Verweigerte Handshakes und verpatzte Saisonstarts

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Da ist er wieder. Das Format aller Formate. Der Grund für einen perfekten Start in die Woche. Der LAOLA1-Saloon.

Wie gewohnt werdet ihr auch in dieser Saison mit Kuriositäten, Zahlenspielen und Neuigkeiten aus den Top-Ligen versorgt.

Diesmal im Angebot: Ein deutscher "Klugscheißer", italienische Sorgenfalten und englische Nachträglichkeit.

Top-Spiele

War der Meister aus Dortmund so stark oder der Gast aus Leverkusen so schwach? Es war wohl eine Mischung aus beidem, die dem BVB einen ungefährdeten 3:0-Heimsieg einbrachte. Blaszczykowski und Götze wirbelten die Hintermannschaft der Werkself gehörig durcheinander, zudem nutzte Hummels einen schweren Stellungsfehler zur Führung der Westfalen. Da auch die Defensive der Klopp-Elf stabiler wirkte als zuletzt, wurde die "Unbeaten"-Serie in der Bundesliga auf 31 ausgebaut. Der Rekord des HSV (36) rückt in greifbare Nähe.

Iker Casillas hatte sich gerade erst die Handschuhe noch einmal festgezogen, da zappelte auch schon der Ball in seinem Netz. Real Madrid geriet gegen den FC Sevilla nach nur zwei Minuten in Rückstand und schaffte es in den verbleibenden 92 (inkl. Nachspielzeit) nicht, diesen weider wettzumachen. Dabei fällt den "Königlichen" das Toreschießen im Sanchez Pizjuan normalerweise so leicht wie Fernando Alonso das Einparken. Bei den letzten beiden Auftritten in Sevilla erzielte Real nicht weniger als zwölf Tore. Nur diesmal hatten Higuain, Di Maria und Co. anscheinend anderes im Kopf...

Viererkette

Wutausbruch der Woche: Da war er wieder, der zornige Rudi. Ist Deutschlands Ikone Völler erst einmal in Rage, kann ihn keiner mehr stoppen. "Weißbier-Waldi" und das Sky-Trio von der "Muppet-Show" wissen, wovon wir reden. Diesmal nahm sich der 52-Jährige erneut ein Mitglied des Pay-TV-Senders vor. Marcel Reif hatte es dem Sportdirektor von Bayer Leverkusen angetan. Der hatte sich erlaubt, die Werkself im Spiel gegen den BVB zu kritisieren. "Was der Reif sagt, geht mir völlig am Arsch vorbei", echauffierte sich Völler. "Dieser Klugscheißer!" Rudi ist nicht umsonst ein Unikat.

Aufreger der Woche: Ein Handschlag unter Männern und alles ist vergessen. Denkste! Anton Ferdinand verweigerte nämlich selbigem seinen Gegenübern John Terry und Ashley Cole vor dem Spiel seiner Queens Park Rangers gegen Chelsea. Die Rassismus-Affäre und vor allem der Freispruch für den "Blues"-Kapitän sitzt ihm noch zu tief in den Knochen. Um am kommenden Wochenende den nächsten drohenden "Handshake-Gate" zu verhindern, wurde Luis Suarez von den Liverpool-Verantwortlichen schon gedrängt, die Hand von Uniteds Patrice Evra ja zu schütteln. Gut so!

(Un)Sinn der Woche:
Fantum kennt offenbar keine Grenzen. Zumindest in Dortmund nicht. Die westfälische Stadt wollte der rückläufigen Geburtenrate entgegenwirken und richtete einen Kreißsaal in den Klubfarben der Borussia, schwarz und gelb, ein. Ob Bettlaken, Schränke oder Badewanne - der BVB ist allgegenwärtig. Die Liebe zum Verein soll sich auf die Libido überschlagen und damit einhergehend den Wunsch nach (weiteren) Kindern steigern.

Torjubel der Woche:
Dass exzessiver Torjubel und Leibchen-Ausziehen mit Gelb bestraft werden, ist jedem Spieler bekannt. Wir finden es auch gut, wenn die Torschützen im Rausch der Gefühle auf diese - nennen wir sie einmal fragwürdige - Regel pfeifen und die Verwarnung in Kauf nehmen. Dumm anstellen kann man sich trotzdem. Espanyols Samuele Longo sah nach dem vermeintlichen Sieg-Treffer gegen Bilbao Gelb-Rot, sein Team kassierte in Unterzahl noch den Ausgleich. Hannovers Szabolcs Huszti bekam für Striptease und Zaunsprung gleich zwei Mal Gelb und damit auch Rot. Sein Team gewann aber zumindest.

