Tevez-Posse um Nobel-Karosse

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Tevez gibt Gas, auch ohne Auto

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Da ist er wieder. Das Format aller Formate. Der Grund für einen perfekten Start in die Woche. Der LAOLA1-Saloon.

Wie gewohnt werdet ihr auch in dieser Saison mit Kuriositäten, Zahlenspielen und Neuigkeiten aus den Top-Ligen versorgt.

Diese Woche unter anderem im Angebot: "Mädchen für alles" bei Deportivo, ein Kung-Fu-Kämpfer in Chile und bayrischer Jubel-Trubel.

 

Top-Spiele

 

Derby-Time in Nord-London. Arsenal und Tottenham trafen sich nach zuletzt je zwei sieglosen Spielen im Emirates und boten den über 60.000 Fans ein - drücken wir uns mal vorsichtig aus - recht amüsantes Spiel. Hauptdarsteller beim 5:2 war zu Beginn Ex-"Gunner" Adebayor, der zunächst ins Tor und wenig später mit gestrecktem Bein voll Cazorlas Schienbein traf. Mit numerischer Überlegenheit spielte die Heim-Elf die "Spurs" anschließend teilweise an die Wand und schenkte den Gästen fünf Mal ein. Unter den Torschützen waren auch erstmals Mertesacker und zum vierten Mal Podolski. Ausgewechselt wurde Letzterer dennoch. Wie in allen anderen Premier-League-Spielen.

 

Von der Tabellen-Situation her war ja Juventus gegen Lazio das Topspiel der Runde in Italien. Aber über ein 0:0 schreibt man nicht gerne. Da widmen wir uns lieber dem Auftritt des AC Milan bei SSC Napoli. Inler und Insigne brachten die Kampanier nach einer halben Stunde komfortabel in Führung, beide Male unter Mithilfe des Mailänder Keepers Abbiati, wenngleich der Tunnel beim 2:0 einfach unglücklich war. Doch die Gäste haben mit El Shaarawy einen Mann, auf den Verlass ist. Der "kleine Pharao" schoss die Rossoneri noch zum Remis und rettete mit den Saisontoren neun und zehn seinem angezählten Coach den Job. Vorerst zumindest.

 

"Ich hätte neun Spieler auswechseln können - und von den zwei übrigen hat einer noch die Gelb-Rote-Karte bekommen." So fiel das Urteil von Schalke-Coach Huub Stevens nach dem Gastspiel seiner Elf in Leverkusen aus. Dem Niederländer ist nicht zu widersprechen. Wäre die Werkself nicht so fahrlässig mit ihren Chancen umgegangen, hätte es wohl ein Debakel statt des harmlosen 0:2 gesetzt. Freuen wird man sich unterdessen in München. Die Bayern "patzten" in Nürnberg und bauen ihren Vorsprung in der Tabelle dennoch aus. Tja, so wird man wohl Meister.

Viererkette

Flexibilität der Woche: Na, das war ja mal ein aufregender Arbeitstag für Deportivos Alex Bergantinos. Nachdem sich Carlos Marchena und Ze Castro innerhalb von sieben Minuten verletzt vom Feld verabschiedeten, musste der gelernte Mittelfeldspieler gegen Levante in der Innenverteidigung aushelfen. Als in Minute 70 auch noch Keeper Aranzubia mit Gelb-Rot ausgeschlossen wurde, war klar, wer den vakanten Platz im Tor einnimmt. Mit Handschuhen bestückt versuchte der 27-Jährige sein Bestes, konnte den 2:0-Siegtreffer der Gäste durch Barkero aber nicht verhindern. "Ich weiß nicht, ob Dani (Aranzubia, Anm.) den gehalten hätte", wies er sogleich sämtliche Schuld von sich. Ob er damit Anspruch auf die Nummer eins erhebt?

