Die Geister, die Dresden rief

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Lederhosen-Bomber schießen sich warm

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Der LAOLA1-Saloon meldet sich zurück - mit echten Spitzenspielen und solchen, die im Schatten der Top-Ligen über die Bühne gehen. Wir feiern Stars und schimpfen Söldner.

Wir berichten über unsere Legionäre und versorgen euch mit jeder Menge Anekdoten. Diese Woche im Angebot: Ein Koreaner, der zur Bedrohung für Frösche wurde, Dresdens 41.378 Geister und Ankaragücü.

Top-Spiele

Letzte Woche war die Saison in Deutschland doch schon irgendwie gelaufen? Gegen Hoffenheim schlug das Bayern-Imperium jedenfalls eindrucksvoll zurück. Die Münchner ließen überforderten Kraichgauern keine Chance und gewannen mit 7:1. Dabei konnte vor allem das Offensiv-Trio Ribery, Robben und Gomez vollends überzeugen. Basel muss sich jedenfalls warm anziehen.

Tabellenführung adé, Wachablöse in Manchester. Gegen Swansea half es City auch nichts, dass Joe Hart einen Elfer parieren konnte. Die Millionentruppe musste beim frech aufspielenden Aufsteiger aus Wales verdient mit 0:1 nachhause gehen. Das entscheidende Tor gelang Joker Luke Moore per Kopf (83.).

Ji-Sung Park: Rettet die Frösche!

Viererkette

Elixier der Woche: Ein quakiger Hilfeschrei erreichte Ji-Sung Park in dieser Woche. Der ManUnited-Profi soll helfen, Frösche zu schützen. Das meinen zumindest die „Frosch-Freunde“, eine Gruppe von Umweltschützern in Südkorea. Schließlich sei der Superstar indirekt auch Schuld an der Bedrohung der Reptilien. „Ich weiß nicht, ob es nur Zufall ist. Aber seit Park veröffentlichte, dass er Froschsaft trank, um seine Kondition zu stärken, nahm die illegale Jagd auf Frösche und Kröten in hohem Ausmaß zu“, erzählte ein Organisator der Kampagne der „Yonhap News Agency“. Park, bekannt für seine Pferdelunge, gab 2010 zu, als kleiner Junge regelmäßig Froschsaft getrunken zu haben. Sein Vater, ein Fleischhacker, besorgte die Schenkeltiere, die seine Mutter anschließend einkochte. „Ich nahm damals alles, was meiner Gesundheit half“, meinte der 31-Jährige.

Treuebekenntnis der Woche: Offizielle Zuscherzahl: 0. Dynamo Dresden bedankte sich trotzdem bei 41.378 "Geistern". Beim Spiel gegen Ingolstadt mussten die Fans draußen bleiben. Als Protest gegen das Urteil des DFB erstanden die Fans der Ostdeutschen aber virtuelle Tickets en masse und sorgten so für ein ausverkauftes Stadion. Die Partie selbst war ziemlich niveauarm und endete 0:0.

Flaum der Woche: David de Gea zu ZZ Top? Dieses Transfergerücht könnte in einigen Monaten die Runde machen. Der Torwart von Manchester United verweigert ab jetzt nämlich die Rasur. „Ich will den Bart behalten, bis United die Premier League gewinnt oder Spanien Gold bei Olympia holt“, meint der U21-Goalie der Iberer gegenüber der „Sun“. Ansonsten könnte der Bart auch noch länger stehen. Seine Freundin stehe übrigens auch auf den Bart, meint de Gea. Vielleicht ist sie ja der Grund für diese Idee.

Torres der Woche: So weit ist es mit Fernando Torres schon gekommen. Nicht nur, dass Scherze über Chelseas 60-Mio.-Fehleinkauf mittlerweile zum guten Ton gehören. Nun scheint er auch selbst das Vertrauen in sich verloren zu haben. Beim 2:0-Sieg im FA-Cup über Birmingham holte der Spanier einen Elfmeter heraus. "We want Torres!", gröhlten die Birmingham-Fans daraufhin höhnisch. Doch nach einer kurzen Unterhaltung mit Juan Mata lehnte es der Ex-Torjäger ab, selbst zu schießen. "Ich fragte ihn, ob er antreten will, weil er den Elfer herausgeholt hatte. Aber er sagte: Ich bin nicht der Erste auf der Liste. Also verwandelte ich den Strafstoß", erklärte Mata.

Schattenspiel

Die russische Premjer-Liga befindet sich mitten im Meister-Playoff. Am vierten Spieltag desselbigen kam es dabei zum prestigeträchtigen Duell der beiden Moskauer Klubs ZSKA gegen Dynamo. Seydou Doumbia brachte den Gastgeber und Champions-League-Achtelfinalisten bereits nach drei Minuten in Führung, Igor Semshov gelang aber eine Viertelstunde vor Schluss der Ausgleich. Das 1:1 hilft nur einem Klub wirklich weiter, Zenit St. Petersburg. Der Tabellenführer liegt auch nach dem peinlichen 1:1 gegen Kuban Krasnodar - welch klingender Name - weiter sechs Punkte vor ZSKA und acht vor Dynamo.


