Faster, Marder, Shooter

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Er ist wieder da. Das Format aller Formate. Der Grund für einen perfekten Start in die Woche. Der LAOLA1-Saloon.

Wie gewohnt werdet ihr mit Kuriositäten, Zahlenspielen und Neuigkeiten aus den Top-Ligen versorgt.

Diese Woche unter anderem im Angebot: Namhafte Verkehrssünder, Spott der eigenen Fans und weinende Sizilianer.

 

Top-Spiele

"Das tut sehr weh, ein dreckiger Tag" - "Das Stadion hat gebebt, ein perfekter Tag". An den beiden Zitaten von Marcel Schmelzer bzw. Julian Draxler lässt sich schnell ablesen, wer im Revier-Derby Schalke gegen Dortmund die Nase vorn hatte. Die "Königsblauen" feierten mit dem 2:1-Sieg das "Derby-Double", auch das erste Aufeinandertreffen in der Liga endete mit demselben Ergebnis, damals sogar in der Höhle des Löwen. Doch keine Sorge, liebe BVB-Fans, vielleicht schafft Schalke ja den Einzug ins CL-Viertelfinale, wo ein deutsch-deutsches Duell möglich wäre. Und in Europa spielt es sich für euch doch viel leichter.

Wayne Rooney war am Sonntag noch nicht in München, auch nicht in Mailand oder Paris. Nein, Wayne Rooney stand in der Startelf von Manchester United im FA-Cup-Kracher gegen Chelsea. Der englische Nationalspieler besorgte sogar den zweiten Treffer für die Gastgeber - in Minute 11. Doch trotz der frühen Zwei-Tore-Führung gelang den "Blues" noch der Ausgleich zum 2:2-Endstand, was den Fans ein Wiederholungsspiel beschert. Ach ja, Robin Van Persie saß zunächst nur auf der Bank! Angeblich mag ihn Sir Alex Ferguson nicht mehr und die Bayern sind an ihm interessiert.

 

Freude auf das Top-Spiel der Ligue 1, Olympique Lyon gegen Olympique Marseille, im Vorfeld, Enttäuschung im Nachhinein. Sowohl bei den beiden Teams, die in der Tabelle an Boden verlieren, als auch bei den Fans ob des mageren 0:0. So richtig lächeln konnte bei der Begegnung im Stade Gerland also nur einer: Zlatan Ibrahimovic. Der spielte zwar schon einen Tag zuvor und das in Paris, aber mit seinem Doppelpack gegen Nancy hat der Schwede den Hauptstadtklub zum Sieg und damit zur Vier-Punkte-Tabellenführung geschossen.

Fünferkette

Tier der Woche: Unglaubliches trug sich am Wochenende in der Schweiz zu. Beim 4:0-Sieg des FC Zürichs in Thun musste das Spiel nach wenigen Minuten unterbrochen werden. Der Grund: Ein Marder! Das Raubtier lief einfach auf den Rasen und wollte nicht wieder runter. FCZ-Verteidiger Loris Beniot reichte es nach einer Weile. Mutig schnappte er sich den Störenfried, um diesen vom Spielfeld zu tragen. Doch dazu kam es gar nicht. Denn mit einem schmerzvollen Biss befreite sich das Ungeziefer. Beniot musste behandelt werden, konnte aber weiterspielen. Erst Torwart David Da Costa gelang es, das Tier mit Hilfe seiner schützenden Handschuhe einzufangen. Unterdessen überlegt der FC Thun, den Marder zum neuen Vereinsmaskottchen zu machen. Bis dahin lebt er auf der Wiese neben dem Stadion weiter.


Verkehrssünder der Woche: Eigentlich verlangt der Sachverstand ja, Pauschalisierungen zu vermeiden, aber die Ereignisse der letzten Wochen bedingen dieses Statement: Alle Spieler von Real sind Verkehrsraudis. Zunächst wird Karim Benzema mit 216 km/h in einer 100er-Zone geblitzt, dann wird Marcelo ohne gültigen Führerschein erwischt (seinen Lappen hatte selbiger verloren - richtig: wegen zu vielen Malus-Punkten nach Verkehrsdelikten) und danach fiel auch noch Mesut Özil der Verkehrspolizei negativ auf, da er ein Wendemanöver falsch ausführte. Sich gegen drei Barca-Spieler im Dribbling durchzusetzen, scheint also leichter zu sein, als Bodenmarkierungen und Verkehrsschildern zu folgen.

