man noch lange nicht so weit, aber Runde 34 war ein wichtiger Schritt. Einerseits, weil Milan gegen Bologna nur 1:1 spielte, andererseits wegen des eindrucksvollen 4:0-Erfolges gegen die Roma. Bei einem Sieg, der nie gefährdet war, traf Vidal doppelt, auch Pirlo netzte mit einem Elfer im Nachschuss. Und das abschließende 4:0 von Marchisio zeigte, dass diese Mannschaft auch richtig schön kombinieren kann.

Viererkette

Scheiße der Woche: Von wegen, Lionel Messi sei der Beste aller Zeiten. Der kleine Argentinier ist nicht einmal in den Top-3 der größten Kicker. Das meint zumindest einer, der es wissen muss: Romario. Der brasilianische Ex-Stürmer im Interview mit "O Dia", einem Blatt aus Rio de Janeiro: "Messi ist ein guter Spieler. Aber ich bin unter den Top-3: Ich, Pele und Maradona. Auch Zidane würde ich in diese Liste einreihen." Als wäre seine arrogante Selbstüberschätzung nicht schlimm genug, rechnet er auch noch mit der "Selecao" ab: "Das aktuelle Team ist scheiße, momentan wäre es sogar schwer, damit die WM-Vorrunde zu überstehen." Wir wissen auch genau, wie Brasilien zurück in die Erfolgsspur finden würde: Romario müsste ein Comeback starten!

Duracell-Hase der Woche: Es gibt (wenige) Spieler, die in einer Saison kein Spiel verpassen. Es gibt (noch weniger) Spieler, denen dieses Kunststück über zwei oder gar drei Jahre gelingt. Und dann gibt es Brad Friedel. Wie ein Schweizer Uhrwerk spult er Match um Match ab und so kam es, dass der der US-Amerikaner beim Gastspiel der Spurs bei den Queens Park Rangers zum 300. - in Worten: dreihundertsten - Liga-Spiel IN FOLGE auf dem Rasen stand. Blöd nur, dass das runde Jubiläum nicht gebührend gefeiert werden konnte. Tottenham unterlag 0:1.

Unsitte der Woche: Unglaublich, was in der Deutschland gerade abgeht. Erst prügelten sich Ribery und Robben in der Bayern-Kabine. Schalke - wieder einmal nur zweiter Sieger - legte im Training nach, als Jones gegenüber Huntelaar handgreiflich wird. Zu guter Letzt musste auch noch Leverkusens Kadlec dran glauben. Dieser wurde in der Kölner Disco "Ivory" hinterrücks von Köln-Fans attackiert. Bei welchem Klub man sich wohl als nächstes die Köpfe einschlägt?

Deal der Woche: Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Na gut, 18.002 Jahre sind keine Ewigkeit, aber nicht nur im schnelllebigen Fußballgeschäft eine verdammt lange Zeit. Um genau diese Zeitspanne wurde Gretar Steinssons Vertrag bei Bolton verlängert. Bei den Wanderers nahm man diesen Tippfehler mit Humor: "Gretar wird mit seiner großen Erfahrung in den nächsten 180 Jahrhunderten eine große Hilfe für Nachwuchs-Spieler sein", so Phil Gartside, Präsident des Premier-League-Klubs. Der Spieler selbst werde seine Karriere mit Vertragsende "wahrscheinlich beenden".

Schattenspiel

Fußball-Europa zeigt sich geschockt vom Skandal-Spiel zwischen Genoa CFC und dem AC Siena, auf dem ein dunkler Schatten liegt. Beim Stand von 0:4 (Endstand 1:4) drehten Genoa-"Anhänger" durch, wollten das Spielfeld stürmen und warfen Rauchbomben auf den Rasen. Schiedsrichter Paolo Tagliavento war gezwungen, das Match für 50 Minuten zu unterbrechen. Die Hooligans forderten die Spieler auf, ihre Trikots auszuziehen, weil sie der Vereinsfarben nicht würdig seien. Dabei haben diese Idioten wohl verdrängt, dass sie die einzigen sind, die der Klubfarben nicht würdig sind.

Hieblingers Einsatzstatistik 2011/12: 25 Spiele, 1 Tor

Legionär im Fokus

Mario Hieblinger gehört zu den österreichischen Legionären, die in heimischen Gefilden nie die ganz große Wertschätzung erfahren haben. Ergotelis mag jetzt auch nicht die schillerndste Adresse im europäischen Klubfußball sein, aber immerhin hielt sich der Verteidiger mit seinem Team sechs Saisonen lang in der griechischen Super League und gehörte stets zum Stammpersonal. Nun steht aber der Abstieg fest. Ein 2:4 im letzten Saisonspiel gegen Xanthi besiegelte den bitteren Gang in Liga zwei. Zu allem Überfluss verletzte sich Hieblinger gleich zu Spielbeginn und musste nach fünf Minuten raus.