Zwei Legionäre, zwei Treffer, zwei Geschichten

Legionäre im Fokus

Ja, diesmal haben sich gleich zwei ÖFB-Kicker eine besondere Erwähnung verdient: Andi Weimann sorgte mit seinem ersten Premier-League-Treffer für positive Schlagzeilen. Das Stochertor beim 1:0 gegen Fulham brachte seinem Team Aston Villa einen wichtigen Dreier. Das "Glücks-Trikot" hat einen Ehrenplatz sicher. "Ich habe alle meine Mitspieler darauf unterschreiben lassen", so der Jung-Nationalspieler.

Weil er den Fuß von Lauterns Dorge Kouemaha bei einem Spiel im Jänner voll ins Gesicht bekam, musste Basti Prödl lange aussetzen. Gegen Hannover gab er sein Comeback – und was für eines: Der Steirer traf in Minute 49 per Kopf zum 2:0. Bremen gewinnt schlussendlich 3:0. In der Defensive agierte er nicht immer souverän, aber da die Null steht, wollen wir darüber schweigen.

"On Fire" 

David Moyes ist nun schon seit zehn Jahren beim FC Everton. Nach schwachem Saisonstart zeigten sich die "Toffees" zuletzt stark formverbessert. Seit sieben Spielen sind die Liverpooler schon ungeschlagen. Der heimische Goodison Park entpuppte sich dabei als Festung. ManCity (1:0), Chelsea (2:0) und am Wochenende auch Tottenham (1:0) wurden ohne Gegentor geschlagen. Gegen die "Spurs" avancierte übrigens ein alter Bekannter zum Matchwinner. Nikica Jelavic netzte bei seinem Startelfdebüt.

 

"On Ice" 

Ankaragücü, was ist das? Ja, so heißt der Letzte der türkischen Süper Lig. Aber allzu lange wird man sich diesen Namen als Freund des Erstliga-Fußballs nicht mehr merken müssen, ist der Hauptstadtklub doch mit 11 Punkten aus 30 Spielen bereits jetzt Fix-Absteiger. Kaum verwunderlich, dass den Spielern da schon etwas die Motivation fehlt. Das 0:2 gegen Leader Fenerbahce war bereits die elfte Niederlage in Folge. Den letzten Punktgewinn gab es am achten Jänner. Gegner damals: Besiktas Istanbul mit dem ÖFB-Trio Kavlak, Dag und Kayhan.

Fowler will mehr als 100 Pfund die Woche

Was macht eigentlich … Robbie Fowler? 

Die Liverpool-Legende kündigte Anfang des Jahres als Spielertrainer bei Muangthong United in der thailändischen Premier League. In dieser Woche absolvierte der 36-Jährige ein Probetraining bei Zweitligist Blackpool. Anschließend erwartete der Torjäger ein entsprechendes Angebot. Doch der Vertrag, der ihm vorgelegt wurde, entsprach – gelinde gesagt – nicht den Erwartungen des ehemaligen Superstars. Läppische 100 Pfund (ca. 120 Euro) pro Woche hätte er verdient. Immerhin wären 5000 Pfund (ca. 6000 Euro) für einen tatsächlichen Einsatz des Routiniers fällig gewesen. Dennoch lehnte Fowler den Vertrag ab. Verständlich bei den Gehältern, die sonst so im Profi-Fußball bezahlt werden.

Fußnoten

Jubiläum Didier Drogba machte beim 1:0 gegen Stoke seinen 100. Treffer in der Premier Leage.

Tor-MaschineCristiano Ronaldo hat nach dem 3:2 bei Betis gegen alle 25 La-Liga-Klubs getroffen, gegen die er gespielt hat. Der Portugiese spielt übrigens noch nicht einmal drei Jahre in Spanien.

Schade – Cagliaris Joaquin Larrivey gelang gegen Napoli ein Hattrick. Das bittere daran: Sein Klub verlor trotzdem 3:6.

Ins eigene Fleisch – Seit der Saison 2003/04 traf Athletic Bilbao 15 Mal ins eigene Tor, mehr als jeder andere Verein in Spanien. Passend zur Stärke des Teams bei hohen Bällen fiel das 0:1 gegen Osasuna von Iturraspe per Kopf.

Auswärtsschwäche – Manchester City hat nur zwei der letzten acht Auswärtsspiele in der Premier League gewonnen.

Perfekter Einstand – Ex-Rapidler Nikica Jelavic traf gleich mit seinem ersten Torschuss in der Premier League. Er machte das Goldtor bei Evertons 1:0 über Tottenham.

ÜberlegenheitBarcelona musste beim 2:0-Erfolg gegen Santander erst in der 81. Minute den ersten Schuss auf das eigene Tor hinnehmen.

Zugeschnappt – Saragossas Helder Postiga lief mit 41 Mal öfters als jeder andere Spieler in die Abseitsfalle in dieser La-Liga-Saison.

Raubein – Samba Diakite von den Queens Park Rangers beging heuer in 123 Einsatzminuten sagenhafte 12 Fouls. Eines davon führte zu Gelb, ein anderes sogar zu Rot.

Wie zugenagelt – Juventus feuerte gegen Genua 30 Mal einen Schuss auf das gegnerische Tor ab. Saisonrekord in der Serie A, aber keiner davon erreichte das Ziel (0:0).

Wie zugenagelt II – Von den letzten 60 Juventus-Schüssen ging nur einer ins Tor.


Jakob Faber/Mate Esterhazy/Christian Eberle

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