Autofahrer der Woche: So schön weiß glänzte er, der neue Porsche von Carlos Tevez, als der City-Stürmer durch die Straßen von Manchester brauste. So schön glänzte er auch noch, als der Wagen kurz danach von der Polizei abgeschleppt wurde. Der Argentinier besitzt nämlich keine Fahrerlaubnis für Großbritannien und hat seinen Führerschein trotz Aufforderung der Behörden immer noch nicht umgewandelt. Der 28-Jährige nahm den Verlust seines Gefährts dennoch mit Humor und feierte einen Treffer gegen Aston Villa, indem er sich auf den Boden setzte, das imaginäre Lenkrad in die Hand nahm und den Fans (und den Behörden?) zeigte, wie gut er doch fahren kann.


Jubel-Trubel der Woche:
Achtung, es wird politisch! Galt der Jubel von Bayerns Mario Mandzukic und Xherdan Shaqiri im Spiel gegen Nürnberg etwa den jüngst vom UNO-Kriegsverbrechertribunal freigelassenen kroatischen Generälen Ante Gotovina und Mladen Markac? Das behauptete zumindest die Schweizer Zeitung "20 Minuten". "Ich bin ein völlig unpolitischer Mensch. Der Tor-Jubel hat mit den Ereignissen um die Generäle überhaupt nichts zu tun", dementierte Mandzukic wenig später in der "Bild". Wir glauben ihm und auch FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der feststellt, dass sein Klub "nicht unbedingt bekannt dafür ist, politisch motiviert zu sein." Ist auch besser so!


Cantona der Woche:
So charmant der Franzose in manchem Nike-Spot wirkte, erlangte Eric Cantona auch durch einen Kung-Fu-Tritt gegen einen Fan und der halbjährigen Sperre danach Berühmtheit. Mit Gaston Cellerino findet sich nun ein würdiger Nachfolger für die ManUnited-Legende. Der Angreifer des chilenischen Klubs Union La Calera streckte im Spiel gegen die Santiago Wanderers Keeper Mauricio Viana mit einem satten Kick zu Boden. Cellerino war da eigentlich schon mit Gelb-Rot auf dem Weg in die Kabine, wurde vom Schlussmann der Gegner aber weiterhin übelst provoziert. Nachdem seine Familie beleidigt wurde, schubste er, als er dachte, angegriffen zu werden, trat der 26-jährige Argentinier zu. "Um sich zu verteidigen", wie Cellerino später zu Protokoll gab. In der darauffolgenden Nacht, die er im Gefängnis verbrachte, ("Die schrecklichste Nacht meines Lebens") hatte der Übeltäter dann genug Zeit, sein Verhalten zu überdenken.

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Fabian Giefer im Bremer Sandwich, oder: warum ein Keeper in seinem eigenen Strafraum bleiben sollte.

Schattenspiel

Zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte muss Palmeiras den Gang in die zweite Liga antreten. Ein 1:1 im Klassiker der brasilianischen Serie A gegen Flamengo war zu wenig für den Rekordmeister. Als Sargnagel für die Elf, die als Cupsieger 2013 in der Copa Libertadores vertreten sein wird, entpuppte sich ausgerechnet Vagner Love. Der langjährige ZSKA-Legionär, der der Jugend von Palmeiras entstammt, glich die Führung von Vinicius eine Minute vor Ablauf der regulären Spielzeit aus und besiegelte so das Schicksal seines Ex-Klubs zwei Runden vor Meisterschafts-Ende.

"On Fire"

PSV steht aktuell wohl für Punktet-Sicher-Verein. In den letzten acht Spielen konnten die Eindhovener ebenso viele Siege einfahren. Damit kann das Team von ÖFB-Legionär Marcel Ritzmaier auf die derzeit längste Siegesserie in Europas Ligen zurückblicken - Shakhtar Donetsks Pleite gegen Arsenal Kiew sei Dank. Zuletzt feierte die Elf von Trainer Dick Advocaat einen 6:1-Kantersieg bei Den Haag, mit sechs verschiedenen Spielern als Torschützen. Beeindruckend!

