Villas Comeback und Missverständnis um Messi

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Er ist wieder da. Das Format aller Formate. Der Grund für einen perfekten Start in die Woche. Die Vollendung sportjournalistischer Schreibkunst. Der LAOLA1-Saloon.

Wie gewohnt werdet ihr auch in dieser Saison mit Kuriositäten, Zahlenspielen und Neuigkeiten aus den Top-Ligen versorgt.

Allerdings gibt es einige Änderungen. Beim großen Saisonabschluss-Saloon habt ihr gewählt: Der Legionär im Fokus und das Schattenspiel sind die am ehesten verzichtbarsten Kategorien. Deswegen wechseln sich diese beiden Punkte nun je nach Anlassfall ab.

Dafür führen wir mit dem Bild der Woche und dem Rätsel der Woche zwei neue Kategorien ein, die ebenfalls dem Rotationsprinzip unterliegen.

Top-Spiele

  Keine Angst, werte Real-Fans, selbst wenn die "Königlichen" zum Auftakt gegen Valencia nur 1:1 gespielt haben, sind 100 Punkte immer noch möglich. Nur zur Erinnerung: Auch in der Rekordsaison 2011/12 erwiesen sich die "Che" als unangenehmer Gegner und entführten Zähler aus dem Estadio Santiago Bernabeu. Das erlaubten sich außer ihnen nur zwei andere Teams. Also Kopf hoch, noch ist der Titel nicht verloren!

Tottenham verpatzte das Debüt von Neo-Coach Andre-Villas Boas. Die Spurs verloren das Duell des Vierten gegen den Fünften der letzten Saison bei Newcastle mit 1:2. Für Aufregung sorgte dabei Villas-Boas' Gegenüber Alan Pardew. Der Newcastle-Coach musste wenige Minuten nach dem 1:0 durch Demba Ba (55.) auf die Tribüne. Der Grund dafür: Er gab dem vierten Schiedsrichter nach einer umstrittenen Out-Entscheidung einen kleinen Schubser mit.

Dreierkette

Comeback der Woche: "Imposible sin vosotras" - Unmöglich ohne euch. David Villa hat in einer seiner schönsten Stunden nicht vergessen, bei wem er sich zu bedanken hat. Sekunden nach seinem Treffer zum 5:1-Endstand (hier gehts zum VIDEO) beim Liga-Comeback nach knapp acht Monaten Verletzungspause zog der Asturier sein Trikot aus und enthüllte die Liebesbotschaft an seine Frau und seine Töchter. Auch einen stillen Wegbereiter hat "El Guaje" im Jubel um das Tor, das ihm seine Barca-Mitspieler in den wenigen Minuten Spielzeit gegen Real Sociedad scheinbar unbedingt auflegen wollten, nicht vergessen, Emili Ricart. Die Umarmung für den Physiotherapeuten der "Blaugranes" rundete den Gänsehaut-Moment gebührend ab. Willkommen zurück, David!

Missverständnis der Woche: Stellt euch vor, Lionel Messi würde jetzt nicht für Barcelona auf Torejagd gehen, sonden für Manchester City. Ein Zufall hätte fast dafür gesorgt. 2008 gaben die "Citizens" ein Angebot über 47 Millionen Euro für den damals 21-Jährigen ab. Das plaudert Ex-Geschäftsführer Garry Cook in einem neuen Buch aus. Im Zuge der Übernahme durch das katarische Königshaus 2008 kam es aufgrund von Verbindungsproblemen bei einem Telefonat zu einem Missverständis. "It's all getting messy" (Deutsch: Es wird alles chaotisch") verstanden City-Verantwortliche als "Get Messi" (Deutsch: "Verpflichtet Messi"). "Natürlich wurde das Angebot abgelehnt", meint Cook. Stattdessen holte City anschließend Robinho von Real Madrid.

Fans der Woche: Was echte Treue heißt, bewiesen am Samstag die Fans der Glasgow Rangers. Der schottische Traditionsklub stieg aufgrund von Schulden über 166 Millionen Euro bekanntlich in die vierte Liga ab. Dort stellten die Anhänger der Rangers am Samstag einen neuen Zuschauerrekord für Viertligaspiele auf. 49.118 Menschen sahen den 5:1-Erfolg über einen Verein mit dem klingenden Namen East Stirling. Zum Vergleich: In den Stadien der österreichischen Bundesliga fanden sich an diesem Wochenende insgesamt gerade einmal 32.700 Zuschauer ein.

