So sehen Sieger aus - und wohl auch der Meister

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Der LAOLA1-Saloon meldet sich zurück - mit echten Spitzenspielen und solchen, die im Schatten der Top-Ligen über die Bühne gehen. Wir feiern Stars und schimpfen Söldner.

Wir berichten über unsere Legionäre und versorgen euch mit jeder Menge Anekdoten. Diese Woche im Angebot: Neidhammel Hoeneß, ein Phantom-Tor und ein Blitzeinschlag.

Top-Spiele

Der LAOLA1-Saloon gratuliert Borussia Dortmund zum Meistertitel! Acht Punkte Vorsprung wird sich der Titelverteidiger in den verbleibenden drei Spielen nicht mehr nehmen lassen. Möglich gemacht hat dies ein 2:1-Sieg im Derby bei Schalke. Der schon die ganze Saison groß aufspielende Lukas Piszczek (17.) mit einem Traumtor sowie Joker Sebastian Kehl (63.) besorgten den Sieg. Wer Bayern und Schalke zwei Mal schlägt, der hat den Titel ohne Zweifel verdient.

  Levante ist neben Barca das einzige Team, das Real Madrid in dieser Saison besiegen konnte. Im heimischen Estadi Ciutat de Valencia behielten die "Granotas" in Runde vier mit 1:0 die Oberhand. Vielleicht hatte der katalanische Meister deshalb mehr als nur Respekt vor der Heimstätte des Überraschungsteams der Saison. Das Kombinationsspiel wollte nicht recht anlaufen. Als Levante auch noch in Führung ging, schien das Schicksal der "Blaugranes" besiegelt und die Meisterschaft entschieden. Doch da gab es ja noch einen kleinen Argentinier, der die Partie mit zwei Toren (Hier geht's zum Video) noch drehte.

Zwei Teams mit einer verpatzten Saison in der Liga und der Chance auf Wiedergutmachung im Cup. Chelsea und Liverpool, in der Premier League unter ferner liefen, treffen sich im FA-Cup-Finale. Die "Blues" schossen Tottenham mit 5:1 ab, profitierten dabei aber von einem Phantom-Tor von Mata zum 2:0. Die "Reds" gewannen das "Merseyside-Derby" gegen Everton 2:1. Goldtorschütze war, wie schon am Dienstag gegen Blackburn, Andy Carroll. Am Ende zahlen sich die 41 Mio. Euro doch noch aus.

Fünferkette

Schocker der Woche: Es ist einfach unfassbar. Knapp einen Monat nach der Geschichte um Fabrice Muamba, erschüttert das Schicksal von Piermario Morosini die Sportwelt. Der Italiener kollabierte im Serie-B-Spiel zwischen seinem Klub Livorno und Pescara am Spielfeld. Wenig später erlag er den Folgen des Herzinfarkts. Kollege Harald Prantl erzählt in seinem Kommentar die tragische Biographie des 25-jährigen Waisen. Der Saloon schließt sich seinen Schlussworten an: Er möge in Frieden ruhen.

Sportsmann der Woche: Im letzten Saloon war es Marius Ebbers, der sich mit einer bemerkenswerten Form des Fairplays hervortat. Diesmal wollen wir Darren Murphy vom Dungannon FC lobend erwähnen. Der Abstiegskandidat der nordirischen Premiership (höchste Liga) bekam gegen Ballymena United einen Elfmeter zugesprochen. Grund dafür: Verteidiger Gavin Taggart nahm den Ball mit der Hand auf, da sich sein Mitspieler Chris Rodgers verletzt am Boden krümmte. Spielertrainer Murphy führte den Strafstoß aus und rollte den Ball mit einem leichten Pass in Richtung Ballymena-Torhüter. Trotz der folgenden 2:4-Niederlage meinte Murphy gegenüber "BBC Newsline": "Ich habe richtig gehandelt und würde dasselbe unter gleichen Voraussetzungen wieder machen."