"On Fire" 

In Entenhausen wartet man seit Wochen darauf, heute ist endlich Zahltag für unseren geschätzten User "DagobertDuck", der uns auf ein brandheißes Team hinwies. Nachdem die Eredivisie vor wenigen Wochen noch im Titelfieber lag, hat sich dieses längst gelegt. Breda, Nijmegen, Excelsior, Kerkrade, Waalwijk, Den Haag, PSV, Almelo, Heerenveen, De Graafschap und nun auch Groningen zogen gegen Ajax Amsterdam jeweils um mindestens zwei Treffer den Kürzeren, sodass der Rekordmeister, nach 20 Spieltagen abgeschlagen auf Platz sechs, inzwischen eine Hand am Meistertitel hat. Drei Spieltage vor Schluss kann das Team von Frank de Boer auf sechs Punkte Vorsprung sowie das beste Torverhältnis verweisen.

"On Ice" 

Als Aufsteiger gelang dem AC Cesena vergangene Saison eine beachtliche Saison, die mit Platz 15 zu Ende ging. Das zweite Jahr gestaltet sich bekanntlich meist schwieriger - wie das Team aus der Region Emilia-Romagna gerade schmerzlich zu spüren bekommt. 14 Spiele in Folge sieglos (zuletzt gab es immerhin fünf Remis), Tabellenrang 20 und nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt. Statt Milan, Juve oder Inter gibt es nächste Saison wieder Stabia, Cittadella und Crotone.

Delvecchio geht auch auf der Tanzfläche ab

Was macht eigentlich … Marco Delvecchio?

Für die, die ihn nicht mehr kennen: Der Italiener war seinerzeit für Inter, die Roma, Brescia und Parma im Einsatz und brachte die "Squadra Azzurra" im EM-Endspiel gegen Frankreich in Führung. Das Ende ist bekannt. Wiltord besorgte den Ausgleich, Trezeguet ließ die Franzosen nach seinem Golden Goal jubeln. Auch nach seiner aktiven Karriere ist der 39-jährige Delvecchio dem runden Leder erhalten geblieben. In der "Babel Soccer School" bildet er junge Talente aus, zudem fungiert er für "Sky Sport" als Kommentator. Doch nicht nur auf dem Rasen, sondern auch auf dem Tanz-Parkett macht er eine überaus gute Figur. Der Lombarde nahm an der letzten "Dancing Stars"-Staffel im italienischen Fernsehen teil. Wie vor zwölf Jahren bei der EURO stand er auch bei der TV-Show im Finale, um am Ende doch nur Zweiter zu werden.

Fußnoten

Gelbsucht - David Jarolim kassierte beim 1:1 des Hamburger SV gegen Nürnberg seine 96. Gelbe Karte in der Bundesliga. Nur Steffen Effenberg wurde öfter verwarnt.

Spätberufen - Noch einmal HSV. Ersatzgoalie Sven Neuhaus gab gegen Nürnberg sein Debüt in der Bundesliga. Mit 34 Jahren.

Zu spät - Nach 21 Spielen in Folge hat der 1. FC Kaiserslautern wieder gewonnen. Wie bizarr, dass ausgerechnet nach dem Dreier der Abstieg feststand (da Köln punktete).

Premiere - Jose Mourinho hat erstmals in seiner Karriere den FC Barcelona im Camp Nou besiegt.

Heimserie - gerissen! Nach 54 Matches en suite, die nicht verloren wurden, musste Barca erstmals wieder drei Punkte an die Gäste abdrücken.

Unserie - Erstmals seit Mai 2009 erlitt der FC Barcelona zwei Pflichtspiel-Niederlagen in Folge.

Unersetzbar - Der FC Arsenal ist von Mikel Arteta abhängig. Glaubt ihr nicht? Die Statistik besagt: In sechs Spielen, in denen er fehlte, gab es keinen einzigen Gunners-Sieg (zwei Remis, vier Niederlagen).

Ersetzbar - Bei Catania Calcio will sich keiner für einen Einser-Goalie entscheiden. Mit Campagnolo, Carrizo, Kosicky, Terracciano und Andujar (inzwischen bei Estudiantes) kamen bereits fünf in dieser Saison zum Einsatz.

Unstoppable - Papiss Demba Cisse hat in seinen ersten zehn PL-Spielen elf Treffer erzielt und damit den Rekord Mick Quinns egalisiert.

Blitzstart - Girondins Bordeaux gelang gegen Marseille zum dritten Mal in dieser Saison ein Treffer in der ersten Minute (Jussie). Das gelang keinem anderen Team.

 

Máté Esterházy/Jakob Faber/Christoph Nister

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