Bild der Woche

Der bekannte Fetisch mancher Fußball-Stars mit einem Shirt mehr oder weniger gehaltvolle Botschaften mitzuteilen, nimmt immer seltsamere Formen an. Nach seinem Treffer gegen Southampton zeigte Carlos Tevez ein Leibchen mit der Aufschrift "Lugano 1 y 2". Der Argentinier wies damit auf jenen Appartementblock in Buenos Aires hin, indem er aufgewachsen ist. Aha.

Schattenspiel

140 Millionen Euro gab Paris Saint-Germain in diesem Sommer aus. Für drei Punkte hat es nach zwei Spieltagen bisher trotzdem noch nicht gereicht. Nach dem 2:2 zum Auftakt gegen Lorient reichte es auswärts gegen Ajaccio diesmal nur zu einem 0:0. Noch dazu flog 26-Mio.Euro-Stürmer Lavezzi mit Rot (59.) vom Platz und Trainer Ancelotti musste aufgrund eines Tritts gegen eine Wasserflasche auf die Tribüne. Zudem bekam das Wort "Schattenspiel" eine neue Bedeutung. In der Nachspielzeit gingen nämlich plötzlich die Lichter aus. Ein Stromausfall erzwang eine zehnminütige Unterbrechung.

"On Fire"

Letzte Saison entrann der FC Lorient nur um einen Punkt den Abstieg. Doch seit der Sommerpause ist alles anders. Schon letzte Woche überraschte der Klub aus der Bretagne mit einem 2:2 bei den Millionenstars von PSG. In der zweiten Runde besiegte Lorient nun sogar Meister HSC Montpellier mit 2:1. Kein schlechter Saisonstart für einen Abstiegskandidaten.

"On Ice"

Man kann ja einmal ein Cup-Erstrundenspiel gegen einen unterklassigen Verein verlieren. Der Pokal hat schließlich seine eigenen Gesetze. Doch die Art und Weise, wie sich Hoffenheim beim 0:4 gegen den Berliner AK blamierte, war schon atemberaubend peinlich. Die TSG hatte nicht den Hauch einer Chance. Es war der höchste Sieg eines Viertligisten über einen Bundesligisten in der langen Pokal-Historie. Irgendwie aber auch logisch: Schließlich hat Berlin drei Millionen Einwohner und Hoffenheim nur 3.000.

Was macht eigentlich … Juan?

Nach zehn Jahren in Europa (Leverkusen, AS Roma) zog es Juan Silveira dos Santos - genannt Juan - wieder zurück in die Heimat. Trotz seiner 33 Jahre unterschrieb der Innenverteidiger einen Zweijahresvertrag mit Option bei Internacional Porto Alegre. Dort hatte er am 19.8. seinen ersten Liga-Auftritt. Beim 1:1 im Spiel bei Portuguesa Sao Paolo wurde er zur Pause eingewechselt und markierte nach nicht einmal 30 Einsatzminuten per Kopf den Treffer für sein Team. Weniger gut läuft es für einen prominenten Teamkollegen Juans: Diego Forlan ist auch nach fünf Spielen bzw. 417 Einsatzminuten noch ohne Tor oder Assist.

Fußnoten

Gerissen - Nach vier Auftaktsiegen in Folge erreichte Valencia am ersten Spieltag diesmal "nur" ein 1:1, allerdings auswärts gegen Real.

Jungspund - Gleich das erste La-Liga-Tor der neuen Saison sorgte für einen Rekord: Fabrice Olinga machte sich mit 16 Jahren, 3 Monaten und sechs Tagen zum jüngsten Torschützen aller Zeiten.

Nachtaktiv - Mallorcas Tomer Hemed ist der erste La-Liga-Profi, der in einem Spiel an zwei verschiedenen Tagen ein Tor erzielte. Der Israeli traf gegen Espanyol (Spielbeginn 23 Uhr) in der 3. und 85. Minute.

Blamabel - Zum ersten Mal seit 25 Jahren sind sechs Bundesliga-Teams in der ersten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden. Das ist ein Drittel aller Mannschaften der ersten Spielklasse.

Ungestüm - Die Hertha kassierte bisher in allen drei Pflichtspielen einen Elfer gegen sich. Alle wurden auch verwandelt.

Rotation - Nur Bordeaux und Nancy liefen in den ersten beiden Ligue-1-Partien mit derselben Startelf auf das Feld.

Eingelebt - Sporting-Neuzugang Khalid Boulahrouz war am ersten Spieltag mit 64 angebrachten Bällen gleich der erfolgreichste Passgeber der portugiesischen Liga.

 

 

Jakob Faber/Mate Esterhazy/Christian Eberle

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