Neidhammel der Woche: Mensch, Uli! Der Neid stand ihm bei "Sky90" ins Gesicht geschrieben. "Bei aller Liebe, die Dortmunder haben vielleicht die hungrigere Mannschaft, aber sie haben keine Weltklassespieler", polterte der Bayern-Präsident. Die Begründung dafür folgte auf dem Fuß: "Sie sollen auch international einmal erfolgreich spielen, nicht nur national. Dann sage ich: Chapeau!" Außerdem griff Hoeneß Dortmund-Boss Hans-Joachim Watzke an: "Die Märchen, die der erzählt, mit seinen 45 Mio. Personalkosten. Er muss aufpassen, dass er nicht zum zweiten Willi Lemke wird." Mit dem ehemaligen Werder-Manager hatte sich die Bayern-Legende jahrzehntelang eine Fehde geliefert. Irgendwann wird aber auch Hoeneß erkennen müssen: Dortmund hat den billigeren Kader und wird trotzdem zum zweiten Mal in Folge deutscher Meister.

Video der Woche: "Party Rock is in the house tonight. Everybody just have a good time." Die Party-Hymne von LMFAO hat nun auch Belgien erreicht. Genauer gesagt: Club Brügge! Der Traditionsverein hat zum Hit ein eigenes Video gedreht und rockt damit das Internet. Kult-Potenzial hat vor allem Christoph Daum. Der Trainer grätscht verbal mit "shake that!" dazwischen und hat damit die Lacher auf seiner Seite.

Balotelli der Woche aka Erkenntnis der Woche: Unser Super-Mario braucht Hilfe. Das wisst ihr, das wissen wir und nun weiß es auch er. "Er ist bereit, professionelle Hilfe anzunehmen, um seinen Kopf neu zu sortieren", verlautbarte ein enger Vertrauter gegenüber "The Sun". Wir wünschen alles Gute!

Schattenspiel

Natürlich hätten wir uns diese Woche für das schottische Cup-Halbfinale und den 2:1-Auswärtssieg von Hearts bei Meister Celtic entscheiden können, oder etwa für das Ligacup-Finale in Frankreich, wo Olympique Marseille Lyon mit 1:0 in der Verlängerung bezwang, aber wir wollen die Rubrik beim Namen nehmen. In der Türkei begann am Wochenende der Spor Toto Cup. Ein Bewerb, an dem alle Süper-Lig-Teams teilnehmen, die sich nicht für das Meister- bzw. Europa-League-Playoff qualifizierten. Vom Tabellen-Neunten bis zum Schlusslicht spielen die Verlierer der Meisterschaft um den Einzug in ein Finale auf neutralem Boden. Die Siegesprämie fällt üppig aus: Ganze 60 % der Endspiel-Einnahmen bekommt der glückliche Gewinner als Belohnung. Und natürlich den Titel "Toto-Cup-Sieger". Warum das Ganze? Weil den Vereinen sonst langweilig werden würde. Selbst die goldene Ananas hat da mehr Prestige. Ach ja, dank der Teilnahme von Gaziantepspor ist mit Yasin Pehlivan auch ein Österreicher bei diesem Spaß mittendrin statt nur dabei.

Ein Fixpunkt im Star-Ensemble der Bayern

Legionär im Fokus

Man mag es kaum glauben, doch David Alaba durfte sich noch nie mit dem Titel "Legionär im Fokus" schmücken. Und das trotz seiner unglaublich starken Saison im Dress der Bayern. Der Nationalspieler hat sich mittlerweile in der Stammelf der Münchner etabliert. Er ist das Mädchen für alles. Ob im defensiven Mittelfeld, als linker Außenverteidiger oder, wie am Samstag gegen Mainz, als Flügelspieler. Jupp Heynckes' Entscheidung, den Youngster nach links hinten und Philipp Lahm dafür auf der rechte Abwehrseite zu schicken, wurde in den deutschen Medien als genialer Schachzug gefeiert. Alaba strahlt Ballsicherheit, Routine und Spritzigkeit aus. Am Samstag machte er sich zum jüngsten Bayern-Akteur der Bundesliga-Geschichte mit 50-Bundesliga-Spielen auf dem Buckel. Mit 19 Jahren, 9 Monaten und 21 Tagen löste er Georg „Katsche“ Schwarzenbeck ab, der 1968 20 Jahre und 17 Tage brauchte, um die magische Marke zu knacken.