Häfnbruder der Woche: Verkehrssünden sind bei Carlos Tevez ein halter Hut. Nach wiederholten Delikten wurde dem ManCity-Star der Führerschein entzogen. Doch sein Auto ist ihm heilig, weswegen er weiterhin seine Runden dreht. Prompt landete er dafür am Freitag im Gefängnis. Erst nach Ausbezahlung der Kaution kam er frei, um am Samstag ManCity beim 5:0 gegen Barnsley ins FA-Cup-Halbfinale zu schießen. Drei Tore machte Tevez gegen den Zweitligisten. Angesichts dessen ließ sich Coach Roberto Mancini, sonst eigentlich kein Fan der Eskapaden von Tevez, zu einem Witz hinreißen: „Wenn es so einen Effekt auf ihn hat, sollte ihn die Polizei jeden Tag festnehmen.“


Schiedsrichter der Woche: In Österreich behauptet mancher Trainer, zu intelligent für den Schiedsrichter-Beruf zu sein. Im Libanon braucht man aber eher schnelle Beine. Referee Bachir Awasa zeigte in einem Zweitliga-Match einem Spieler wegen Kritik Gelb-Rot und musste diese Entscheidung beinahe teuer bezahlen. Beim Ausgeschlossenen brannten scheinbar alle Sicherungen durch, er begann den Unparteiischen förmlich zu jagen. Awasa konnte dem Aggressor entkommen, der eigentliche Skandal war aber die Passivität der restlichen Beteiligten. Weder die Ordner noch Mit- oder Gegenspieler versuchten, den Rot-Sünder aufzuhalten. Erst ein paar Soldaten (!) konnten der Szenerie nach zögerlichem Eingreifen ein Ende setzen und den Schiedsrichter, der mittlerweile sein Amt niedergelegt hat, vor Schlimmerem beschützen.

Bild der Woche

Wer den Hohn hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Tim Wiese, ohnehin noch nie einer gewesen, der für den Preis des beliebtesten Bundesliga-Profis in Frage gekommen wäre, wird selbst von den eigenen Anhängern verspottet.

Schattenspiel

Im Südosten nichts Neues. Wie schon 2011 und 2012 holt sich Olympiakos Piräus auch heuer wieder den griechischen Meistertitel. Dass damit Michel automatisch zum "Erfolgstrainer" wird, muss aber hinterfragt werden, schließlich hat der Spanier, der seinen ersten Titel als Coach bejubeln darf, die "Erythrolefki" erst im Februar übernommen. Die vorzeitige Titelverteidigung konnte nicht eindrucksvoller geschehen: Fünf Runden vor Schluss, 3:0-Derbysieg gegen den Abstiegskandidaten AEK Athen, Doppelpack von Kapitän Avraam Papadopoulos und das alles am 88. Jahrestag der Vereinsgründung. Das Saloon-Team zieht den Hut und ruft zur Ehrbezeugung zum kollektiven Sirtaki-Tanz auf.

"On Fire"

Manchmal mag es einfallslos erscheinen, wenn wir die Bayern oder eben Lionel Messi als "On Fire" bezeichnen, aber gewissen Statistiken kann man einfach nicht ausweichen. Nachdem der kleine Argentinier in der Liga am Wochenende gegen Deportivo zum 17. Mal in Folge getroffen hat, ist die bisherige Bestmarke Geschichte. Selbige hielt ein gewisser Teodor Peterek, der Pole traf Ende der 1930er Jahre in 16 Spielen en suite für Ruch Chorzow. Ein weiterer Rekord für die Ewigkeit von "La Pulga", es sei denn, es findet sich plötzlich ein Sambianer oder ein Spieler aus Vanuatu, dem das schon vor 40 Jahren gelungen ist...

"On Ice"

"Heiße Nächte, heiße Nächte in Palermo" besang die EAV schon 1986, aktuell dürften die Nächte in der sizilianischen Hauptstadt eher schlaflos sein. Die US Palermo wartet seit dem 24. November und damit 14 Runden auf einen Sieg. Dazwischen wurde sieben Mal Unentschieden gespielt und sieben Mal verloren. Die Rote Laterne in der Serie A und akute Abstiegsängste sind somit die logische Konsequenz. Bringt auch der fünfte Trainerwechsel - Giuseppe Sannino war bereits Coach Nr. 1 in dieser Saison - nicht den Wandel, ist der Gang in die Serie B nicht zu vermeiden: "Und a klana Sizilianer fangt an zum Wana."

Nicht nur Bart und Frisur machten ihn berühmt

Was macht eigentlich … Alexi Lalas?