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"On Fire"

Ein Treffer beim Supercup-Erfolg über Dortmund, zwei im DFB-Pokal gegen Jahn Regensburg und jeweils einer in der Bundesliga bei Greuther Fürth, gegen den VfB Stuttgart sowie beim FSV Mainz. Mario Mandzukic erfüllt nicht nur die hohen Erwartungen des FC Bayern, er übertrifft sie bei weitem. Hohes Laufpensum, bemerkenswerte Agilität und eine beneidenswerte Abschlussstärke lassen vergessen, dass sich mit Mario Gomez die vermeintliche Nummer eins im Bayern-Angriff verletzungsbedingt seit Wochen außer Dienst befindet. In den ersten fünf Pflichtspielen für den FCB jeweils zu treffen, bedeutet überdies einen neuen Vereinsrekord.

"On Ice"

Als wäre das 0:1 zum Auftakt gegen Aufsteiger Sampdoria nicht schon enttäuschend genug gewesen, setzte der AC Milan mit dem 0:1 gegen Atalanta Bergamo noch eins drauf. Zwei Niederlagen in den ersten beiden Heimspielen gab es zuletzt vor 82 (!) Jahren. Die "Rossoneri" befinden sich nach dem Umbruch im Sommer (u.a. Thiago Silva, Ibrahimovic, Seedorf, Nesta, Gattuso, Inzaghi weg) im freien Fall. "Ich bin besorgt", gestand Massimiliano Allegri, 2010/11 noch Meister-Trainer der "Rossoneri", nach dem neuerlichen Rückschlag. Mit Ruud Gullit bringt sich bereits ein möglicher Nachfolger ins Spiel. "Wenn Milan ruft, komme ich", so der Niederländer in der "Gazzetta dello Sport".

In schwarz-gelb unvergessen: Dede

Was macht eigentlich … Dede?

Und noch einmal Dortmund: 14 Jahre zählte Dede zum Inventar des BVB, ehe er sich nach dem Meistertitel 2011 in die Türkei verabschiedete. Dort schnürt der einmalige brasilianische Teamspieler, der seit 2007 auch die deutsche Staatsbürgerschaft hat, für Eskisehirspor seine Schuhe und ist damit Klub-Kollege von Neo-Legionär Atdhe Nuhiu. Während der ehemalige Rapidler nur auf der Bank schmorte, trug sich der Linksverteidiger beim 4:2-Erfolg über Genclerbirligi in Minute 13 als erster in die Schützenliste ein. So lange wie im Ruhrpott wird der heute 34-Jährige in Eskisehir nicht spielen können, zu einer ähnlichen Kultfigur könnte er mit weiteren Leistungen wie der zuletzt erbrachten aber durchaus avancieren.

Fußnoten

Gelbsucht - Da ist er wieder, der "Aggressiv-Leader". Mark van Bommel hat in den ersten fünf Spielen für PSV fünf Mal den "gelben Karton" gesehen. Rekord in der Eredivisie!

Kopfballungeheuer - Jakob Jantschers Debüt für Dynamo Moskau misslang, da Jan Holenda beim 1:0-Sieg Rostovs seinen fünften Treffer im achten Spiel erzielte. Das Besondere: Er benutzte dabei jedes Mal sein Köpfchen.

Dauerbrenner - Wie passend, das ausgerechnet am Wochenende, wenn die Bundesliga geschlossen die Initiative "Geh' deinen Weg" für Integration unterstützt, die Bestmarke in puncto "Meiste Spiele eines Ausländers" eingestellt wird. Claudio Pizarro hat nach seinem 336. Einsatz mit Zé Roberto und Levan Kobiashvili gleichgezogen.

Perfect Game - Lukas Podolski, der beim 6:1-Sieg des FC Arsenal über Southampton, seinen zweiten Treffer erzielte, hat alle seiner 31 Pässe in diesem Spiel an den Mann gebracht. An den eigenen, versteht sich.

Vereinsrekord - Zum 26. Mal in Folge ist bei einem Heimspiel Borussia Dortmunds bereits die Tor-Hymne des Double-Siegers erklungen.

Persönlicher Rekord - "Tormaschine" Lionel Messi hat schon jetzt seine Bestmarke für Tore innerhalb eines Kalenderjahres übertroffen. Lag die Marke seit 2010 bei 60 Treffern, so hält der Argentinier inzwischen bei 62.

Jubiläum I - Ryan Giggs hat seine Einsatzstatistik in der Premier League beim 4:0-Sieg ManUniteds über Wigan auf 600 hochgeschraubt.

Jubiläum II - Dasselbe Match bedeutete für Paul Scholes das 700. Pflichtspiel in Diensten der "Red Devils". Er krönte dieses mit dem Führungstreffer.

 

Abschließend schulden wir euch noch die Auflösung des Rätsels der Woche. Gefragt war, wie Michus Vorgänger heißen, die ebenfalls in ihren ersten drei Premier-League-Spielen trafen. Ein großes Lob gilt hierbei Saloon-Stammgast "Ajaxfan89", der mit seiner Antwort vollkommen richtig lag. Pavel Pogrebnyak, Adrian Mutu und Michael Ricketts brachten dasselbe Kunststück zustande.

 

Christian Eberle/Christoph Nister

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