"On Fire" 

Ricardo Vaz Te geht seit 4. Februar diesen Jahres für West Ham United auf Torejagd. So richtig angekommen ist der ehemalige portugiesische Nachwuchsspieler aber erst jetzt. In den letzten fünf Spielen erzielte der 25-Jährige acht Tore für den Londonder Traditionsverein, zuletzt drei an der Zahl beim 6:0-Kantersieg über Brighton. Damit hat er maßgeblichen Anteil daran, dass West Ham als Dritter den Abstand auf einen Direkt-Aufstiegsplatz auf drei Punkte verkürzte. Auch, weil Southampton zu Hause gegen Leader Reading 1:3 verliert.

"On Ice" 

Wenn wir uns schon mit Englands Championship befassen, müssen wir auch ein Wort über die Doncaster Rovers verlieren. Die Heim-Bilanz des Tabellen-Schlusslichts ist nämlich erschreckend. Zehn Spiele lang warten die Fans des 1879 gegründeten Klubs schon auf einen vollen Erfolg und mussten sechs Niederlagen und vier Remis hinnehmen. Dennoch konnte 2012 schon ein Sieg verbucht werden, am 2. Jänner!

Arne Friedrich erlebte ein kurioses MLS-Debüt

Was macht eigentlich … Arne Friedrich?

Der 32-Jährige, der 82 Länderspiele für die DFB-Auswahl absolvierte und im September seinen Vertrag mit dem VfL Wolfsburg auflöste, heuerte in der Major League Soccer an. In der Nacht auf Montag feierte er sein Debüt für Chicago Fire. Es sollte ein höchst kurioses werden. Schon nach 13 Minuten wurde das Aufeinandertreffen mit Houston Dynamo unterbrochen, nachdem der Blitz einschlug. Eine einstündige Pause war die Folge, ehe das Spiel bis zur 66. Minute fortgesetzt wurde. Der erneute Blitzschlag veranlasste Schiedsrichter Geoff Gamble, Chicago-Houston abzubrechen und trotz verkürzter Spielzeit mit 1:1 zu werten.

Fußnoten

Dauerläufer - Gladbachs Juan Arango ist mit 2.790 Spielminuten der einzige Bundesliga-Feldspieler, der noch keine Minute verpasst hat.

Dauerläufer II - Lilles Youngster Eden Hazard bestritt beim 4:1-Sieg gegen Ajaccio, bei dem er auch ein Tor erzielte, sein 100. Ligaspiel in Folge.

Bayrisches Jubiläum - Das 0:0 gegen Mainz war das 800. Bundesliga-Heimspiel der Bayern. Die Bilanz: 585 Siege, 138 Unentschieden und 77 Niederlagen. Tordifferenz: 2.119:735.

Heimrekord - Manchester United erzielte beim 4:0 gegen Aston Villa im 47. Heimspiel in Folge zumindest einen Treffer. Das ist Premier-League-Rekord.

Torrekord - Mit 107 Saisontreffern hat Real schon nach 33 von 38 Spielen den bisherigen Torrekord der Primera Division eingestellt.

Talisman - Manchester United hat alle neun Spiele gewonnen, in denen Paul Scholes in der Startelf stand.

Offensiv - In der langen Geschichte des FA-Cups war Chelsea erst die fünfte Mannschaft, der fünf Tore in einem Halbfinale gelangen.

Defensiv - Nach Atleticos 1:0-Sieg über Rayo Vallecano hat in dieser Saison nur Barca (17) öfter zu Null gespielt als die Madrilenen (13).

Liebesbeziehung - Didier Drogba traf in jedem einzelnen Cup-Spiel, das er im Wembley-Stadion bestritt. Macht insgesamt sieben Tore.

Schussmaschine - Beim 1:0 Sieg des HSV über Hannover erzielte Heung-Ming Son nicht nur das entscheidende Tor, mit sieben Schüssen gab er genauso viele ab wie die "96er" insgesamt.

Langweilig - Beim Liga-Cup-Finale in Frankreich zwischen Marseille und Lyon (1:0 n.V.) fiel der erste Schuss auf das Tor erst in der 65. Minute.

Sprunghaft - Giovanni Sio (rein: 46. Minute, raus: 80. Minute) ist bereits der 16. Spieler, den Felix Magath nach einer Einwechslung wieder vorzeitig aus dem Spiel nahm. Frank Pagelsdorf (elf) ist abgeschlagen Zweiter.

 

Christian Eberle/Jakob Faber/Christoph Nister

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