"On Ice"

Wir wollen nicht überhart zu Gericht ziehen, aber es läuft nicht rund beim FC Chelsea. Nach dem Bilderbuchstart mit sieben Siegen und einem Remis gab es in den letzten vier Auftritten in der Premier League gerade einmal zwei Punkte zu bejubeln. In der Tabelle ist der amtierende Champions-League-Sieger damit auf Rang drei zurückgefallen und droht in der nächsten Runde von West Bromwich, am Wochenende 2:1-Sieger über die "Blues", überholt zu werden. Verpassen die Londoner jetzt auch noch den CL-Aufstieg, ist Roberto di Matteo wohl so schnell wieder arbeitslos, wie John Terrys Verhaltensberater.

Was macht eigentlich … Christian Tiffert?

Nach zwölf Jahren als Profi in Deutschland, unterbrochen von einem kurzen Abstecher in die österreichische Bundesliga zu Salzburg, entschied sich Christian Tiffert im Sommer für das Abenteuer Major League Soccer. Seine erste (Halb-)Saison in den Vereinigten Staaten ist mit dem heutigen Tag Geschichte. Im Halbfinale der Playoffs muss sich der Mittelfeldspieler, der bei den Seattle Sounders Teamkollege von ÖFB-Legionär Michael Gspurning ist, Titelverteidiger L.A. Galaxy mit einem Gesamtscore von 2:4 beugen. Am ehemaligen Lauterer hat es aber bestimmt nicht gelegen. Den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 im Rückspiel von Scott bereitete der Deutsche mit einer Ecke vor, eine weitere Vorlage gab er zu einem Tor, das zu Unrecht aberkannt wurde. Somit bleibt als größter Erfolg in der Vita des 30-Jährigen weiterhin der Meistertitel in der Alpenrepublik 2007.

Fußnoten

Torjäger - Sergio Ramos hat beim 5:1-Kantersieg Reals über Bilbao seinen bereits 31. La-Liga-Treffer erzielt. Damit ist er der torgefährlichste Abwehrspieler der letzten zehn Jahre.

Dynamisches Duo - Die letzten sechs seiner Treffer bekam Ramos allesamt von Mesut Özil vorbereitet.

Meilenstein - Der knappe 1:0-Erfolg gegen den FC Toulouse bedeutete für OGC Nice den 700. "Dreier" in der Ligue 1.

Konstanz - Neo-Wolfsburg-Coach Lorenz-Günther Köstner ließ beim 3:1-Erfolg in Hoffenheim zum dritten Mal dieselbe Startelf auflaufen. Das gab es bei den Niedersachsen zuletzt im Frühjahr 2009. Kaum zu glauben: Es geschah unter der Ägide von Felix Magath.

Vorentscheidung - Liegt der FC Augsburg zur Halbzeit zurück, ist das Ding gelaufen. Wie in den 15 Begegnungen zuvor ging auch jene bei der Frankfurter Eintracht (2:4) anschließend verloren.

Tiefschlaf - Sir Alex Ferguson kann fast alles. Halbzeitansprachen gehören allerdings nicht dazu. Acht Gegentore kassierte ManUnited in der Startviertelstunde der zweiten Hälfte. Mehr als jeder andere PL-Klub.

Not gegen Elend - Mit einem 3:1-Derbysieg beendete Sampdoria die längste Niederlagenserie der Vereinsgeschichte (sieben). Für Genoa CFC bedeutete die Pleite die sechste en suite. So schlecht lief es zuletzt vor 20 Jahren.

Unterzahl - Nachdem Ersatzmann Diego Costa noch nicht bereit war, Adrian aber schon ausgewechselt, startete Atletico Madrid Hälfte zwei für einige Minuten mit zehn Mann. Nach dem Ausschluss von Suarez beendeten sie selbige auch so.

 

Rätsel der Woche:

Im Zeitalter der Doppel- und Dreifachbelastung hat sich das Rotationsprinzip durchgesetzt, um den Spielern Verschnaufpausen zu verschaffen. Manche Akteure halten davon allerdings wenig und gehören Woche für Woche zum Stammpersonal. Welcher Profi der deutschen Bundesliga weist aktuell die längste Serie an Liga-Einsätzen in Folge auf?

 

Christian Eberle/Christoph Nister

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