1990 besuchte er als Tourist die WM in Italien. Der Fußball gefiel ihm. Also beschloss der Eishockeyspieler kurzerhand, selbst Kicker zu werden. Es war der Start einer langen Karriere. 96 Spiele bestritt Alexi Lalas für die USA, unter anderem vier Partien bei der WM 1994, die ihm einen Vertrag in der Serie A bei Padova einbrachte. 2003 beendete der eiserne Verteidiger seine Karriere. Mittlerweile versorgt er die US-amerikanischen Fußballfans mit Analysen im Fernsehen. Diese Funktion inspirierte den begeisterten Rockmusiker zu einem ganz besonderen Projekt: Ein Tweet-Song. "Der Text des Lieds besteht komplett aus Tweets, die am Freitag, dem 11. März 2011, an mich gerichtet waren. Der Song wurde in dieser Nacht aufgenommen. Keine Ahnung, um was es geht, aber es war ein lustiges Projekt", meint @AlexiLalas.

Fußnoten

Jubiläum - Martin Stranzl bestritt beim 1:1 gegen Bremen das 200. Bundesligaspiel seiner Karriere.

Wandervogel - Nach seinem Treffer zum 1:0-Sieg hat Bolognas Alberto Gilardino gegen Inter sieben Tore für fünf verschiedene Teams erzielt.

Spätstarter - 130 Bundesliga-Spiele hat es gedauert, bis Bayerns Jerome Boateng beim 3:2 gegen Düsseldorf sein erstes Tor erzielte.

Serienende - Atletico-Goalie Thibaut Courtois hat bei der 0:1-Pleite gegen Sociedad sein erstes Gegentor vor eigenem Publikum seit Oktober 2012 kassiert.

Legenden - Nach seinem Treffer gegen Düsseldorf hält Thomas Müller bei 44 Bundesliga-Toren für die Bayern. Genauso viele wie die ehemaligen Stars Michael Ballack, Karl-Heinz Rummenige und Franz Beckenbauer.

Abhängigkeit - Lazio ohne Miroslav Klose? Nur noch die Hälfte wert. Bestenfalls. Das Spiel gegen die Fiorentina (0:2) war das achte in der Serie A ohne den Stürmer, nur eines davon konnte gewonnen werden, gleich fünf gingen verloren. Die katastrophale Siegquote ohne den Deutschen: 12,5 Prozent.

Talent - Julian Draxler absolvierte beim 2:1-Erfolg gegen Dortmund sein 100. Pflichtspiel. Der 19-Jährige ist der jüngste Schalke-Spieler, der diese Marke erreicht. Zur Feier des Tages erzielte er das 1:0 gegen den BVB.

Hattrick - Ex-Juve-Stürmer Amauri erzielte beim 4:1-Erfolgs von Parma über Torino drei Tore, das erste davon allerdings erst in der 77. Minute.

Meilenstein - Apropos Juve: Die "Alte Dame" feierte mit dem 1:0 über Catania den 1.400sten Serie-A-Sieg ihrer Geschichte.

Spezialist - Javier "Chicharito" Hernandez hat in den letzten sieben Spielen gegen Chelsea sechs Treffer erzielt.

Spätstarter - Nach dem 1:0-Erfolg über Catania hat Juventus nun vier Tore in der Nachspielzeit erzielt. Die meisten in der Serie A.

Nullnummer - Nun also doch: Gegen Ipswich spielte Championship-Verein Peterborough, Klub von ÖFB-Legionär Robert Olejnik, zum ersten Mal seit 153 Partien wieder 0:0.

Historisch - Nach seinem Tor gegen die Bayern hat Andreas Lambertz für Fortuna Düsseldorf in vier verschiedenen Ligen getroffen.

Superstars - Nach seinem Doppelpack gegen Celta Vigo hat Cristiano Ronaldo nun 19 Tore im Kalenderjahr 2013 erzielt. Zum Vergleich: Lionel Messi hält bei 16 Treffern.

 

Jakob Faber/Christian Eberle

Fragestunde der Woche: Der FC Liverpool hat per Twitter seine Fans aufgerufen, unter dem Hashtag #AskDowning Fragen an Stewart Downing zu stellen. Diese fielen - angesichts der "durchwachsenen" Leistungen des Flügelspielers - durchaus kreativ aus. In der Diashow liefern wir ein paar der besten Fragen an den 28-Jährigen, der just am Wochenende beim 3:2 gegen Tottenham wieder getroffen hat. Gemäß dem Motto: That's the right answer - to all of your questions!

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